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Aus den Stadtteilen Angst vor steigender Kriminalität
Hannover Aus den Stadtteilen Angst vor steigender Kriminalität
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00:16 24.08.2015
Rund 300 Bürger kamen zur Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde, um von Henning Hofmann die erhofften Antworten zu bekommen. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Rund 300 Menschen kamen zur Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde im Roderbruch, um sich über die neuen Standorte zu informieren.„Es ist eine gewaltige Aufgabe, Unterkünfte zu schaffen“, stellte Hofmann gleich zu Beginn klar. „Die Zuweisungen sind schneller gestiegen, als die Stadt Hannover bauen kann.“ Der Bezirksbürgermeister richtete darum einen „dringenden Appell“ an die Bürger: „Wenn Sie eine leerstehende Immobilie sehen oder ein Zimmer frei haben und Flüchtlinge aufnehmen wollen - teilen Sie es uns mit!“

Im kommenden Jahr sollen neue Wohneinheiten entstehen. An der Baumschulenallee sind eine Containeranlage für 120 Menschen geplant, zur benachbarten Bezirkssportanlage wird ein Zaun gezogen. Die Lathusenstraße, die Nußriede, der Dorfmarkhof und der Nikolaas-Tinbergen-Weg sind für Wohnbebauung vorgesehen. An der Nußriede ist außerdem eine Grünaußenalage in Planung. Ein Drittel der Wohnungen ist für Flüchtlinge, der Rest für den freien Wohnungsmarkt gedacht. In der Lathusenstraße sind 100 Wohneinheiten geplant, alles Weitere ist bisher noch unklar. An der Podbielskistraße/Ecke Corinthstraße ist noch nicht klar, ob ein Wohnheim oder eine Containeranlage entstehen soll. 100 bis 120 Flüchtlinge sollen hier untergebracht werden.

Einige Bürger kritisierten, dass die Verteilung der Flüchtlinge auf die Stadtbezirke nicht gleichmäßig erfolge, sondern sich besonders im Roderbruch verdichte. Der Roderbruchmarkt sei trotz Ankündigung noch nicht saniert worden, für neue Unterkünfte hingegen würden Millionen ausgegeben. Auch um einen Anstieg der Kriminalität sorgten sich einige. Diese Bemerkungen erhielten viel Zuspruch. Bei Unsicherheiten und Problemen sollten sich die Bürger an ihn wenden, sagte Hofmann - und diktierte seine Handynummer ins Mikrofon. „Dafür bin ich unter anderem da“, erklärte er, „ich kann die richtigen Kontakte herstellen.“

Viele der Anwesenden freuen sich hingegen schon jetzt auf ihre neuen Nachbarn. „Es ist eine Herausforderung, die wir so seit mehr als 20 Jahren nicht hatten“, sagte Petra Nolte-Porteous vom Integrationsmanagement für Flüchtlingsunterkünfte. „Da bringt es nichts zu sagen: ‚Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber nicht vor meiner Haustür.‘ Wir werden alle Flüchtlinge vor der Haustür haben.“

Die teilweise doch angespannte Stimmung der Bürger überraschte Nolte-Porteous. „Das ist neu, am Anfang war das anders“, sagte sie im Anschluss an die Veranstaltung. Für die Unsicherheit habe sie zwar Verständnis, „aber wir müssen diese Aufgabe wuppen. Es geht gar nicht anders.“

Von Leonie Gebhard

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