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Aus den Stadtteilen Christophorus-Kirche soll abgerissen werden
Hannover Aus den Stadtteilen Christophorus-Kirche soll abgerissen werden
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19:16 16.09.2015
Weicht dem Wohnungsbau: Die St.-Christophorus-Kirche nahe dem Stöckener Markt. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Traurig flatterte am Mittwoch das Transparent im Wind: „St. Christophorus soll weiter leben!“, steht darauf. Doch das Schicksal des Stöckener Kirchenbaus ist besiegelt. Er wird abgerissen und Wohnungsbauten Platz machen. Die Bauherren von der Genossenschaft Heimatwerk aber versichern: Man wolle „symbolisch bedeutsame Elemente wie das Kirchenkreuz oder die Figur des Christophorus erhalten und in das neue Gebäude integrieren“.

Dass die Wohnungsgenossenschaft einen pietätvollen Umgang mit derartig emotionalen Themen beherrschen, hat sie bei Abriss und Neubebauung auf dem Grundstück der katholischen St. Johanneskirche in Garbsen bewiesen.

Die Zukunft des Nachkriegs-Kirchenbaus war lange umstritten. Ein Förderverein hatte 2014 tagelang gegen die Profanierung der Kirche gekämpft - er wollte das Kirchengebäude im Zweifelsfall unabhängig vom Bistum betreiben, dort Gottesdienste feiern und Betreutes Wohnen anbieten, um das Gebäude zu finanzieren. Die Pläne haben sich aber zerschlagen.

„Wir sind uns sehr bewusst, dass der Besitzerwechsel dieses Grundstücks mit der Absicht, dort Wohnungen zu schaffen, für viele Gemeindemitglieder von St. Christophorus ein tiefgreifender Einschnitt und eine hochemotionale Angelegenheit ist“, sagte am Mittwoch, einen Tag nach der notariellen Beurkundung, Heimatwerk-Vorstand Jürgen Kaiser. Wir verstehen das, und wir werden darauf Rücksicht nehmen.“ So habe das Heimatwerk beim Kauf zugesichert, dass eine Caritas-Wohngruppe für Menschen mit Handicap, die derzeit im Pfarrhaus von St. Christophorus untergebracht ist, zunächst dort bleiben und später in eine Wohnung in dem neu zu errichtenden Gebäude umziehen kann. Außerdem wolle das Heimatwerk der Christophorus-Kirche symbolisch ein Denkmal setzen, indem einzelne Elemente wie Kirchenfenster, Kreuz oder die Figur des Heiligen Christophorus in die neue Architektur integriert werden sollen.

„Die Genossenschaft ist eine katholische Gründung und folgt mit ihrem Wertesystem christlichen Grundsätzen“, betont Pfarrer Bernd Langer, der als Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Maria maßgeblich die Verkaufshandlungen geführt hat. Als Genossenschaft fühle sich das Heimatwerk der Gemeinschaft verpflichtet „und schafft mit ihren Häusern für alle Teile der Gesellschaft lebenswerten und barrierefreien Wohnraum“, sagt Langer. Mit diesem Anliegen fühle sich die Katholische Kirche verbunden.

Thomas Poloczek vom Förderverein der Kirche, der für den Erhalt gekämpft hatte, sprach am Mittwoch davon, dass eine „sieben Jahre andauernde Ungewissheit“ beendet sei: „Wir sind auch ein bisschen froh und erleichtert, dass der Schlussstrich die Chance bietet, mit dem Heimatwerk den katholischen Glauben in Stöcken weiterhin zu leben.“

Das Bistum hatte 2008 entschieden, sich von St. Christophorus zu trennen. Gemeindeglieder können nach dem Abriss in eine der drei anderen katholischen Kirchen der Pfarrgemeinde St. Maria ausweichen, etwa nach Vinnhorst. Unter anderem gab es Überlegungen, das katholische Gotteshaus an die evangelische Kirche zu verkaufen, weil sich dort Gemeinden nicht über den Abriss ihrer Kirchen einigen konnten - St. Christophorus hätte gewissermaßen als Kompromiss dienen sollen, was aber scheiterte.

Das Heimatwerk, Genossenschaft mit rund 3000 Mitgliedern, 1500 Wohnungen und Sitz in der Südstadt, will nun mit der Stadt über die künftige Bebauung des 3500 großen Grundstücks reden.

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