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Alpenverein baut neue Kletterhalle in Döhren

Im Mai 2016 fertig Alpenverein baut neue Kletterhalle in Döhren

Kletterfans in Hannover können im nächsten Jahr auf eine neue Trainingsmöglichkeit hoffen. Die Bauarbeiten für das Sektionszentrum des Deutschen Alpenvereins Hannover sollen Ende diesen Jahres starten. Für Mai 2016 ist die Fertigstellung des rund 1,5 Millionen teuren Gebäudes an der Peiner Straße geplant.

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Am Üstra-Depot an der Peiner Straße soll die neue Kletterhalle entstehen.

Quelle: Michael Zgoll

Döhren. „Es war der Wunsch aus der Mitgliedschaft da, das Thema jetzt wirklich anzugehen“, sagt Manfred Bütefisch, Vorsitzender des DAV Hannover.

Auf einer Präsidiumssitzung Anfang Juli genehmigte der Bundesverband nicht nur die beantragten Summen für Darlehen und Beihilfe in Höhe von 390.000 Euro, sondern darüber hinaus auch ein zinsloses Darlehen, allerdings nur die Hälfte der ursprünglich beantragten 195.000 Euro.

Außenkletteranlage musste dem Rotstift weichen

Der Dachverband hatte von den Hannoveranern für die Finanzhilfe Nachbesserungen im Konzept verlangt. 1,3 Millionen Euro sollte der Bau des Sektionszentrums mit angeschlossener Kletterhalle ursprünglich kosten. Die Bundesgeschäftsstelle empfahl die Aufstockung auf rund 1,5 Millionen. Der vorläufige Finanzplan sieht neben der Förderung durch den Dachverband Bankkredite von maximal 550 000 Euro, Mitgliederkredite von rund 400.000 Euro, Spenden von 10.000 Euro und ein Eigenkapital von 200.000 Euro vor. „Da sind wir noch in Bewegung“, berichtet der Vorsitzende. Aber das Budget sei in jedem Fall gedeckt.

Außer den finanziellen Änderungen musste die angedachte Außenkletteranlage dem Rotstift weichen. Das Darlehen des Bundesverbandes sei zwar eine gute Starthilfe, aber ohne weitere Mittel werde vorerst nur Indoor geklettert, heißt es vom DAV Hannover.

Die Sektion der Landeshauptstadt müsse bei der Finanzierung andere Wege gehen als die Betreiber der mehr als 200 weiteren DAV-Kletteranlagen in Deutschland. Alle anderen Anlagen hatten großzügige Unterstützung seitens der Kommunen, der Kreise oder Regionen erhalten, teilweise seien mehr als die Hälfte der Baukosten aus öffentlicher Hand finanziert worden, sagt der DAV Hannover. Auch daher sei man auf die Hilfe der Mitglieder und der Öffentlichkeit angewiesen, die reichlich vorhanden sei. „Wir sind sehr zufrieden.“

1000 Quadratmeter Kletterfläche

Das 2244 Quadratmeter große Baugrundstück auf einer Brachfläche des Üstra-Depots an der Peiner Straße sollte eine 14 Meter hohe und zwischen 20 und 30 Meter breite zweigeschossige Halle mit rund 1000 Quadratmetern Kletterfläche, eine kleine Boulderanlage sowie Gruppen- und Sanitärräume beherbergen. Zudem werden die Geschäftsräume des DAV Sektionszentrums vor Ort untergebracht. Eine Erweiterungsfläche von 775 Quadratmetern ist geplant, aktuell würden die Details erarbeitet. Ein Antrag auf Baugenehmigung sei bei der Stadt gestellt, zudem beginne in Kürze die Ausschreibung. Auf einer Mitgliederversammlung im Herbst wird das Projekt dann zur Freigabe vorgestellt. Der Baubeginn ist für Ende dieses Jahres oder Anfang 2016 geplant, für Mai 2016 ist der Abschluss vorgesehen.

Aktuell sucht die Sektion Hannover außer der Finanzhilfe auch nach Mitarbeitern für ihr Projektteam, insbesondere für den Betrieb der Halle. Zudem wird man sich in der fertigen Halle zum Kletterbetreuer ausbilden lassen. Auch Anfänger sind willkommen: „Der DAV bietet auch Ausbildung an, das ist das Besondere“, sagt Bütefisch. Die Erfahrung von anderen Standorten zeige, dass der Zuspruch groß sei.

Der lange Weg zur Kletterhalle

Seit fast 15 Jahren unternimmt die Alpenvereinssektion immer wieder Anläufe zum Bau einer Kletterhalle, die dann abgebrochen werden. Zweifel am Bedarf, die Suche nach passenden Gebäuden oder Unstimmigkeiten bei der Finanzierung sind nur einige der Gründe, die dafür sorgen, dass das Thema immer wieder zu den Akten gelegt wird.

Erst im Juni 2010 wird es ernsthaft wieder in Angriff genommen, „da es für die hartnäckigen Zweifler ersichtlich ist, dass Klettern an künstlichen Kletteranlagen nicht nur ein vorübergehender Trend ist“, wie der DAV Hannover mitteilt. Es beginnen Sondierungsgespräche mit Sportvereinen, um eine geeignete Freifläche oder entsprechende Gebäude zu finden. Noch ist sich der Vorstand uneins, ob es ein nur im Sommer nutzbarer Kletterturm oder eine Halle für den Ganzjahresbetrieb werden soll.

Im Juni 2011 wird erstmals über die Erhebung einer Umlage zur Beschaffung des nötigen Eigenkapitals nachgedacht, eine Mitgliederversammlung Mitte 2011 signalisiert grundsätzlich Bereitschaft und beauftragt den Vorstand, weiter zu planen.

Im Sommer 2011 erstellt der Vorstand eine Liste mit 20 geeigneten Grundstücken und nimmt Kontakt zum Stadtplanungsamt auf.

Im März 2012 ist es so weit: nachdem der Vorstand seine weitere Planung und Ergebnisse zur Kletterhalle vorgelegt hat, beschließt die Mitgliederversammlung eine Sonderumlage.

Ab Januar 2013 steht ein Startkapital von rund 170.000 Euro für den Bau eines Kletterzentrums zur Verfügung, in das auch das Sektionszentrum integriert werden soll.

Im April 2013 wird bei der Mitgliederversammlung bekannt gegeben, dass als Bauplatz ein Grundstück der Üstra an der Peiner Straße zur Verfügung stehen wird.

Im November 2013 gibt die Mitgliederversammlung grünes Licht für Gebäude, Pachtvertrag, Finanzierung und den Geschäftsplan. Ein Generalplaner soll beauftragt werden, um die finalen Pläne und eine Kostenkalkulation zu erstellen.

Im Frühjahr 2014 werden im Arbeitskreis Kletterhalle zusammen mit Planungsbüros die vorläufigen Pläne erstellt. Der Dachverband entscheidet sich jedoch im März 2014 gegen die beantragte Sonderförderung und fordert belastbarere Zahlen als die bisher genutzten Schätzkosten. Im Gegenzug, bietet die DAV-Zentrale Hilfe bei den Planungen an.

Von Benjamin Behrens

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DAV-Projekt in Döhren
An der Peiner Straße hat der Bau der Kletterhalle begonnen.

Damit hatte die Sektion Hannover des Deutschen Alpenvereins nicht gerechnet: Nicht eingeplante Erschließungskosten sowie Steuern und Gebühren machen das Bauprojekt teurer als erwartet. Nun sollen die Mitglieder für die Mehrkosten aufkommen.

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