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„Der Nachbarin Café“ ist tageslichttauglich

Linden „Der Nachbarin Café“ ist tageslichttauglich

Unzählige Cafés gibt es in Linden. Nur auf dem Faust-Gelände gab es kein derartiges Angebot. Nun ist das gastronomische Angebot dort erweitert worden. Bei der Eröffnung des neuen Cafés in der alten Bettfedernfabrik herrschte großer Andrang.

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Linden. Wäre die Limmerstraße eine Autobahn, könnte man am Küchengarten ein braunes Hinweisschild aufstellen. „Viertel der 1000 Cafés“ würde darauf stehen. In keinem anderen Quartier öffnen derzeit so regelmäßig neue, trendige Kaffeeläden ihre Pforten. Umso erstaunlicher, dass es ausgerechnet auf dem Faustgelände bislang kein solches Angebot gab. Mit „Der Nachbarin Café“ soll sich das ändern. Am Sonnabend lud das „Neue Gesicht der Faust“ zur Eröffnungsparty in die einstige Bettfedernfabrik. Der Laden neben der Warenannahme soll Besucher schon vor dem Abendprogramm zur Faust ziehen. Gleichzeitig dient das gemütliche Café als Infopunkt und Kartenvorverkaufsstelle.

Bänke aus Europaletten dürfen natürlich nicht fehlen. Und auch die Sessel aus umgebauten Ölfässern sind typisch Faust. Doch dann gibt es da die zartrosa Glockenblumen, die liebevoll in weiß lackierten Konservendosen drapiert wurden. Und die niedlichen selbst gemachten Etageren, auf denen das (auf Wunsch) vegane Frühstück serviert wird. „Der Nachbarin Café“ ist eine gute Mischung aus dem typisch-kernig-industriellen Kulturzentrums-Chic der Faust und einem modernen, jungen Großstadtcafé. „Wir fanden, der Raum hat so eine Loft-Atmosphäre, die haben wir bei der Gestaltung aufgegriffen“, erzählt Simon Magers. Der langjährige Mitarbeiter des Faust-Gastropartners „S-Projekt“ hat zusammen mit seiner Kollegin Katja Lampmann vieles selber gebaut. Den integrierten Kulturkiosk etwa. Ein Holzregal, in dem es Bücher, CDs und Kunstwerke Lindener Künstler zu kaufen gibt. Oder eben die Etageren. Den Kaffee lassen sie sich von einem befreundeten Berliner Kaffee-Kleinröster liefern. „Der kennt die Bauern aus Papua-Neuguinea persönlich“, erzählt Magers.

Vor einem Jahr hatte die Faust die Idee an die beiden herangetragen, das in Vergessenheit geratene „Café Siesta“ wiederzubeleben. Der große Raum, den nur eine Glastür von der Warenannahme-Bühne trennt, wurde lediglich als Durchgang benutzt. Dabei bietet er mit der vorgelagerten Laderampe die besten Voraussetzungen für ein Café. „Wir wollen wieder einen Ort, an dem man sich auch über den Tag treffen kann“, zeigt sich Faust-Sprecher Jörg Smotlacha mit der Umsetzung zufrieden. Nach der Bewältigung der Insolvenz vor einigen Jahren hatte sich das Kulturzentrum Faust immer stärker zu einem Veranstaltungsort mit Clubcharakter gewandelt. Zeiten, in denen etwa das „Mephisto“ als Restaurant mit Mittagstisch betrieben wurden sind dort lange vorbei. Tagsüber ist auf dem Faust-Gelände außerhalb der Ateliers nicht viel Betrieb. Zwar gibt es nebenan das kargah-Begegnungscafé, das wird allerdings vorwiegend von Besuchern der vielen interkulturellen Gruppen und Vereine genutzt.

Ein volles Haus am Sonnabend zeigte, dass es sich auch mit vielen Leuten in dem Neuzugang zur Faust-Familie gut aushalten lässt. Nach dem Kaffee wechselten einige zur späteren Stunde zu partytauglicheren Getränken. Zur Auswahl stehen dabei auch ein Bio-Bier und selbst gemachter Eistee. In der eigenen Küche gibt es neben dem Frühstück am Wochenende jeden Tag eine kleine Auswahl kalter und warmer Speisen. Darunter sind gefüllte Brotfladen, Quiches oder Kartoffelpuffer. „Wir haben auch eine gute Auswahl veganer Weine“, betont Magers. Auf die unterschiedlichen Ernährungsvorlieben wird also Rücksicht genommen. Dass „Der Nachbarin Café“ am Puls der Zeit ist, zeigte auch das Rahmenprogramm zur Eröffnung. Mit der Fusion-Band „Linden Legends“ spielte eine der umtriebigsten jungen Lindener Formationen auf. Am Abend las Faust-Stammliterat Henning Chadde.

Ab sofort ist das Café täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. In dieser Zeit dient es außerdem als Infopunkt und Vorverkaufsstelle. Bei Veranstaltungen verlängern sich die Öffnungszeiten bis in die Nacht.

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