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Bis zu 100 Wohnungen an der Ohestraße geplant

Calenberger Neustadt Bis zu 100 Wohnungen an der Ohestraße geplant

Am Standort Ohestraße sind bis zu 100 Wohnungen geplant. Im Moment durchsuchen allerdings noch Geologen, Chemiker und Archäologen das Erdreich nach historischen Hinterlassenschaften und Weltkriegsblindgängern. Währenddessen diskutieren die Lokalpolitiker noch über den Bebauungsplan.

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Wer in ein paar Jahren von der Gustav-Bradtke-Allee in Richtung BBS blickt, wird dort keinen Parkplatz, sondern ein schickes Wohnquartier vorfinden.

Quelle: Hähnig und Gemmeke

Calenberger Neustadt. In den Neunzigerjahren sollte an der Benno-Ohnesorg-Brücke eines der größten Hochhäuser Hannovers entstehen, doch die Pläne wurden nie umgesetzt. Jetzt sind auf dem ehemaligen Parkplatz der Berufsbildenden Schule 2 schließlich doch noch die Bagger am Werk. Um Bauarbeiten handelt es sich allerdings noch nicht. Zunächst durchsuchen Geologen, Chemiker und Archäologen das Erdreich nach Altlasten und historisch relevanten Hinterlassenschaften - vielleicht finden sich hier Überreste der alten Stadtmauer oder Weltkriegsblindgänger. Währenddessen diskutieren die Lokalpolitiker noch über den Bebauungsplan. Die vielen Gestaltungsmöglichkeiten für das 6900 Quadratmeter große, städtische Grundstück wecken Begehrlichkeiten.

Der derzeit geltende Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 1993, als ein Versicherungskonzern mit dem Standort Ohestraße liebäugelte. „Ein Bürogebäude bis zu einer Höhe von 20 Geschossen sollte in der Achse der Humboldtstraße einen städtebaulichen Akzent setzen“, schreibt der Fachbereich Planen und Stadtentwicklung. Die Behörde hat einen neuen Bebauungsplan erarbeitet, der in den zuständigen Bezirksräten Mitte und Linden-Limmer kontrovers diskutiert und jeweils erst im zweiten Anlauf abgesegnet wurde - mit nicht unerheblichen Änderungen.

Der Bezirksrat Mitte hat diverse Korrekturen zu Fahrradunterbringung, Dachneigung und Carsharingplätzen angestoßen. Daneben fordern die Abgeordneten, dass ein Drittel der Wohnungen in den beiden „Ankergebäuden“ entweder als Sozial- oder Flüchtlingswohnungen genutzt wird. Dem Bezirksrat Linden-Limmer geht dieser Passus aber zu weit. Die Abgeordneten dort wollen die Flüchtlingsunterbringung im Quartier nicht zwingend vorschreiben.

Die beiden Ankergebäude sind die größten der insgesamt neun Baugrundstücke, die auf dem Gelände entstehen sollen. Hier sollen größere Baufirmen aus der Privatwirtschaft oder auch die GBH zum Zug kommen. Weil unter den Ankergebäuden auch die beiden Tiefgaragen entstehen sollen, ist hier entsprechendes Know-how gefragt. Die übrigen Baugrundstücke sind für private Baugruppen und Wohnungsbaugenossenschaften gedacht.

Grundlage für den neuen Bebauungsplan ist ein Entwurf des Tübinger Büros Hähnig und Gemmeke, der bei einem Architektenwettbewerb im Jahr 2014 den ersten Platz belegte. Er sieht bis zu 100 Wohnungen in zwei L-förmigen Gebäuderiegeln und zwei freistehenden Mehrfamilienhäusern vor. An der Ecke Ohestraße/Gustav-Bradtke-Allee sind sieben Geschosse geplant. Die anderen Gebäude an der Straße sollen fünfgeschossig werden, die dahinter liegenden Bauten nur drei- bis viergeschossig. Alle Gebäude werden in Passivhausbauweise gebaut. Zwei Tiefgaragen sollen ausreichend Parkmöglichkeiten für die Quartiersbewohner bieten.

Seine zentrale Lage macht das Wohnquartier zwar besonders attraktiv, ist aber auch nicht unproblematisch. Über die Benno-Ohnesorg-Brücke fahren täglich 15 000 Autos und 268 Stadtbahnen, 30 dieser Züge sind nachts unterwegs. Wie ein Gutachten aus dem Jahr 2014 ergeben hat, entsteht dadurch zu viel Krach. Der Orientierungswert für den Schalldruckpegel wird tagsüber um 11 Dezibel, nachts um bis zu 14 Dezibel überschritten. Deswegen sind bauliche Lärmschutzmaßnahmen für die Neubauten notwendig.

Ob die Änderungswünsche der Bezirksratsmitglieder angenommen werden, entscheiden nun die weiteren Ausschüsse und die Ratsversammlung. Die Stadt geht davon aus, dass der neue Bebauungsplan im März 2016 rechtskräftig wird. Erst dann können die Baugrundstücke offiziell ausgeschrieben werden. Laut Stadt werden Festpreise für alle Baufelder festgelegt, die Interessenten können sich also nicht überbieten. Den Zuschlag erhalten die Bewerber, die die Verwaltung am besten überzeugen können.

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