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Die Wasserkunst wird saniert - und rot

Herrenhausen Die Wasserkunst wird saniert - und rot

Nach der Generalüberholung soll das historische Pumpwerk 2017 für Besichtigungen geöffnet werden. Und mehrfarbig angestrichen werden. Die Stadt Hannover zahlt für den aktuellen ersten Sanierungsabschnitt 1,7 Millionen Euro.

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Die Wasserkunst wird saniert.

Quelle: Dröse

Herrenhausen. Ganze acht Jahre ist es her, seit die berühmte Wasserkunst südlich des Großen Gartens aus Sicherheitsgründen stillgelegt worden ist. Die Pumpanlage, die einst die große Fontäne im Barockgarten in die Höhe trieb, weist einige Schäden auf. Sorge gab es auch um die generelle Standfestigkeit des um 1860 errichteten Ziegelbaus, die älteren Teile der Anlage stammen sogar aus der Zeit um 1720. Doch nun geht es endlich voran. Im Juni haben Bauarbeiter mit der Sanierung begonnen. Wenn alles gut läuft, geht die Wasserkunst im Frühjahr 2017 wieder in Betrieb - und ist an Wochenenden dann zu besichtigen.

„Es hat leider lange gedauert, bis wir Geld für die Sanierung sichern konnten“, sagt Ronald Clark, Direktor der Herrenhäuser Gärten. Die Stadt Hannover zahlt für den aktuellen ersten Sanierungsabschnitt 1,7 Millionen Euro. Clark geht bisher davon aus, dass die Arbeiten inklusive des zweiten Bauabschnitts, über den der Rat noch entscheidet, gut 3,5 Millionen Euro kosten werden. „Toi, toi, toi, die Wehranlage hat sich bisher als noch ganz gut erhalten erwiesen.“ Ein Zuschuss von einer anderen Einrichtung ist beantragt.

Aktuell haben Handwerker die hölzernen Schaufeln und die Schutzwände der zwei riesigen, 150 Jahre alten Wasserräder im Inneren des Gebäudes abmontiert. Die Holzteile werden repariert oder, wenn es nicht mehr anders geht, ersetzt. Gleiches geschieht mit den massiven Eichenbalken der beiden mächtigen Räder, die jeweils einen Durchmesser von 8,47 Meter aufweisen. Auch die Radreifen aus Metall werden überarbeitet. In direkt daneben liegenden Kammern befinden sich die vier Druckpumpen von 1863, die von Mitarbeitern der Herrenhäuser Gärten mit Akribie gepflegt werden. Sie sind weiter voll funktionsfähig. „Sobald die Räder laufen, gehen die Pumpen“, berichtet Clark. Die Egestorffsche Maschinenanlage trieb die Fontäne auf fast 64 Meter Höhe, bis sie 1956 durch einen elektrische Antrieb ersetzt wurde. Bis zur Sperrung der Wasserkunst pumpte sie aber weiterhin Leinewasser in die Graft, aus der die Gärtner den Barockgarten bewässern.

Am alten Wehr hinter dem Gebäude wird deutlich, wie umfangreich die anstehenden Arbeiten ausfallen. Ein Großteil des Hauses selbst gründet auf Eichenpfählen im Wasser, ebenso das alte Wehr und seine Pumpenräume von 1720. „Wir konnten die Schotte nicht mehr öffnen, denn das Holz war verfault und wäre gebrochen“, erläutert Clark. Jetzt sind Zu- und Abfluss zur Leine für die Sanierung weitgehend abgesperrt. Die Gründung des Wehrs muss stabilisiert werden. „Wir werden dafür einige Betonpfähle setzen müssen.“ Die Denkmalpfleger werden aber ein Auge darauf haben, dass möglichst viel der Originalhölzer und Ziegel erhalten bleiben. Außen wird das Gebäude von seinem weißen Anstrich und den Graffiti befreit, damit der Originalzustand mit roter und gelber Ziegelfassade sowie Naturstein hervortritt.

Wenn das Technikdenkmal wieder instandgesetzt ist, sollen Besucher die Wasserräder und Pumpen im Betrieb sehen. In einem Nebenraum, der alten Schmiede, in dem jetzt noch eine Druckpresse des Künstlers Asmus Petersen steht, wird eine kleine Ausstellung Funktionsweise und Geschichte der Wasserkunst erläutern. Petersen behält sein Atelier im Obergeschoss. Gartendirektor Clark hofft auf Freiwillige, damit die Wasserkunst an Wochenenden von April bis Oktober geöffnet werden kann.

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