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Aus den Stadtteilen Streit um „Sauerei“ beim Schützenfest
Hannover Aus den Stadtteilen Streit um „Sauerei“ beim Schützenfest
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00:17 28.09.2015
Nach dem Kleefelder Schützenfest ist der Festplatz nicht in bestem Zustand. Quelle: Christian Link
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Hannover

Das Gremium, das für den Schutz des Stadtwalds zuständig ist, hatte mehrere Beschwerden anlässlich der viertägigen Feier erhalten. Demnach wurden der Festplatz hinter dem Eisstadion am Pferdeturm ebenso wie der umliegende Wald offenbar nicht eben pfleglich behandelt. Besonders umstritten ist die Entsorgung der Abwässer aus den Toilettenwagen.

Nach Hinweisen von Bürgern hatte sich der Beiratsvorsitzende Hans-Peter Fuchs das Festgelände angeschaut und dort einiges zu bemängeln: Furchen im Boden, abgebrochene Zweige, das Pinkeln im Wald und besonders die Abwasserentsorgung. „Aus dem Toilettenwagen wurde offenbar Urin mittels eines Feuerwehrschlauchs in eine Latrinen-Kuhle abgelassen“, sagt Fuchs und fügt hinzu: „Das stank gen Himmel!“

Seine Frau Annelie hatte den Vorgang beobachtet. Etwa 15 Meter neben dem Spielplatz wurde das Abwasser in eine zwei mal zwei Meter große Kuhle eingelassen. „Die Oberfläche hat vor Urin richtig geglänzt, es war so eklig“, sagt sie. Nach dem Vorfall sorgt sie sich um die beiden kleinen Buchen, neben der die Latrinengrube gegraben wurde. „Die Bäume gehen sicherlich in den nächsten Jahren wegen des ganzen Nitrats ein.“

Die Jagdsportgesellschaft Kleefeld weist die Anschuldigungen entschieden zurück. „Die Vorwürfe sind alle widerlegt worden, der Festplatz sieht jetzt besser als vorher aus“, sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Preiss. Die Stadt habe das Gelände abgenommen und nichts zu beanstanden gehabt.

Preiss bestätigt zwar, dass Abwasser aus dem Toilettenwagen in der Eilenriede entsorgt wurde. „Aber es gab eine Vorklärung, da waren kein Urin und keine Fäkalien dabei“, sagt der Vereinsvorsitzende. Auch das Wasser, das aus den Schaustellerwagen auf das Gelände lief, sei nicht schädlich gewesen. „Das war ganz normales Waschwasser“, sagt er.

Preiss wehrt sich auch gegen den Vorwurf, dass es für die Veranstaltung zu wenig WC-Anlagen gegeben habe und deswegen viele Männer in den Wald zum Pinkeln gingen. Beim Auftritt von Schlägersänger Heino am Freitagabend befanden sich mehr als 1000 Besucher im Festzelt. „Es gab zwei und nicht nur einen Toilettenwagen“, stellt Preiss klar.

Egal ob berechtigt oder nicht: Die Vorwürfe werden Folgen haben. Heino Kamieth, Fachbereichsleiter für Umwelt und Stadtgrün bei der Stadtverwaltung, kündigte im Eilenriedebeirat noch schärfere Kontrollen für das nächste Schützenfest in fünf Jahren an. „Da haben wir dann auch ein strenges Auge drauf, damit so eine Sauerei nicht noch mal passiert“, sagte er während der Sitzung.

Schützenchef Preiss lässt sich deswegen keine grauen Haare wachsen. „Wir veranstalten das Fest seit 30 Jahren auf dem laut Ortssatzung ausgewiesenem Festplatz in Kleefeld“, sagt er. Kontrollen gebe es jetzt schon. Er verspricht aber: „Beim nächsten Fest werden wir auf diese Sachen noch genauer achten.“

von Christian Link

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