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Aus den Stadtteilen Flüchtlingsstrom geht am Zooviertel vorbei
Hannover Aus den Stadtteilen Flüchtlingsstrom geht am Zooviertel vorbei
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02:15 22.08.2015
Neue kleine Nachbarin: Die dreijährige Princess aus Ghana lebt zurzeit im Oststadtkrankenhaus. Hier sind mehr als 700 Flüchtlinge aus 33 Nationen untergebracht. Quelle: dpa (Julian Stratenschulte)
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Hannover

Gerade mal 30 der aktuell 3100 Asylbewerber in Hannover werden im vornehmen Stadtteil am Rand der Eilenriede untergebracht. Nur eine Notunterkunft für Flüchtlinge gibt es dort: Zwei Turnhallen der Sophienschule-Außenstelle in der Lüerstraße hat die Stadt für die Asylbewerber hergerichtet. Dort gibt es 80 Schlafmöglichkeiten, derzeit ist davon aber nur ein gutes Drittel belegt.

Das berichtete Bezirksbürgermeister Michael Sandow am vergangenen Montag bei einer Informationsveranstaltung im Gemeindesaal der St. Elisabeth-Kirchengemeinde. Dazu hatte Sandow ins Plenum neben Kollegen aus dem Bezirksrat auch Mitglieder vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover und DRK-Fachleiter Guram Alibegashvili eingeladen. Er ist für die acht DRK-Notunterkünfte in den hannoverschen Turnhallen zuständig.

Wie lange die beiden Sporthallen der Sophienschule von Flüchtlingen belegt werden, ist offen. „Die Stadt versucht händeringend, alle Turnhallen bis zum Jahresende frei zu bekommen“, sagte Sandow. Angesichts der dramatischen Lage könne die Verwaltung aber keine Versprechungen machen. „Die Notunterkunft Auf der Klappenburg in Stöcken sollte drei Wochen laufen - das war im August 2014, und jetzt gibt es sie noch immer“, ergänzte Alibegashvili.

Wie in allen Sporthallen-Notquartieren werden dort auch im Zooviertel nur alleinreisende, erwachsene Männer untergebracht. In der Lüerstraße sind zwei Sozialarbeiter für die Betreuung der 80 Flüchtlinge eingeplant, zudem wird es einen professionellen Sicherheitsdienst geben. Einer der beiden Betreuer war auch bei der Versammlung anwesend. „Ich bin selbst als Flüchtling nach Deutschland gekommen“, sagte er. Auch aus eigener Erfahrung wisse er daher, dass vor allem der Spracherwerb „sehr, sehr wichtig“ sei. Dabei könnten auch Privatleute helfen. „Egal auf welche Art und Weise die Sprachkurse erfolgen, die Flüchtlinge werden zufrieden sein“, sagte er. Zudem bräuchten die Asylbewerber auch Hilfe bei Arztbesuchen und Behördengängen.

Einen Unterstützerkreis für die Flüchtlinge im Stadtbezirk Mitte gibt es bereits. Laut Mitglied Anne Gast besteht das Netzwerk aus 100 Interessenten und „30 sehr aktiven Mitgliedern“. Dieser Initiative wollen sich nun auch Kirchengemeinden und mehrere Menschen aus dem Zooviertel anschließen.

Konflikte verursacht die Notunterkunft im Zooviertel offenbar nicht - zumindest meldeten sich bei der Versammlung keine Kritiker zu Wort. „Auf dem Schulhof ist ein Bereich für Flüchtlinge abgetrennt, und da wird geraucht“, bemerkte zwar ein Familienvater, bezog sich aber auf die Grundschule Kestnerstraße, die schon in der Südstadt liegt. Laut Alibegashvili will das DRK nun verstärkt auf das Einhalten des Rauchverbots auf Schulhöfen achten. „Die größte Schwierigkeit ist, dass man in einem solchen Heim wenige Freizeitangebote hat - vor allem in Turnhallen“, sagte er. Hilfe von Privatleuten sei daher willkommen. „Viele Flüchtlinge zeigen sich dankbar, wenn sie teilnehmen können und sich als Mensch wahrgenommen fühlen.“

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