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St. Benno schafft den Beichtstuhl ab

Linden St. Benno schafft den Beichtstuhl ab

Der Beichtstuhl ist ein selbstverständlicher Teil der Ausstattung katholischer Kirchen. Doch St. Benno hat jetzt keinen mehr: Als eines der ersten Gotteshäuser Hannovers verzichtet die Kirche nun auf das sakrale Möbelstück.

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Ohne Stuhl: Auch weiterhin wird Pfarrer Daniel Konnemann die Beichte in St. Benno abnehmen - allerdings nicht mehr anonym.

Quelle: Benjamin Behrens

Hannover. Der Grund: Schimmel und Feuchtigkeit aus der angrenzenden Wand hatten den Beichtstuhl unbrauchbar gemacht. Zwar können gläubige Katholiken in der St.-Benno-Kirche, die zur Gemeinde St. Godehard gehört, weiterhin beichten - aber nicht mehr anonym.

„Feucht war sie schon immer die letzten Jahre“, sagt Pfarrer Daniel Konnemann. Generell hat die Kirche in der Offensteinstraße mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie viele alte Gebäude, und Feuchtigkeit ist da keine Ausnahme. Die Wand im Seitenschiff, wo der Beichtstuhl stand, hat jedoch ein zusätzliches Problem. „Wahrscheinlich ist die Feuchtigkeit daher gekommen, dass man draußen die Kupferrohre geklaut hat“, vermutet Küster Klaus-Dieter Trümper. Zwar sei das Fallrohr schnell ersetzt worden, sagt er. Dennoch lief eine gewisse Zeit lang Regenwasser am brüchigen Mauerwerk der Außenwand hinunter. Auch von unten her drang Feuchtigkeit in die Wand ein. Die fehlende Luftzirkulation hinter dem eng an der Wand stehenden Beichtstuhl begünstigte zusätzlich die Schäden an dem schrankartigen Holzmöbelstück.

„Er war nicht mehr zu retten, er musste weg“, bedauert Trümper. Die Beichte selbst war durch die schlechte Luft im Inneren sehr unangenehm geworden. Früher wurden deutlich längere Beichtzeiten gehalten, wie Pastor Konnemann zugibt. „Meist saß ich da und habe gewartet, dass jemand kommt. Manchmal kam jemand, manchmal keiner“, sagt Konnemann. „Aber man riecht die Feuchtigkeit schon nach einer Viertelstunde.“ Die Abschaffung des Beichtstuhls bedeute aber nicht, dass auch das Sakrament der Beichte abgeschafft werde. „Wir haben einfach den Stuhl als Konstruktion in dieser Kirche nicht mehr“, sagt der 39-Jährige. „Die Beichte ist eines unserer sieben Sakramente. Anonymität ist häufig hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.“

Es gebe verschiedene Möglichkeiten, das Sakrament zu spenden und zu empfangen, betont Konnemann. In den Anfängen der Kirche im ersten und zweiten Jahrhundert hätten sich die Gläubigen sogar gemeinsam öffentlich im Gottesdienst zu ihren Sünden bekannt. Erst im Mittelalter habe sich die Anonymität entwickelt. Drei weitere Kirchen im Gemeindeverbund böten den Gläubigen noch die Möglichkeit für ein anonymes Gespräch. Doch auch in der St.-Godehard-Kirche gibt es den klassischen Beichtstuhl aus Holz nicht. „Da haben wir eine Seitenkapelle, versehen mit einer Milchglastür und einer Holzwand, hinter der der Priester sitzt“, sagt Konnemann.

Der Beichtstuhl in St. Benno indessen fehlt jetzt noch auf eine andere Art: Das mit Heizdecken und Teppichen ausgestattete Seitenschiff der Kirche, in dem er stand, ist als Spielecke für Kinder während der Messe gedacht, zudem gibt es in dem Bereich einmal im Monat Nachtgebete. Zwar ist jetzt etwas mehr Platz, allerdings war der Beichtstuhl auch ein Schallschlucker. „Wir haben eine schwierige Akustik hier“, sagt Konnemann. Jetzt wird überlegt, wie die Wände etwas gedämmt werden können.

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