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Baupläne von Hannover 96 in der Kritik

Linden-Süd/Ricklingen Baupläne von Hannover 96 in der Kritik

Rund 400 Stellplätze müssen für das Breitensportzentrum weichen, das Hannover 96 an der Stadionbrücke bauen lässt – und das beunruhigt Anwohner in Linden und Ricklingen.

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Wird Baufläche: der Parkplatz hinter dem Siloah-Krankenhaus.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Linden-Süd/Ricklingen. Der bevorstehende Bau des neuen Breitensportzentrums von Hannover 96 an der Stadionbrücke schlägt in Linden-Süd und Ricklingen hohe Wellen. Anwohner und Nachbarn sorgen sich, weil durch das Projekt rund 400 Parkplätze wegfallen. Und Sportvereine in Linden machen sich Gedanken, wie die neue Sportstätte für die 3300 aktiven Mitglieder von 96 die lokale Sportlandschaft verändert.

Das ist der Plan: Der Traditionsclub Hannover 96 hat jüngst mit dem Bau des Nachwuchsleistungszentrums für seine jungen Fußballkader begonnen. Dafür wird das Eilenriedestadion im Zooviertel umgebaut. „Zur Spielsaison 2016/2017 soll es fertig sein“, sagt 96-Geschäftsführer Frank Feldmann. Nah am Stadion gibt es derzeit ein altes Gelände, wo 96 seine Breitensportangebote untergebracht hat. Der Platz reiche aber nicht, sagt Feldmann. Der Klub baut deshalb sein neues Sportzentrum mit einem Gebäudekomplex für Sport und Verwaltung sowie diversen Spielflächen an der Stammestraße. Voriges Jahr unterzeichneten Stadt und Verein einen Erbpachtvertrag für das städtische Areal. Damit gehen rund 400 Stellflächen für die Öffentlichkeit verloren. Lediglich im Süden der zwischen Stadionbrücke, Stammestraße und Ritter-Brüning-Straße gelegenen Baufläche bleiben nahe der Hochschule Hannover rund 250 Parkplätze erhalten. Der Lindener Verein LSV Alexandria tritt einen Aschenplatz ab und nutzt die 96-Anlage mit. Der Bau soll im nächsten Jahr starten, eröffnet wird im Sommer 2017. Für 96-Mitglieder gibt es Parkplätze auf dem eigenen Gelände.

Das sagen Lindener: Die größte Sorge macht der Wegfall der Stellplätze. „Wir haben jetzt schon ein großes Problem bei Veranstaltungen: Die Autos stehen bis zur Egestorffstraße und parken alle Grünflächen zu“, ärgert sich Marit Kukat vom Stadtteilforum Linden-Süd. Beim Familienfrühstück des Stadtteilforums äußerten sich jüngst mehrere Bürger besorgt über die Parksituation. Auch Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube kritisiert das Konzept. Es sei offensichtlich, dass der Parkraum nicht einfach gestrichen werden könne, ohne rechtzeitig Ersatz zu schaffen. „Ich bin es Leid, dass wir frühzeitig auf Probleme hinweisen, aber die Stadt nicht einmal dann handelt, wenn sie auftreten“, beschwert er sich. Mehrere Bürger aus Linden-Süd fordern Anwohnerparken in ihren Straßen und verstärkte Kontrollen gegen Parksünder. „Das könnte für einen Lerneffekt sorgen“, sagt Kukat.

Alfons de Becker vom Sportverein SC Elite sieht nicht vordergründig ein Parkplatzproblem auf seinen Klub zukommen: „Wir haben eigene Stellflächen.“ Ihn wurmt eher, dass die Vereine in Linden-Süd wenig von den 96-Plänen wissen. „Mit uns wurde nicht geredet“, kritisiert er. De Becker befürchtet, dass das moderne Breitensportzentrum nicht so recht ins Gefüge der kleinteiligen Lindener Vereinslandschaft passe. 96 wird in Hannovers Westen für Hobbysportler attraktiver - dieser Konkurrenz hat der SC Elite, der einen Rasenplatz für sieben Fußballteams hat, wenig entgegenzusetzen.

Das sagen Ricklinger: Durch Fußballspiele im Stadion und Großveranstaltungen wie Konzerte in der Nachbarschaft befürchtet der Bezirksrat Ricklingen einen heftigen Anstieg des Parkdrucks bis weit die Stammestraße hinein. „Dort ist es an normalen Tagen schon voll“, warnt Hans-Jörg Schrader (FDP). Das liege an dem Parkplatzbedarf des Ricklinger Enercity-Standorts und der Hochschule Hannover am Ricklinger Stadtweg. SPD-Fraktionschefin Sophie Bergmann sorgt sich um einen zunehmenden Parksuchverkehr auch in den Anliegerstraßen. Der Wegfall von 400 Stellplätzen werde zu spüren sein, sagt auch ihr CDU-Kollege Christian Weske. „Die wegfallenden Plätze werden ja bisher von externen Besuchern genutzt.“ Und die müssten sich künftig neue Parkmöglichkeiten suchen.

Aus Sicht der Stadt wird das Problem gar nicht so gravierend. Zum Beispiel würden die verbleibenden Parkplätze nahe der Hochschule bisher wenig genutzt, betont Stadtplaner Hans-Heiner Schlesier. Zudem sei der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr möglich. Am Krankenhaus Siloah gibt es rund 250 Stellplätze. Viele Besucher und Mitarbeiter nutzen derzeit aber lieber die kostenfreien Flächen, die bald dem Neubau weichen - die Siloah-Parkplätze sind kostenpflichtig.

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