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Ein Experiment auf und neben der Bühne

Vahrenwald Ein Experiment auf und neben der Bühne

Drei IGS planen für die Zukunft eine gemeinsame Oberstufe. Um die Schüler schon mal miteinander bekannt zu machen, veranstalten sie schon mal eine schulübergreifende Theaterprojektwoche mit einem Stück über Helden und solche, die es werden sollen.

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So sehen Helden aus: Auf der Bühne werden Außenseiter zu Supermännern.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Vahrenwald. Zusammengekauert hocken sie hinter einem Netz - die Zicke, der Penner, die Schizophrene und viele weitere Randfiguren der Gesellschaft. Sie alle sind zu Versuchsobjekten geworden. Denn Frau Professor Doktor Temming will „aus Schwachköpfen Superhelden machen“. So definiert sie das Ziel ihres Experiments, das am Ende ziemlich schiefgeht.

Das ist das Thema des Theaterprojekts „Helden“ der IGS Büssingweg, der IGS List und der IGS Vahrenheide-Sahlkamp, für das rund 140 Neuntklässler der drei Schulen eine Woche lang zusammen geprobt haben. Ab dem Schuljahr 2016/17 wollen die Schulen eine gemeinsame Oberstufe anbieten. Die jetzigen Neuntklässler wären der erste Jahrgang dieser kommenden Oberstufe. Durch das Theaterprojekt sollten die Jugendlichen jetzt die Möglichkeit bekommen, sich vorher schon kennenzulernen.

„Die Schüler waren von Anfang an sehr interessiert“, sagt Hendrik Becker vom Theater Löwenherz, der das Projekt geleitet hat. Er teilte die Schüler dafür in sieben Gruppen ein. Zu Themen wie „Antihelden“ oder „Kindheitshelden“ konzipierten die Jugendlichen dann passende Theaterszenen. Eine achte Gruppe erdachte eine Rahmenhandlung, die das Mosaik ganz unterschiedlicher Szenen am Ende zusammenführen sollte. Tatsächlich erscheint „Helden“ auf der Bühne denn auch wie ein Gesamtkonzept und nicht wie wahllos aneinandergereihte Szenen.

Laut den Schülern ist auch die Idee, die hinter dem Theaterstück steht, aufgegangen. „Ich freue mich auf die gemeinsame Oberstufe. Man hat hier zum Teil Freunde gefunden“, sagt Lea Wöhlert (15) von der IGS Büssingweg. Die Angst vor den anderen, fremden Schülern sei ihr genommen worden - alle seien nett. Es ist allerdings noch nicht sicher, ob Lea und die anderen Schüler tatsächlich eine gemeinsame Oberstufe am Standort der IGS Büssingweg besuchen werden. Vorerst wurde der Antrag darauf von der Landesschulbehörde abgelehnt. „Das ist keine abschließende Ablehnung. Es gibt Zweifel und Nachfragen, denen wir uns in einem neuen Antrag stellen werden“, sagt Petra Hoppe, Mitglied der Planungsgruppe der gemeinsamen Oberstufe und Jahrgangsleiterin des neunten Jahrgangs der IGS List.

Die Stadt Hannover als Schulträgerin befürwortet die gemeinsame Oberstufe. „In der vergangenen Woche hatten wir ein Gespräch mit allen Beteiligten. Uns wurde signalisiert, dass die Chancen gut stehen“, sagt Hoppe. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob es eine gemeinsame, vierzügige Oberstufe geben wird, fällt nun im Herbst. Das Gebäude, in dem die neuen Schüler unterrichtet werden sollen, muss vorher noch saniert werden.

Die Schüler sind derzeit noch etwas verunsichert. „Es ist schwierig, sich in den wichtigsten Jahren an neue Lehrer zu gewöhnen“, sagt Sebastian Mittag (15) von der IGS Vahrenheide-Sahlkamp. Da sei es zumindest ein kleiner Vorteil, wenn man die Mitschüler schon kennt. Im Laufe der gemeinsamen Theaterwoche sind die Jugendlichen zu einem Team zusammengewachsen. Auf der Bühne war jedenfalls nicht zu erkennen, wer zu welcher Schule gehört.

Sarah Franke

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