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Beim Carsharing ist noch Luft nach oben

Thema des Tages Beim Carsharing ist noch Luft nach oben

Eigentlich soll Carsharing Geld und Zeit sparen und die Umwelt schützen. In Hannover und Umgebung wird das Konzept allerdings eher wenig genutzt. Die Region Hannover will bis 2020 in allen 20 Umlandkommunen Carsharing-Angebote einrichten.

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„Wie viel Auto darf’s denn sein?“: Ein Stadtmobil fährt durch Hannover.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Wer ein Auto nur ab und zu für kurze Fahrten benötigt, kann dank Carsharing viel Geld und Zeit sparen - und dabei gleichzeitig die Umwelt entlasten. Verkehrsexperten zufolge ist beim Thema Shared Mobility in Hannover noch viel Luft nach oben. Denn noch immer besitzen rund 80 Prozent der Bewohner in den Umlandkommunen ein eigenes Auto, in der Landeshauptstadt sind es knapp 70 Prozent. Dies wurde bei einer Diskussion zum Thema „Wie viel Auto darf’s denn sein?“ in der Reihe „Region im Dialog“ im Haus der Region deutlich.

Die Landeshauptstadt bewegt sich beim Carsharing im Mittelfeld. Im Städteranking des Bundesverbands Carsharing kommt Hannover mit 0,71 Fahrzeugen pro 1000 Anwohner nur auf Platz 13, im Vergleich zu ähnlich großen Städten zumindest auf Platz drei. Damit sich in Zukunft mehr Menschen Verkehrmittel teilen, fördert die Region Hannover Car-sharing als ergänzendes Angebot neben Bus, Bahn, Taxi, Rad- und Fußverkehr. Mit dem „Masterplan Shared Mobility“ wurden dazu unterschiedliche Maßnahmen wie das Nutzen von Carsharing in kommunalen Verwaltungen und die Förderung von Kooperationen und Bürgerengagement entwickelt, die seit Ende 2014 schrittweise umgesetzt werden sollen.

Doch vor allem im Umland gestaltet sich das schwierig: Von anfänglich zwölf Städten im Jahr 2014 haben heute nur noch sieben ein Carsharing-Angebot. In Langenhagen, Neustadt, Ronnenberg und Wennigsen können Bewohner auf die Fahrzeuge von Stadtmobil und in Seelze auf die von Greenwheels zurückgreifen. „In den anderen Kommunen gab es nicht genug Basisnutzer“, sagt Elke van Zadel, Leiterin Fachbereich Verkehr der Region Hannover. Besonders in kleineren Kommunen scheitert Carsharing also bisher an einer zu geringen Auslastung in der Startphase. „Auch in der Region würde das Angebot häufiger genutzt werden, wenn die Grundlast durch Kommunen und Firmen sichergestellt würde“, ist sich auch Stadtmobil-Geschäftsführer Andreas Krämer sicher.

Auto als Ergänzung zur Bahn

Wäre die Grundlast gewährleistet, ginge Stadtmobil sofort auch in andere Umlandskommunen. Unter anderem wird im kommenden Jahr ein Stadtmobil-Fahrzeug in Garbsen stehen - dank der Handwerkskammer, die den Mindestumsatz übernimmt, falls dieser nicht gedeckt wird. Um das auch andernorts zu ermöglichen, setzt die Region daher darauf, Carsharing-Autos in kommunale und betriebliche Fuhrparks einzubinden. Diese Fahrzeuge sollen dann außerhalb der Dienstzeiten allen zur Verfügung stehen.

Damit möglichst viele Städte dies umstellen, bietet die Region Hannover Kommunen einen kostenfreien Fuhrpark-Check an, der zeigen soll, wie und wie viele Carsharing-Fahrzeuge für Dienstfahrten bereitgestellt werden sollten, um die notwendige Grundauslastung zu sichern, und ob sich das finanziell rentiert. „Doch bisher haben wenige Kommunen das Angebot genutzt“, sagt Elke von Zadel. Dass es sich lohnen würde, da ist sie sich sicher: „Ich denke, es wären Einsparungen von 4000 bis 5000 Euro möglich.“ Das habe auch die Prüfung in Springe gezeigt, wo vier Fahrzeuge durch Carsharing-Autos ersetzt werden könnten. Insgesamt sollen bis 2020 in Hannover 1000 Carsharing-Fahrzeuge und 400 im Umland zur Verfügung stehen.

So soll ermöglicht werden, dass Menschen auch im Umland ohne eigenes Auto leben können, wenn sie es möchten. Dieses Vorhaben wird auch von der GVH unterstützt, betont Geschäftsführer Ulf Mattern: „Das Auto ist unser Partner.“ Er sehe Carsharing nicht als Alternative sondern als Ergänzung zu Bus und Bahn. „Denn wir haben nun mal Lücken, und die müssen gefüllt werden - und zwar möglichst nicht mit dem eigenen Auto, sondern mit Carsharing.“

Um in Hannover mehr Nutzer zu gewinnen, sei es jetzt wichtig, dass die 367 Fahrzeuge in Hannover aus den Hinterhöfen rauskommen, sichtbar werden und so für sich werben, sagt Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing. Er fordert mehr Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge im öffentlichen Raum. „Wir besetzen so keine Stellplätze, sondern machen welche frei, weil es weniger private Fahrzeuge gibt“, sagt er.

Lisa Malecha

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