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Aus den Stadtteilen Ein Brite macht Bemerode bunter
Hannover Aus den Stadtteilen Ein Brite macht Bemerode bunter
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02:15 18.08.2017
Im Auftrag der Firma Gundlach, hat Dale Grimshaw eine Wand im Johanneskamp 22 verschönert. Quelle: Benjamin Behrens
Bemerode

In fünf Metern Höhe legt Dale Grimshaw im Innenhof eines Gebäudekomplexes am Johanneskamp 22 letzte Hand an seinem Kunstwerk an. Er trägt eine Atemschutzmaske und ist in einen langen Mantel gehüllt. Der Brite und zwei weitere Künstler gestalten im August und September verschiedene Fassaden in Hannover – Street-Art-Summer heißt die Aktion des Unternehmens Gundlach.

„Wir sind infiziert worden von unserem ersten Projekt“, sagt Nadine Otto, Prokuristin bei Gundlach. Es sei nicht geplant gewesen, dass sich die Firma der Street-Art verschreibe. Im vergangenen Herbst hat das Unternehmen von Profi-Sprayern bereits eine Wand an der Celler Straße verschönern lassen. „Das hat uns begeistert“, sagt Otto. Und auch den Anwohnern und Passanten gefiel das Bild. Künstlerin Mansha Friedrich hat jetzt den Kontakt zu den drei aktuellen Straßenmalern hergestellt. „Es sind großartige Künstler, die mit Spraydose arbeiten und verschiedene Techniken mischen“, sagt Friedrich. Der Hannoveraner Kartel stylt eine Wand an der Wülfeler Straße 33, Ramon Martins verschönert ein Gebäude am Engelbosteler Damm 11.

Bei jedem schnelleren Farbauftrag mit der Spraydose wippt der Korb der Arbeitsbühne, sodass Grimshaw die Bewegung ausgleichen muss, eine Belastung für den Körper. Im Korb ist gerade genug Platz für ihn und das Arbeitsmaterial. Acht Tage lang hat der Künstler an dem großflächigen Wandgemälde gearbeitet, im Durchschnitt zwölf Stunden pro Tag. „Ich bin erschöpft“, gibt der 46-Jährige zu. Die Arbeiten des Briten zieren Hauswände in ganz Europa. Ausdrucksstarke Porträts der Einwohner Papua-Neuguineas gehören zu seinem Markenzeichen.

„Ich habe angefangen, im öffentlichen Raum zu arbeiten, als ich zehn Jahre alt war“, sagt Grim-shaw. Zu den Kritzeleien, wie er sagt, kamen später Stillleben, Ölmalereien und Drucke hinzu. „Meine Bilder wurden immer größer“, erzählt er. So wechselte der Künstler zu Wandmalereien.

„Ich benutze Eindrücke von indigenen Menschen und mische sie mit amerikanischen Einflüssen.“ Es sei eine Referenz daran, wie alle Menschen früher gelebt hätten. Auch eine politische Botschaft steckt dahinter. „Die indigenen Völker werden weltweit verfolgt“, betont Grimshaw. Das Wandgemälde in Bemerode einer sich schminkenden Person ist an einen brasilianischen Ureinwohner angelehnt. Die meisten Motive zeigen Einwohner Papua-Neuguineas. Die Insel Papua im Pazifik ist geteilt, ins indonesische Westneuguinea und das unabhängige Papua-Neuguinea und geprägt von der Kolonialgeschichte. Die Menschenrechtslage gilt als kritisch. „Ich will darauf aufmerksam machen“, sagt Grimshaw. Viel ist nicht mehr zu tun, signiert ist das Kunstwerk bereits. Was noch fehlt ist das Gundlach-Logo. Grimshaw hält eine Schablone an die Wand, trägt orange Sprühfarbe auf. Dann zieht er mit einem Stück Pappe und schwarzer Farbe die Konturen nach, so werden sie scharf. „Ich gebe hier meine ganzen Tricks preis“, sagt er und lacht. Dann sprüht er noch einmal viel Orange auf, sodass eine Farbnase herabrinnt. Der Perfektionist überlässt nichts dem Zufall.

Info: Vom 26. August bis 6. September arbeitet der Brasilianer Ramon Martins am Engelbosteler Damm 11. Am Sonntag, 10. September, feiert Gundlach außerdem ein Abschlussfest des Street-Art-Summers. Treffpunkt ist um 14 Uhr in der Schmiedestraße 27. Von dort startet eine Radtour zu drei Wandgemälden mit Erklärung. Außerdem gibt es ein buntes Programm rund um Graffiti. Gundlach bittet um Anmeldung bist 28. August unter E-Mail streetart@gundlach-bau.de.

Das ist Dale Grimshaw

Der aus Lancashire in Nordengland stammen Street-Artist studierte am Blackburn College und an der Middlesex University in London. Seine Arbeiten waren in Einzel- und Gruppenausstellungen in London, Paris, New York, Stockholm und Rom zu sehen. Die britische Presse bezeichnete ihn als einen der talentiertesten und kraftvollsten Street-Art-Künstlern des Landes. Wer einen weiteren Eindruck vom Künstler und seiner Arbeit haben möchte, findet ihn im Internet unter www.dalegrimshaw.com und bei Instagram unter www.instagram.com/dale_grimshaw/.

Von Benjamin Behrens

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