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Aus den Stadtteilen Fußgänger ärgern sich über Baustellen
Hannover Aus den Stadtteilen Fußgänger ärgern sich über Baustellen
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02:15 08.08.2015
Von Mathias Klein
Baustellen in der Südstadt. Quelle: Surrey
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Südstadt

Eva Jattke hat die Nase voll. Die 83-Jährige kommt gerade vom Einkaufen, die Tüten mit Gemüse und Getränken hat sie an ihren Rollator gehängt. In ruhigem Tempo schiebt sie ihre Gehhilfe fast in der Mitte der Fahrbahn über die Böhmerstraße. Die Gehwege kann Jattke nicht benutzen. Dort stehen seit Wochen Absperrbaken, manchmal wird da auch gebaut. „Ich habe Angst, dass ich dort noch mal hinfalle“, sagt die 83-Jährige. Schon mehrmals sei sie an den engen Stellen rund um die Absperrgitter auf dem harten Boden gelandet.

Seit zwei Monaten wechselt eine Firma im Auftrag der Deutschen Telekom in der Südstadt vierhundert Abdeckungen von Telefonschächten aus. Anschließend muss das Pflaster um die Schächte erneuert werden. Den Auftrag für die Arbeiten hat die Telekom an die Ronnenberger Firma Elektro Stiller vergeben.

So wie in der Böhmerstraße ist die Situation derzeit auf zahlreichen Gehwegen in der Südstadt: Etliche Absperrgitter stehen auf den Bürgersteigen rund um kleine Baustellen. An vielen Stellen haben Eltern mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollator große Schwierigkeiten, an den Absperrungen vorbeizukommen. An manchen Stellen sind Fußgänger gezwungen, auf die Straße auszuweichen.

„Die gleichen Baustellen gibt es nun schon seit vielen Wochen“, sagt Eva Siebert, die in der Rehbergstraße wohnt. „Das ist hier eine Katastrophe.“ Ihr Mann Klaus Siebert berichtet von merkwürdigen Bauarbeiten. „Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass hier unterschiedliche Firmen beteiligt sind“, sagt er. „Erst kommt eine Firma und stellt die Absperrung auf, dann tut sich erst einmal gar nichts.“ Dann komme die nächste Firma und fange an zu buddeln, danach ruhe die Baustelle wieder tage- oder wochenlang. Dadurch zögen sich die zwei kleinen Bauarbeiten in der Rehbergstraße schon den Sommer über hin.

Die Stadtverwaltung drängt das Unternehmen zur Eile, aber offenbar nur mit geringem Erfolg. Zwar sagt der Projektleiter von Elektro Stiller, Tim Lasch, dass pro Baustelle nur drei bis fünf Tage benötigt würden, die Südstädter haben daran jedoch große Zweifel. Beispielsweise berichtet ein Bewohner der Böhmerstraße, dass er am 20. Juni aus dem Urlaub zurückgekommen sei. „Seitdem stehen hier schon die Absperrungen“, sagt er. Ab und zu werde mal an einer Baustelle gearbeitet, anschließend würden die Absperrungen aber wieder aufgestellt.

Auch Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne ärgert sich über die Bauarbeiten. „Ich bin stinkesauer“, sagt der SPD-Politiker. Zum einen dauerten die Bauarbeiten viel zu lange, meint er. Dazu komme, dass die Absperrzäune an einigen Baustellen wochenlang nicht weggeräumt würden, obwohl die Bauarbeiten dort längst beendet seien.

Den Bauarbeitern selbst ist das Ganze ein bisschen peinlich. „Wir haben einfach nicht genügend Leute“, sagt einer von ihnen. Außerdem könnten sie mit ihren schweren Fahrzeugen in manche Straßen gar nicht hineinfahren, weil es dort viel zu eng sei. „Dann müssen wir alles per Hand zur Baustelle tragen“, berichtet der Bauarbeiter.

Er und seine Kollegen werden noch einige Zeit in der Südstadt zu tun haben. Nach Angaben von Firmenchef Tim Lasch sollen die Bauarbeiten in dem Stadtteil noch rund zwei Monate dauern.

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