Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Das perfekte Bild vom Baby

Bothfeld Das perfekte Bild vom Baby

Judy Hohmann hat sich auf die Fotografie von Babys und Kleinkindern spezialisiert. Ihr Studio in Bothfeld hat die Mutter von zwei Kindern dafür antik-romantisch ausgestattet - und ihre Geschäftsidee kommt offenkundig an.

Voriger Artikel
Bezirksrat will mehr Hundewiesen
Nächster Artikel
Leibniz-Schüler filmen im Landtag

Romantisches Ambiente ist in: Kinderfotografin Judy Hohmann lichtet die dreijährige Lina im weißen Flatterkleidchen auf einer Holzschaukel ab.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Ein flauschiger Flokati bedeckt den Boden des Studios. Ein antikes Betthaupt lehnt an der Wand, Decken und Schalen liegen auf dem Boden, in der Mitte steht ein Stativ. Und im Eingang von Judy Hohmanns Fotostudio befindet sich ein Wickeltisch. Die 37-Jährige Fotografin hat sich auf Babys spezialisiert, Neugeborene am liebsten. „Ich liebe Babys“, sagt Hohmann. Die ersten Fotos müssten in den ersten zwei bis drei Wochen gemacht werden, „dann erst wieder nach ein paar Monaten“. Hohmann lichtet ihre Modelle meistens schlafend ab. „Da sehen sie so wunderbar knautschig aus und entspannt zugleich.“ In den ersten Monaten dann entwickelten viele Neugeborene Hautausschlag, und die Augen gingen schnell in Schielstellung beim Versuch des ersten Fokussierens. Da ist dann erst einmal Fotopause fürs Nachwuchsmodell.

Nur manchmal fährt die Fotografin zu den jungen Familien, meistens kommen Eltern und Baby oder auch Kleinkind zu ihr nach Bothfeld ins Studio, das gleich unter ihrer Wohnung liegt. „Ich habe hier perfektes Licht und alle Requisiten, die wir brauchen. Und natürlich einen Heizstrahler, damit wir schnell 28 Grad bekommen und die Babys nackt sein können.“ Drei Stunden dauert so ein Fotoshooting, „und dabei darf man sich für nichts zu schade sein“. Sie liege oft auf dem Boden, und einiges, was sonst so in die Windeln geht, trifft die Fotografin. Doch sie hat selber zwei Kinder und stört sich daran genauso wenig wie an Stillpausen oder Schreiphasen. „Man muss Geduld haben und daher einfach Zeit.“

Eigentlich hat Judy Hohmann Anglistik und Germanistik studiert. Die Kamera hat sie schon immer geliebt, aber die Familie riet davon ab, dieses Hobby zum Beruf zu machen. Während eines Studienaufenthalts in Texas hat sie ihrer Leidenschaft dann freien Lauf gelassen - und kam mit dem festen Vorsatz zurück nach Hannover, es mit der Fotografie zu versuchen. „Neugeborene haben mich schon immer fasziniert und natürlich auch kleine Kinder, also habe ich es in diesem Segment probiert“, sagt sie. Mit Erfolg: Im vergangenen Jahr ist sie von der Vereinigung deutscher Kinderfotografen zur Fotografin des Jahres 2014 gewählt worden.

Derzeit liegt es im Trend, die kleinen Mädchen und Jungen in alten Schalen oder Wannen abzulichten - oder wie Fotomodell Lina mit den Engelslocken ganz romantisch auf der Schaukel. „Dabei sind Erdtöne, zarte Farben und sanftes Licht beliebt“, betont Hohmann. Ein Shooting pro Tag passt in ihren Kalender, wenn die Familien weg sind, beginnt der zweite Teil der Arbeit. „Dann werden die Bilder bearbeitet.“ Obwohl mitten in Bothfeld, zieht Hohmanns Atelier Kundschaft an, die bis aus Hamburg kommt; auch bekanntere Persönlichkeiten sind darunter. Die Honorare sind entsprechend, sie werden schnell vierstellig. Die Fotografin hat sich zunächst gesträubt, ihre Preise zu erhöhen. „Ich habe meinen Mann gefragt, ob er damit leben kann, dass ich Hausfrau bin.“ Denn sie habe damit gerechnet, dass bei der Preiserhöhung die Kundschaft ausbleibt. Die Sorge war unbegründet, Hohmann macht mittlerweile auch Hausbesuche, nur um gemeinsam zu schauen, wo der Nachwuchs fotografiert am besten zur Geltung kommt. Und seit Neuestem gibt es auch Sylt-Shootings für Kunden, die auf der Insel ein Haus besitzen.

Gern platziert sie ihre Modelle in der Natur, vor allem, wenn die Kinder schon etwas größer sind. Am Steuerndieb haben die Hohmanns extra einen kleinen Garten dafür. „Kinder werden dann viel lockerer. Fotos funktionieren nicht, wenn die Eltern dabeistehen und sagen, dass sie lachen sollen.“ Im Garten stehen auch eine alte Kutsche und ein altes Metallbett unter Bäumen. „Ich mag es lieber, wenn das Arrangement ein bisschen abgefahren ist“, sagt Hohmann. Ein Baby in einer Tonschale zum Beispiel. Oder in einer alten Badewanne voller Schaum unter freiem Himmel. Shabby ist gerade schick. „Die klassischen Weihnachtsbilder, die machen die anderen.“ Obwohl der Flokati eigentlich auch in die kalte Jahreszeit passt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus den Stadtteilen

Sie wollen auch einen kleinen Beitrag leisten, um Flüchtlingen in der Region zu helfen? Dann sind Sie hier genau richtig. Das HAZ-Portal "Hannover hilft" bringt freiwillige Helfer aus der Bevölkerung und die professionellen Hilfsorganisationen zusammen – damit die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird. mehr

Wann finden in Hannover die Wochenmärkte statt? Eine Übersicht mit allen Märkten in den Stadtteilen.

Hier finden Sie die Telefonnummern der Ärztlichen- und Technischen Notdienste der Stadt Hannover sowie aller Lebenshilfeeinrichtungen.

An welchen Tagen kann in Hannover und der Region 2016 sonntags eingekauft werden? Eine Übersicht der Verkaufsoffenen Sonntage haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wann und wo gibt es Floh- und Trödelmärkte sowie Basare in Hannover und der Region? Wir haben eine Übersicht zusammengestellt.