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Aus den Stadtteilen Die „Pro-Bier-Kiste“ wird zum „Getränkekult“
Hannover Aus den Stadtteilen Die „Pro-Bier-Kiste“ wird zum „Getränkekult“
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02:15 23.08.2015
400 verschiedene Getränke auf kleinstem Raum: Claudia Tadjen mixt eine Probierkiste. Quelle: Christian Link
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Linden

Biertrinken gilt seit einiger Zeit auch bei Feinschmeckern wieder als salonfähig. Seine kulinarische Aufwertung hat der traditionsreiche Gerstensaft der Craft-Bier-Bewegung zu verdanken, die das Brauen als wahre Handwerkskunst wiederentdeckt hat. Im normalen Getränkehandel sind Bierspezialitäten aber nur schwer zu bekommen. Die meisten Supermärkte und auch Getränkefachmärkte setzen weiterhin auf massentaugliche Industriebiere - der „Getränkekult“ am Lichtenbergkreisel geht einen anderen Weg.

Fast 100 unterschiedliche Biersorten hat Inhaberin Claudia Tadje auf gerade mal 100 Quadratmetern Ladenfläche im Angebot - und dazu noch 300 andere verschiedene Getränke. Große Handelsketten würden bei dieser Ladengröße und ohne Parkplätze schnell den Standort wechseln, die Einzelhändlerin macht das Beste draus. Schließlich finden sich in Linden immer wieder Kunden, die in der Lage sind, eine Kiste Bier auf dem Rad zu transportieren. Zudem darf Tadje auf einen Sympathiebonus hoffen, nachdem ihr ehemaliger Standort an der Dieckbornstraße einem Neubau weichen musste - was im Stadtteil für viele Diskussionen gesorgt hatte.

„Viele Neukunden sind erst mal von der Vielfalt erschlagen und wissen nicht, wo sie anfangen sollen“, sagt Tadje. Deshalb hat der „Getränkekult“ die „Pro-Bier-Kiste“ erfunden. Der Kasten besteht aus 20 handverlesenen Bierflaschen unterschiedlicher Sorten, die Tadje oder ihre drei Aushilfen ganz individuell zusammenstellen. Keine „Pro-Bier-Kiste“ ist wie die andere. Nur der Preis ist identisch und beträgt immer 19,99 Euro - das liegt weit unter dem Einzelverkaufspreis der Flaschen, die in der Regel mit einem Preis von 1,40 Euro ausgezeichnet sind.

Auf den Inhalt des Getränkekastens haben die Kunden keinen Einfluss, womit das Biertrinken ein bisschen zur Lotterie wird. Wie der Praxistest ergeben hat, befinden sich allerdings so gut wie keine Nieten im Angebot, das insbesondere aus dunklen bayrischen Bieren besteht. Aber auch Bock-, Hefeweizen- und helle Biere können in die „Pro-Bier-Kiste“ wandern.

Viele Biersorten würde der Norddeutsche, der laut der Getränkefachhändlerin eher auf helle Biere fixiert ist, wohl normalerweise nicht ausprobieren. „Gerade an die Rauchbiere trauen sich viele zunächst nicht heran - das ist ein sehr spezielles Ding aus Bamberg.“ Auch andere Dunkelbiere sind mit ihren Malz-, Kaffee- oder Laktritzaromen eher experimentierfreudigen Biertrinkern zu empfehlen. Die werden für ihren Wagemut mit ganz ungeahnten Genüssen belohnt.

Die ungewöhnlichen Biersorten, die in die „Pro-Bier-Kiste“ wandern, stammen übrigens ausschließlich aus alten Brauhäusern, die teilweise schon seit Jahrhunderten bestehen. Das moderne Craft-Bier (auch aus der hannoverschen Mashsee-Brauerei) findet man im „Getränkekult“ aber auch, allerdings in einer anderen Abteilung. „Es ist total gut, auch mal auf die alten Brauereien zu blicken - die konnten nämlich schon immer gute Biere brauen“, sagt Tadje.

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