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Die Pläne stehen - der Zank geht weiter

Stöcken Die Pläne stehen - der Zank geht weiter

Die Architektur gefällt, doch der Name des geplanten Freizeitheimneubaus sorgt weiter für Zank. „Dieses Gebäude heißt Freizeitheim, nicht Stadtteilzentrum!“ CDU-Bezirksrat Wolfgang Neubauer platzte gleich zu Beginn der Bezirksratssondersitzung der Kragen.

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Hitzige Debatte: In der Sondersitzung des Bezirksrats stimmten die Politiker für den Siegerentwurf des Architektenbüros AllesWirdGut.

Hannover. In der vergangenen Woche entschied das Gremium gemeinsam mit der Sanierungskommission im Freizeitheim Stöcken über dessen Neubau. Bei der Abstimmung über die finalen Entwürfe für das Gebäude verwandte Verwaltungssprecherin Sigrid Ortmann wiederholt den „Arbeitstitel“ Stadtteilzentrum. Aus Neubauers Sicht eine „Dickfälligkeit“ der Verwaltung, die er nicht tolerieren will. Seit Monaten kämpft er gegen die Pläne der Stadt, dem geplanten 4,2 Millionen teuren Neubau am Stöckener Markt einen neuen Namen zu geben. Entschieden wird über den wohl erst, wenn das Gebäude 2017 gebaut wird. Wie es dann aussehen wird, das steht nun fest. Einstimmig begrüßten die Politiker den bereits im vergangenen Jahr gekürten Siegerentwurf, obwohl der nicht den geforderten Passivhausstandard einhalten wird.

„Die Form, die Lage und die Ausrichtung nach Norden machen es quasi unmöglich, das Gebäude als vollständiges Passivhaus zu errichten“, erklärte Projektleiter Marcello Thiele, wieso der vom Rat beschlossene ökologische Standard im Falle des Freizeitheims nicht erreicht wird. „Es gibt einfach zu wenig Sonne“, fasst Thiele zusammen. Von den 15 im Architekten-Wettbewerb eingereichten Entwürfen hätte kein brauchbarer Beitrag den Standard eingehalten.

Das Wiener Siegerbüro AllesWirdGut musste daher an zahlreichen Stellen nachbessern. Grundsätzlich bleibt es bei dem bereits vorgestellten massiven Betonbau, der mit seinen drei Türmen eine Reminiszenz an die Industrievergangenheit des Stadtteils ist. Anstelle der ursprünglich geplanten Lehmfassade wird der Neubau nun verklinkert. „Ein ganzes Arsenal an Maßnahmen sichert eine optimale Dämmung“, erklärte der Projektleiter. „Die Lehmfassade war während der Bürgerbeteiligung ein häufig genannter Kritikpunkt. Es ist gut, dass die Ergebnisse der Beteiligung berücksichtigt wurden“, gab sich SPD-Bezirksrat Karlheinz Mönkeberg zufrieden mit den Bemühungen der Architekten, möglichst nah an den Passivstandard heranzukommen. Sanierungskommissionsmitglied Harald Bochmann zeigte sich in einer der wenigen Nachfragen verwundert, dass für das Gebäude keine Klimaanlage vorgesehen ist. „170 Leute an Sonnentagen halte ich in einem Saal ohne aktive Kühlung für unrealistisch“, so Bochmann. Dem entgegnete Thiele, der geplante Betonbau würde für ausreichend Kühlung sorgen. Auf eine Klimaanlage wird auch aus Kostengründen verzichtet.

Während der vorgestellte bauliche Entwurf von den Anwesenden für gut befunden wurde, sorgte die vorgesehene Nutzung für Einwände aus Reihen der CDU-Vertreter. Das neue Freizeitheim soll, anders als das vorhandene, drei Einrichtungen unter einem Dach vereinen. Geplant ist, dass neben der Stadtteilkulturarbeit auch das „Leckerhaus“ (derzeit Lüssenhopstraße) und ein „Stadtteilladen“ (derzeit Ithstraße) einziehen. „Es könnte hier der Eindruck entstehen, dass einem Verein kostenlos Räume zur Verfügung gestellt werden, während andere dafür zahlen müssen“, kritisierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Neubauer die vorgelegte Drucksache.

Heidi Stolzenwald, die gleichzeitig Vorsitzende der Sanierungskommission und des genannten Vereins ist, verwehrte sich gegen die Annahme, dass die Stadt ihren Verein übervorteile. „Das Raumkonzept ist absolut sinnvoll, weil der Verein gemeinnützig ist und der gesamte Stadtteil davon profitiert“, verteidigte Bezirksbürgermeisterin Marion Diener (SPD) das Dreinutzerprogramm. Nach einer weiteren, mitunter lauten Debatte über den künftigen Namen stimmten alle Vertreter für den Neubau.

Das alte Freizeitheim wird 2016 abgerissen. Zuvor gibt es am 5. September ein großes Abschiedsfest. Im Zuge der Arbeiten soll dann auch der Marktplatz umgestaltet werden.

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