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Aus den Stadtteilen Alkoholproblem am Herrenhäuser Markt?
Hannover Aus den Stadtteilen Alkoholproblem am Herrenhäuser Markt?
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02:15 19.09.2015
Nach dem Umbau fallen Trinker auf dem herausgeputzten Herrenhäuser Markt stärker auf als früher. Einige Anwohner fühlen sich gestört, andere sehen es gelassen.  Quelle: Mario Moers
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Nordstadt

Am Herrenhäuser Markt fühlen sich einige Anwohner und Besucher von Trinkern gestört, die den neuen Komfort des frisch sanierten Stadtplatzes für sich entdeckt haben. Nach Beschwerden über Zechgelage auf einer gestifteten Sitzbank entschied sich der Interessenkreis Herrenhäuser Geschäftsleute wenige Tage nach dem Aufstellen zur Demontage des Sitzmöbels. Die Vorsitzende Christine Röttger bedauert den Rückzieher. Aus ihrer Sicht hat der Herrenhäuser Marktplatz kein Problem mit Trinkern. „Auch diese Menschen gehören zum Marktplatz, die Mischung muss stimmen“, findet sie.

Am sonnigen Freitagnachmittag blüht der Herrenhäuser Markt auf. Vor dem Supermarkt geben sich die Einkäufer die Klinke in die Hand. Viele Senioren genießen den neuen Glanz des „Forums“ im Außenbereich der beiden Bäcker. Auf den Steinbänken zwischen Parkplatz und Ladenzeile herrscht dagegen ein anderes Bild. Zwei eingefallene Männer nuckeln an ihrer Bierflasche. Die benachbarte Bank wird von einer fünfköpfigen Gruppe Saufkumpane belagert. Mit steigendem Alkoholpegel steigt die Lautstärke, zum Ärger anderer Platznutzer.

Als der Interessenkreis Herrenhäuser Geschäftsleute im vergangenen Monat eine schicke neue Bank auf dem Markt aufstellte, veranstalteten einige Personen dort gleich am selben Tag ein Trinkgelage, das sich bis in die Nacht zog. Am nächsten Tag gingen bei der Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) zahlreiche Beschwerdeanrufe von Mietern ein.

Obwohl es in den Folgenächten ruhig blieb, soll die Bank nun an einem anderen Standort aufgestellt werden, um weiteren Ärger zu vermeiden. Der stellvertretende Supermarktleiter Steven Bartels hält die Reaktion für überzogen. „Dass einige Kunden sich über die Trinker ärgern, bekommen wir mit. Aber wo sollen sich solche Menschen denn sonst aufhalten?“, hinterfragt er die Kritik an den ungeliebten Platznutzern. „Ein echtes Problem gibt es nicht. Niemand pöbelt herum“, so Bartels. Christine Röttger sieht das ähnlich. „Wenn man an einem Marktplatz wohnt, kann man keine Atmosphäre wie im Grünen erwarten“, findet sie. Von der zuständigen Kontaktbeamtin der Polizei wurde ihr versichert, dass es im Bereich des Platzes keine besonderen Auffälligkeiten gäbe. Regelmäßig patrouillierende Streifen hätten die Trinker im Blick. Auch der neue Besitzer des Kiosks, Kazim Kelleci, würde wie seine langjährige Vorgängerin Liane Korbach aufpassen.

SPD-Ratsherr Lars Kelich, der direkt am Platz wohnt, wundert sich über die Kritik einiger Nachbarn. „Der Platz wurde doch extrem aufgewertet in den letzten Jahren“, findet er. Persönlich habe sich jedenfalls noch niemand bei ihm gemeldet.

Im Supermarkt und bei dem Bäcker dagegen bleibt das vermeintliche Problem weiter Gesprächsthema. „Sie sollten mal hören, was beim Bäcker erzählt wird“, sagt ein Supermarktangestellter. Auf den Steinbänken vor dem Laden macht er dabei selber gerne eine Zigarettenpause. Von hier lässt sich das bunte Leben auf dem Platz eben wunderbar beobachten.

Von Mario Moers

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