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Aktivisten blockieren Wohnungsräumung in Linden

Protest gegen Polizeieinsatz Aktivisten blockieren Wohnungsräumung in Linden

Ein Gruppe von rund 40 offenbar linken Aktivisten hat am Donnerstagvormittag eine Polizeiaktion in Linden-Mitte blockiert. Die Beamten wollten eine Wohnung in der Nieschlagstraße zwangsweise räumen. Vor dem betroffenen Haus versammelten sich die Gegner der Aktion. Die Polizei musste sich gewaltsam Zugang zu der Wohnung verschaffen.

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Um sich nach etwa einer Stunde Zutritt zu dem Haus zu verschaffen, setzten die Polizisten auch Pfefferspray ein.

Quelle: Morchner

Hannover. Rund 50 Demonstranten haben mit einer Blockade am Donnerstagmorgen in Linden versucht, die Zwangsräumung einer Mietwohnung zu verhindern. Nachdem die Polizei die Aktivisten aus dem politisch linken Spektrum aufgefordert hatte, den Weg frei zu machen, die Blockierer der Aufforderung allerdings nicht nachkamen, verschafften die Beamten dem Gerichtsvollzieher und der Hausverwaltung Zugang zum Hinterhaus in der Nieschlagstraße. Dabei setzten sie auch Pfefferspray ein. Elf Demonstranten und drei Polizisten wurden bei dem Einsatz verletzt.

In der Nieschlagstrasse in Linden besetzten Demonstranten den Zugang zu einem Haus, in dem eine Wohnung zwangsgeräumt werden soll. Die Polizei ging unter anderem mit Pfefferspray gegen die Besetzer vor.

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Gegen 9 Uhr hatte die Aktivisten sich mit einem großen Transparent vor den Zugang zu dem Hinterhaus, in dem ein 27-Jähriger lebte, gestellt. „Hohe Miete, Zwangsvollzug, davon haben wir genug“, skandierten sie. Auf diese Weise verhinderten sie zunächst, dass ein Gerichtsvollzieher und Vertreter der Haack Hausverwaltung, die die Wohnung vermietet, einen Beschluss des Amtsgerichts zur Räumung der Wohnung durchsetzen konnten. „Der Mieter hat bei uns Rückstände von mehr als 4000 Euro“, sagt Burkhard Sander von der Hausverwaltung. Zudem habe der 27-Jährige, der einen gesetzlichen Betreuer zur Seite gestellt bekommen hatte, die Wohnung vollständig verwahrlosen lassen. „Der Flur ist beispielsweise durch Hundekot vollkommen verdreckt“, moniert Sander.

Die Demonstranten kritisierten, die Hausverwaltung habe Tricks angewandt, um den Mieter aus der Wohnung zu bekommen. Unter dem Vorwand, ihm eine Ersatzwohnung zur Verfügung zu stellen, soll das Unternehmen den Mieter dazu gebracht haben, einen Auflösungsvertrag zu unterschreiben. Von der Ersatzwohnung sei später nicht mehr die Rede gewesen. „Das halte ich für wenig plausibel“, sagt Randolph Fries, der Geschäftsführer des Mieterbunds. Richter würden es sich generell nicht leicht machen, eine Zwangsräumung anzuordnen. „Außerdem müssen in so einem Fall gewichtige Gründe vorliegen“, sagt Fries weiter.

Aus Sicht der Demonstranten ist der Vorgang in der Nieschlagstraße kein Einzelfall. Im Jahr 2014 seien nach Angaben der Stadt insgesamt 400 Wohnungen zwangsgeräumt worden. Aus Sicht der Aktivisten belegen diese Zahlen, dass Verdrängungsprozesse in verschiedenen Teilen der Stadt zunehmen. Der Mieterbund widerspricht: „In Städten wie Berlin oder München mag das anders sein, in Hannover gibt es diese Dramatik nicht“, sagt Randolph Fries. Die Zahl von 400 Zwangsräumungen innerhalb eines Jahres hält er ebenfalls nicht für bedenkenswert. „In einer Großstadt wie Hannover ist das nicht besonders viel“, sagt Fries.

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