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Aus den Stadtteilen Flugblatt "besorgter Bürger" beunruhigt Anwohner
Hannover Aus den Stadtteilen Flugblatt "besorgter Bürger" beunruhigt Anwohner
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00:16 03.10.2015
Von Conrad von Meding
Quelle: Stratenschulte (Symbolbild)
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Hannover

In der List haben Unbekannte ein Flugblatt mit der Aufforderung verteilt, sich vor einer geplanten Flüchtlingsunterkunft zum „Austausch“ zu treffen – ausgerechnet am Nationalfeiertag, dem 3. Oktober. Für Hannover wäre es das erste Treffen „besorgter Bürger“ vor einer noch nicht bezogenen Unterkunft. Ob eine Organisation hinter dem Aufruf steht oder Einzelpersonen, ist unklar: Bei der Polizei ist die Veranstaltung bislang nicht angemeldet.

Oberbürgermeister Stefan Schostok sagt zu, dass es eine offizielle Nachbarversammlung geben soll, sobald klar ist, ob das Gebäude überhaupt als Unterkunft zur Verfügung steht: „Im Moment ist es dafür zu früh.“ Er warnt aber auch: „Anonyme Gesprächsangebote sind mit Vorsicht zu genießen. Wer mithelfen will oder auch seine Sorgen äußern möchte, kann und sollte dies in unserer Stadt offen tun.“

Auswirkungen auf Nachbarschaft befürchtet

In dem Flugblatt ist der HAZ-Bericht zitiert, aus dem hervorgeht, dass in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der VHV-Versicherung an der Constantinstraße 250 Asylbewerber untergebracht werden sollen und zusätzlich weitere Unterkünfte in der Umgebung geplant sind. Der Text des Flugblatts konstatiert, dass „solch eine Konzentration unweigerlich Auswirkungen auf die Nachbarschaft hat und womöglich die Integrationsfähigkeit überfordert“. Weil die Stadt nicht vorhabe, die Nachbarn an der Entscheidung zu beteiligen, sollten die Anwohner sich jetzt bei dem Treffen selbstständig austauschen. Auch in Wettbergen regt sich, wie berichtet, derzeit Protest gegen die Einrichtung weiterer Flüchtlingsheime. Anwohner haben dort 230 Unterschriften gesammelt. Ein Treffen vor einem der Standorte ist dort aber nicht geplant.

Schostok wirbt für Integration

Schostok widerspricht dem Eindruck, dass mit den Menschen nicht geredet werde. „Wir werden auch in der List zu einer Versammlung einladen, sobald klar ist, ob wir das Gebäude übergangsweise für die Unterbringung von Menschen nutzen können.“ Das habe man auch an etlichen anderen Standorten so gehandhabt.

Das Flugblatt selbst will er nicht kommentieren. „Es finden sich einige eindeutige Signalwörter darin, die ich mit Vorsicht genießen würde“, sagt Schostok, „aber statt diesen Aufruf zu kritisieren, will ich lieber die Anwohner motivieren, das Gespräch mit den Politikern im Stadtteil oder im Rathaus zu suchen und daran mitzuarbeiten, dass die Bewohner der Unterkünfte gut integriert werden.“ Er lobte die vielen Initiativen, die für ein Miteinander in den Unterkünften und ihrer Umgebung sorgen.     

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