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Aus den Stadtteilen Drei neue Standorte für Flüchtlingsheime
Hannover Aus den Stadtteilen Drei neue Standorte für Flüchtlingsheime
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00:15 03.03.2015
Drei Grundstücke sind als Standorte für Unterkünfte im Gespräch: Einer davon ist der Parkplatz an der Karlruher Straße in Mittelfeld. Quelle: Michael Wallmüller
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Südliche Stadtteile

Hannover muss bis September etwa 2600 Flüchtlinge zusätzlich zu den 2300 unterbringen, die bereits in verschiedenen Unterkünften leben. Weil die Kapazitäten in den bestehenden Wohnheimen und Wohnungen erschöpft sind, setzt die Stadt nun auf Wohncontainer.

Insgesamt sollen im Stadtgebiet elf neue Containersiedlungen entstehen. Offiziell ist in den Bezirksräten noch nicht über die möglichen neuen Standorte diskutiert worden. Allerdings hatte die Stadt Bezirksbürgermeistern und Fraktionsvorsitzenden kürzlich mögliche Grundstücke ausführlich vorgestellt. Nach einzelnen Einwänden sind in den südlichen Stadtbezirken nun drei Standorte in der engeren Wahl.

  • Döhren-Wülfel: Fraktionsübergreifend sieht man die in Mittelfeld und Seelhorst geplanten Standorte mit großer Skepsis. „Ein Friedhofsparkplatz geht gar nicht“, sagte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Claudia Meier (Grüne). Obwohl die Anbindung an Busse und Bahnen gut sei, sei es etwas makaber, ein Wohnheim an einem Friedhof zu platzieren - selbst wenn es nur auf dem angrenzenden Parkplatz sei. Sie gibt grundsätzlich zu bedenken, dass Mittelfeld als sozialer Brennpunkt Döhren-Wülfels nicht unbedingt geeignet sei, Flüchtlinge aufzunehmen. „Dabei geht es nicht darum zu sagen, wir wollen keine Flüchtlinge in unserem Stadtbezirk“, so Meier. Sie betont, dass es für Anwohner und Flüchtlinge einfacher wäre, wenn die Asylsuchenden gut aufgenommen und integriert werden könnten. „Alle anderen Stadtteile in unserem Bezirk können das besser tragen, deshalb wäre uns ein anderer Standort lieber“, sagte Meier. Die Suche nach Alternativen laufe daher bereits. Noch konnten allerdings keine konkreten Standorte benannt werden.
  • Misburg-Anderten: Zusätzlich zur Containerunterkunft an der Höverschen Straße, die nach Angaben von Stadtsprecher Alexis Demos Ende März in Betrieb gehen und zunächst 20, später etwa 90 Personen beherbergen soll, ist in Anderten eine weitere Flüchtlingsunterkunft am Scheibenstandsweg auf der freien Fläche zwischen Rewe-Markt und Südschnellweg in Planung. Bezirksbürgermeister Klaus Dickneite (SPD) hält den Standort für durchaus geeignet. „Verkehrsmäßig ist er gut erreichbar“, sagte er, auch Einkaufsmöglichkeiten seien vorhanden. Damit seien die Kriterien der Stadt für einen guten Standort erfüllt.

Auch die Süßeroder Straße hatte auf der Liste der möglichen Containerstandorte gestanden. Während sich Bezirksbürgermeister Dickneite zurückhaltend gab, bestätigte seine Stellvertreterin, dass man sich im Bezirk gegen eine dortige Bebauung ausgesprochen hatte. „Es ist kein geeigneter Standort, deshalb haben wir auf die kritischen Hintergründe hingewiesen“, sagte Uta Engelhardt (Grüne), stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. Schon vor zwei Jahren waren der Bau einer Kindertagesstätte und von 20 Einfamilienhäusern gescheitert, weil Anwohner Bedenken wegen der Bodenbeschaffenheit geäußert hatten.

Engelhardt betonte aber, dass es nicht darum gehe, Standorte für Container grundsätzlich aus dem Stadtbezirk herauszuhalten. „Wir wollen uns nicht gegen weitere Unterkünfte sperren. Die Containerstandorte müssen einfach sinnvoll sein.“ Als Alternative ist nun ein Flüchtlingsheim weiter nördlich, an der Misburger Kampstraße, östlich des Baugebiets Steinbruchfeld, im Gespräch. Dickneite beurteilt den Standort positiv. „Einkaufsmöglichkeiten sind relativ gut zu erreichen.“ Aufgrund der Nähe zu Wohnhäusern ließe sich das Heim in eine Nachbarschaft integrieren.

  • Kirchrode-Bemerode-Wülferode: Ebenfalls nicht infrage kommt ein weiterer Standort in der Zweibrückener Straße in Kirchrode, der zunächst auf der Liste möglicher zusätzlicher Unterkünfte gestanden hatte. Er war später nicht mehr aufgetaucht. Bezirksbürgermeister Bernd Rödel (SPD) gab auf Nachfrage an, dass der Standort nicht nach Einwänden aus dem Bezirk verworfen wurde, sondern dass ein zusätzliches Flüchtlingsheim kein Thema im Gespräch mit der Stadt gewesen sei.

Die Entscheidung über die Grundstücke liegt beim Verwaltungsausschuss des Rats. Die Container sollen in den nächsten Monaten aufgestellt werden. Wann genau das passiert, ist allerdings auch von Ausschreibemodalitäten und Lieferfristen abhängig.

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