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Aus den Stadtteilen Anwohner streiten um eine Abkürzung
Hannover Aus den Stadtteilen Anwohner streiten um eine Abkürzung
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00:18 19.08.2015
Familie Kleinert wünscht sich einen weiteren Zugang zum Spielplatz an der Gebrüder-Hartmann-Straße. Viele Erwachsene und Kinder nehmen eine Abkürzung über den Zaun. Quelle: Mandy Rutkowski
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Bothfeld

Erwachsene nutzen den Spielplatz im Wohnviertel an der Gebrüder-Hartmann-Straße in Bothfeld zuweilen als Abkürzung zum nahegelegenen Einkaufszentrum an der Adolf-Emmelmann-Straße. Und vielen Kindern ist die Strecke über den Fußweg, der quer über den Spielplatz verläuft und den Klein-Buchholzer Kirchweg mit der Gebrüder-Hartmann-Straße verbindet, scheinbar zu lang. Deshalb steigen die Anwohner auf einem Privatgrundstück eines Mehrfamilienhauses über einen Metallzaun. Die Stadt versucht, dieses Verhalten zu unterbinden - zum Ärger der Anwohner.

Claudia Kleinert, Mutter dreier Kinder, ist eine von ihnen. „Wenn meine Kinder den vorgesehenen Zugang zum Spielplatz nehmen würden, müssten sie nicht nur an einer Baustelle vorbei, die den Fußweg versperrt, sondern auch eine von Fahrradfahrern viel befahrene Straße überqueren. Das ist zu gefährlich“, erklärt die Lehrerin.

Stadt lässt Parkranger auf dem Spielplatz patrouillieren

Seit sich Anwohner vor wenigen Jahren über den regen Verkehr am Zaun beschwerten, lässt die Stadt Parkranger auf dem Spielplatz patrouillieren. „Ihre Aufgabe ist es, eine spielplatzgerechte Nutzung zu sichern“, erklärt Harry Grunenberg, Bürgermeister des Bezirks Bothfeld-Vahrenheide. Eine der Aufgaben ist es, sicherzustellen, dass niemand über den Zaun steigt. Hierfür verhängten die Parkranger auch Bußgelder gegen Erwachsene. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass diese fallen gelassen worden sind, räumte Stadtsprecher Dennis Dix ein.

2012 beschwerten sich Eltern bei der Stadt über die Umgangsformen und Praktiken der Kontrolleure, die den Kindern aufgelauert haben sollen. Besonders eine bestimmte Parkrangerin sei gegen die Kinder massiv vorgegangen und habe sich laute Streitereien mit den Eltern geliefert. Auch Familie Kleinert machte vor rund einem Jahr Bekanntschaft mit der Mitarbeiterin. „Die Frau hatte sich in einem Häuschen auf dem Spielplatz versteckt und ist rausgekommen, als wir über den Zaun geklettert sind“, erzählt Claudia Kleinerts Tochter. Sie solle die Kinder „angepöbelt“ haben, so die Mutter.

Die Beschwerde sei eine „subjektive Meinung“, die „voll ins Leere“ ginge, sagt Bezirksbürgermeister Grunenberg. Pressesprecher Dix hält das Vorgehen für „kaum vorstellbar“. Die Kritik an den Parkrangern sei inzwischen deutlich zurückgegangen. Zudem würde „seitens der Nutzer grundsätzlich begrüßt, dass die eingesetzten Parkranger die Einhaltung der Regeln auf Spielplätzen überwachen“. Nach Feststellung der Stadt nutzen Kinder und fast alle Erwachsenen offensichtlich nur noch die beiden offiziellen Eingänge, so Dix.

Anzeige wurde kurze Zeit später wieder fallen gelassen

Das sehen einige Anwohner jedoch anders. „Natürlich steigen noch häufig Leute über den Zaun, das würden wir doch am liebsten alle tun“, erzählt eine Anwohnerin. Ihr Mann kennt die Parkranger nur zu gut, er erhielt bereits eine Anzeige für das Überklettern des Zauns. „In den Schreiben hieß es, man könnte mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro rechnen. Da wird einem natürlich erst einmal schlecht.“ Die Anzeige wurde kurze Zeit später wieder fallen gelassen, nachdem sich die Familie in ihrer Stellungnahme auf Unwissenheit berief. Seit dem Vorfall meiden die Mutter und ihr Kind den Spielplatz an der Gebrüder-Hartmann-Straße: „Ich wollte nicht, dass mein Kind diesen rauen Ton weiter mitbekommt“, sagt sie im Hinblick auf die Auseinandersetzungen mit den Parkrangern.

Auch Claudia Kleinert erwartet ein Bußgeldverfahren. „Das ist doch Schikane“, meint sie. Die Mutter fordert einen weiteren Zugang zum Spielplatz. Bezirksbürgermeister Grunenberg hält dies jedoch für unwahrscheinlich: „Es handelt sich bei dem umliegenden Gelände des Spielplatzes um Privatgelände. Die Eigentümer sprachen sich bereits gegen einen Zugang aus.“ Falls das nicht möglich sein sollte, hat Claudia Kleinert eine andere Idee: „Die Stadt könnte auch einfach mal Fünfe gerade sein lassen.“

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