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Ein neues Bein für Herdenschutzhund Pluto

Misburg Ein neues Bein für Herdenschutzhund Pluto

Tierfreundin Manon Siebe und Orthopädietechnikermeister Benjamin Böer haben dafür gesorgt, dass der dreibeinige Herdenschutzhund Pluto, der in Rumänien ausgesetzt wurde, eine Zukunft hat. Der zehn Monate alte Hund lernt jetzt mit einer Carbonprothese wieder laufen.

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Manon Siebe freut sich, dass Hund Pluto endlich seine Prothese hat.

Quelle: Scheiwe

Hannover. Unbeholfen tapst der Hund durch das kleine Behandlungszimmer in Misburg. Die an dem Stumpf seines Vorderlaufs angebrachte schwarze Prothese baumelt noch etwas unkoordiniert unter den Bewegungen hin und her. Doch ab und zu schafft Pluto es schon, die Prothese richtig aufzusetzen. Dann sieht sein Herumtapsen gleich viel koordinierter aus - nicht mehr, als wenn er gleich umfallen würde.

Pluto ist ein zehn Monate alter Hund der Rasse Sarplaninac, eigentlich ein Herdenschutzhund. Doch der junge Hund mit dem wuscheligen, hellen Fell konnte noch nie eine Herde schützen - ihm wurde als Welpe in Rumänien sein linkes Vorderbein abgebissen. Dass er von Orthopädietechnikermeister Benjamin Böer nun eine Beinprothese angepasst bekommt - mit einer Federung, die auf sein Gewicht und seine Größe angepasst ist -, das ist vielen Zufällen und viel Glück zu verdanken.

Von seinem sogenannten Vermehrer in Rumänien ist Pluto wohl ausgesetzt worden. Vermehrer, das sind unseriöse Züchter, die sich nicht um das Wohl der Tiere kümmern, sagt Manon Siebe, bei der der Hund momentan lebt. Von einer selbst ernannten Tierschützerin wurde der Hund im Februar dieses Jahres zu einer Familie in Berlin vermittelt. Die kam jedoch nicht mit ihm klar und wollte ihn zurück nach Rumänien schicken. Da Pluto aber in einem sehr schlechten Zustand war, suchte die Tierschützerin jemanden, der ihn kurzfristig aufnimmt, um in der Zeit einen neuen Besitzer zu finden.

Siebe, die kurz zuvor selbst einen Hund aus Rumänien adoptiert hatte, bekam einen nächtlichen Anruf und wurde gefragt, ob sie den Hund für ein paar Tage aufnehmen könnte. Weil sie selbst Appenzeller Hunde züchtet und deshalb viel Platz hat, sagte sie ja - und hat den Hund nun immer noch. Die angebliche Tierschützerin ist nicht mehr auffindbar. Wie sich herausstellte, hatte sie Pluto illegal nach Deutschland gebracht.

Pluto hatte Glück - er ist in die richtigen Hände gelangt. Siebe hat viel unternommen, um ihn gesund zu pflegen. „Als er zu mir kam, konnte er fast gar nicht laufen und lag nur herum“, erzählt sie. Pluto war völlig abgemagert. Mittlerweile hat er mithilfe von Physiotherapie gelernt, auf seinen drei Beinen zu laufen und den Stumpf mit zu nutzen. „Jetzt muss er noch mal lernen, mit der Prothese zu laufen“, erklärt Böer.

Finanziert wird die Physiotherapie durch Spenden, die Siebe im Internet - unter anderem in Hunde-Gruppen bei Facebook - gesammelt hat. „Es sind schon etwa 2300 Euro in den Hund geflossen“, so Siebe. Auf Facebook ist Siebe auch auf eine Bekannte von Böer gestoßen, die ihr den Inhaber des Sanitätshauses in Misburg empfohlen hat. Der brachte sie auf die Idee, dass Pluto schon vor der Prothese Physiotherapie brauchen könnte - und dafür die Spendengelder zu nutzen. Die Prothese, deren Wert - berechnet aus Materialien und Zeitaufwand - etwa zwischen 500 und 800 Euro liegt, hat er ihr für einen Sonderpreis gebaut. „Ich fand das einfach ein schönes Projekt“, erklärt Böer, selbst Hundeliebhaber. Trotzdem ist das Erstellen von Prothesen für Tiere ein Ausnahmefall für ihn.

Von Siebe schlägt ihm dafür großer Dank entgegen: „Die Prothese sieht so toll aus“, schwärmt sie. Böer stellte sie aus Carbonplatten her, der Fuß ist wasser- und rutschfest, und die ganze Prothese ist auf die Dynamik des 35 Kilogramm schweren Hundes angepasst. Ein bisschen traurig ist Siebe aber auch, weil Pluto bald nicht mehr bei ihr sein wird. Sobald er einigermaßen gelernt hat, mit der Prothese zu laufen, kommt er zu seinem neuen Besitzer nach Schleswig-Holstein.

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