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Aus den Stadtteilen Antje Kellner ist neue Bürgermeisterin
Hannover Aus den Stadtteilen Antje Kellner ist neue Bürgermeisterin
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02:15 27.09.2015
Von Michael Zgoll
Christine Ranke-Heck (l.) hat ihr Amt niedergelegt, Antje Kellner übernimmt. Quelle: Zgoll
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Hannover

Der Stadtbezirk Döhren-Wülfel hat eine neue Bezirksbürgermeisterin. Antje Kellner (SPD) ist in der jüngsten Sitzung des Gremiums mit großer Mehrheit gewählt worden - von 16 Stimmen entfielen zwölf auf sie. Geht man davon aus, dass die anwesenden neun Sozialdemokraten und Grünen für Kellner gestimmt haben, haben auch drei Politiker anderer Fraktionen - von CDU, WfH oder der Linken - für die 58-jährige Journalistin votiert. Auf drei Wahlzetteln wurde „Enthaltung“ angekreuzt, eine Stimme war ungültig; einen Gegenkandidaten gab es nicht. Mit der Neuwahl ist zugleich eine Ära zu Ende gegangen: Christine Ranke-Heck, seit 14 Jahren im Bezirksrat tätig und neun Jahre lang Bürgermeisterin, wurde mit Blumen verabschiedet.

Antje Kellner gehört dem Stadtteilgremium seit 2011 an. Sie begann dort als stellvertretende Fraktionsvorsitzende, wurde nach dem Rücktritt von Sascha Glade vor wenigen Wochen zur Fraktionschefin gekürt. Kellner wohnt mit ihrem Mann Michael - Vorsitzender der Interessengemeinschaft Döhrener Geschäftsleute (IDG) - in einem Reihenhaus in Waldheim. Sie bezeichnet sich selbst als „gut vernetzt“ im Bezirk: So arbeitet sie in der Kulturinitiative Döhren-Wülfel-Mittelfeld, im Integrationsbeirat sowie in Sozialverband und IDG mit.

„Ich trete in große Fußstapfen“, sagte die frischgebackene Bürgermeisterin mit Blick auf ihre Vorgängerin. Auf den Stadtbezirk warteten in naher Zukunft etliche Herausforderungen, wozu natürlich auch die Aufnahme von Flüchtlingen zähle. „Wir dürfen dabei aber nicht diejenigen vergessen, die schon da sind“, sagte die 58-Jährige; als warnendes Beispiel nannte sie die Lebensmittelausgabe des Roten Kreuzes in Mittelfeld, vor der die Schlangen der Bedürftigen immer länger werden. Der Neubau der Südschnellwegbrücke über die Hildesheimer Straße sei für die nächsten Jahre ein „großes Thema“, ebenso wie die Zukunft des Freizeitheims. „Egal ob Sanierung oder Neubau - hier muss bald etwas passieren“, meint die SPD-Politikerin. An die Stadt gerichtet ist ihr Wunsch, den Bezirksrat über wichtige Vorhaben zeitnah und kontinuierlich zu informieren: „Wir wollen nicht so oft vor vollendete Tatsachen gestellt werden, wie es in der Vergangenheit häufig der Fall war.“

Christine Ranke-Heck verlässt den Bezirksrat aus familiären und gesundheitlichen Gründen, will in ihrer politischen Arbeit kürzer treten. Claudia Meier (Bündnis 90/Die Grünen) hatte die 55-Jährige schon die vergangenen drei Monate als Bürgermeisterin vertreten. Dem Rat der Stadt bleibt die SPD-Politikerin allerdings erhalten, sitzt auch weiter im Wirtschaftsausschuss. Bei ihrer Verabschiedung im Freizeitheim Döhren lobte CDU-Fraktionschefin Gabriele Jakob das große Engagement, mit dem Ranke-Heck das zeitaufwendige Ehrenamt der Bezirksbürgermeisterin ausgeübt habe. Und sie ergänzte: „Sie hatten es aufgrund unserer politischen Differenzen nicht immer leicht mit uns, aber man hat sich kennen und schätzen gelernt.“

Auf was ist die scheidende Bürgermeisterin besonders stolz? „Mein größter persönlicher Erfolg ist der Erhalt der Postfiliale in der Abelmannstraße“, sagt Ranke-Heck. Im Zuge „ruhiger Verhandlungen“ habe sie mitgewirkt, dass der neue, private Betreiber in den alten Räumlichkeiten bleiben konnte. Auch an die Mini-Demo von zehn Bezirksbürgermeistern vom Haupt- zum Güterbahnhof erinnert sie sich gern: „Und so haben wir es tatsächlich geschafft, dass die Nachtleerung von Briefkästen in ganz vielen Stadtteilen erhalten blieb.“ Eine Spitzenposition in Hannover habe Döhren-Wülfel auch inne: Es sei der Bezirk mit den meisten Hundekottütenspendern, und es gebe 60 Paten, die die vom Bezirksrat gekauften Tüten in die Boxen packen würden.

Das Resümee ihrer Zeit als Bürgermeisterin? „Der Bezirksrat ist gut zusammengewachsen“, sagt Christine Ranke-Heck, „und die Verwaltung wie auch viele Ehrenamtliche haben uns immer wunderbar zur Seite gestanden.“

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