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Der „Engel von Kleefeld“ steht wieder

Südstadt Der „Engel von Kleefeld“ steht wieder

Die Sanierung des Gartenfriedhofs an der Marienstraße schreitet voran – dank der Wenger-Stiftung. Mithilfe eines Flaschenzugs haben die Restauratoren Jan Syring und Wilfried Supper einen besonderen Grabstein aufgerichtet.

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Die Restauratoren Wilfried Supper (l.) und Jan Syring stellen den Grabstein des „Engels von Kleefeld“ wieder auf.

Quelle: Rainer Surrey

Südstadt/Mitte. Ein Flaschenzug ist kürzlich auf dem historischen Gartenfriedhof an der Marienstraße zum Einsatz gekommen. Mit seiner Hilfe haben die Restauratoren Jan Syring und Wilfried Supper einen Grabstein aufgerichtet - wie immer an diesem Ort einen besonderen. „Hier ruht Engel Charlotte Domeier aus Kleefeld“ ist als Inschrift zu lesen. Die Frau ist 1854 im Alter von 42 Jahren gestorben. Warum genau sie als Engel bezeichnet wird, weiß man nicht. Den Grabstein, der von der Restaurierungswerkstatt von Peter Furmanek instand gesetzt wurde, hatte ursprünglich ihre Mutter anfertigen lassen.

Damit schreitet die Sanierung der historischen Gräberstätten an der Gartenkirche in der Südstadt weiter voran. Seit 2013 sind dort bereits 49 Grabsteine wieder aufpoliert worden. Im Verlauf dieses Jahres sollen weitere 25 folgen, wobei sich die Kosten auf rund 100.000 Euro belaufen.

Seit 150 Jahren keine Beerdigungen mehr

„Aus eigener Kraft könnte die Stadt das nicht leisten“, sagt Regina Raukuttis, Bereichsleiterin für Grünflächen im städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün. Der historische Friedhof ist seit 150 Jahren für Beerdigungen geschlossen und gilt mittlerweile als öffentliche Grünfläche. In die Schlagzeilen geraten ist er vor einigen Jahren wegen seines erbarmungswürdigen Zustands und als Treffpunkt der Trinkerszene. Angeprangert hatten dies Anlieger. Seitdem hat die Stadt Rasenflächen, einen Spielplatz, Wege und Einfassungen erneuern lassen.

Dass auch die Grabmale weiter nach und nach zu frischem Glanz kommen, ist der 1997 vom Architekten Fritz H. Wenger sieben Jahre vor seinem Tod gegründeten Stiftung zu verdanken. Ihr Zweck ist es, die Instandsetzung von Kulturdenkmalen in Niedersachsen und insbesondere in der Landeshauptstadt zu unterstützen und dabei eng mit der Denkmalpflege zusammenzuarbeiten. „Der Gartenfriedhof passt genau zu diesem Engagement“, sagt Kunsthistoriker Peter Königfeld, der im Stiftungsvorstand sitzt. Die Einrichtung hat in Hannover unter anderem die Restaurierung des Kirchenraumes und Altars der Bethlemkirche in Linden sowie die der vergoldeten Bleifiguren im Gartentheater Herrenhausen gefördert.

Für die Grabmale wenden Restaurator Furmanek und seine Mitarbeiter ein schonendes Mikrodampfstrahlverfahren an, um schwarze Verkrustungen auf dem Sandstein zu lösen. „Diese fördern Rissbildungen und Abplatzungen“, sagt Furmanek. Insgesamt ist noch viel zu tun: „Es gibt 403 Grabdenkmäler. Davon sind etwa 160 besonders gefährdet“, bilanziert Königfeld.

Bleibt die Frage, ob das Engagement für die Umgebung von allen entsprechend gewürdigt wird. Weil sich in der Vergangenheit Drogen- und Alkoholkonsumenten häufig danebenbenommen hatten, gab es immer wieder Forderungen, dort stärker zu kontrollieren. „Das tun wir auch durch unsere Parkranger“, sagt Raukuttis. Generell stellt sie klar, dass es kein Betretungsverbot für bestimmte Personen geben wird - weil die Anlage eben öffentlich ist. Unter anderem durch die Nähe zu einer Methadonausgabe werde es dabei bleiben, dass sich auch eine entsprechende Szene auf dem Gartenfriedhofsgelände trifft - mal in größeren, mal in kleineren Gruppen. „Insgesamt ist aber das Verhalten besser geworden“, sagt Raukuttis.

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