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Aus den Stadtteilen Die große Erleuchtung im Großen Garten
Hannover Aus den Stadtteilen Die große Erleuchtung im Großen Garten
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00:17 10.10.2015
Die Illumination ist seit Jahrzehnten ein Höhepunkt im Programm der Gärten.  Quelle: Moers
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Herrenhausen

Die Illumination des Großen Gartens gehört seit Jahrzehnten zu den Höhepunkten der Sommersaison in den Herrenhäuser Gärten. Wenn im sanften Schein des späten Abendrots Händels „Wassermusik“ aus den Lautsprechern tönt, verwandelt sich der Barockgarten in den wohl romantischsten Ort der Landeshauptstadt. Hunderte Lichter tauchen, dezent gesetzt, die Wasserspiele, antiken Statuen, Beete und Wege in farbiges Licht. An einigen Abenden kommen dazu unzählige Laternen, mit denen die Besucher wie Glühwürmchen durch den magischen Garten wandeln. Seit drei Jahren zählen die Lampionumzüge zu den beliebtesten Abendveranstaltungen in Herrenhausen.

Bei der Illumination hat wohl manch hannöversche Liebesgeschichte begonnen. Kein Wunder, scheint doch ein Kuss unter der gelb-orange leuchtenden Glockenfontäne, das prächtige, weiße Schloss im Blick, wie eine Szene aus einem Liebesfilm. Kaum ein Pärchen kann sich dieser Magie entziehen, vielleicht gerade weil der Moment so schön kitschig ist, und so hannöversch. „Die Illumination gab es schon, als ich noch klein war“, freut sich Nicola Henze. Heute ist die Kirchröderin mit ihren drei Kindern gekommen. „Gelegentlich gehen wir aber auch zu zweit“, sagt sie und schaut zu ihrem Mann. Neben den Pärchen gehören Familien zu den häufigsten Besuchern der Beleuchtungsabende. Berenike, Clarissa und Constantin Henze zeigen stolz ihre Laternen, die sie im Kindergarten gebastelt haben. Constantin und Clarissa haben die Sonne und Planeten darauf gemalt. Berenikes Laterne hat die Form eines Igels. Nachdem ihre Eltern die Wachskerzen angezündet haben, beginnt die Familie ihre Reise durch den Garten; vorbei an den Amateur-Fotografen, die sich mit schwerer Ausrüstung auf den Bänken und vor den Fontänen aufgebaut haben; vorbei an den Picknickern, die gerade ihre Tupperdosen und die Weinflasche aus dem Rucksack kramen.

„Die Illumination ist ein Klassiker, an den manch einer romantische Erinnerungen knüpft“, lächelt Anja Kestennus. Die Herrenhäuser-Gärten-Mitarbeiterin sorgt dafür, dass alle Lichter und Fontänen pünktlich einsetzen. Wenn der Lampionumzug auf eine Attraktion zusteuert, gibt sie durch ein Funkgerät das Startsignal an die Steuerzentrale weiter. Dort hat ein Kollege stets die große Fontäne im Blick. Bei Wind senkt er sie, damit nicht zu viel Wasser aus dem Becken auf die Besucher weht. „Noch einmal volle Höhe“, ordert Kestennus, zur Freude der umstehenden Beobachter. Die bestaunen die Fontäne mit großen Augen, als wäre sie noch immer, wie zu ihrer Errichtung 1719, ein kleines Wunderwerk. Bis zu 800 Besucher verzeichnen die Gärten alleine zum Lampionumzug. Im Laufe des Abends werden es noch unzählige mehr sein. Dennoch bleibt die abendliche Atmosphäre stets ruhig, irgendwie besinnlich. „Die Illumination ist eben kein Spektakel. Gerade das macht es aus“, findet Kestennus.

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