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Aus den Stadtteilen Spitze in Geschichte
Hannover Aus den Stadtteilen Spitze in Geschichte
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00:18 08.08.2015
Von Saskia Döhner
Katharina Kunert vor der Goetheschule. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Nordstadt

Katharina Kunert, die nach den Sommerferien in die 12. Klasse der Goetheschule wechselt, ist eine der besten Geschichtsschülerinnen des Landes, und ein Teenager aus New York, der eine Lese-Rechtschreib-Schwäche hat, aber altgriechische Buchstaben im Handumdrehen lesen kann, einen Freund mit Ziegenbeinen und eine ganz besondere Beziehung zum Element Wasser hat, dürfte dazu einen Gutteil beigetragen haben. „Die Percy-Jackson-Bücher habe ich als Kind verschlungen“, erzählt die 17-Jährige. Die fünfteilige Fantasy-Serie um den Halbgott, der Sohn des Poeseidon ist und im Internat für Halbgötter zwischen Zentauren und Sirenen jede Menge Abenteuer erlebt, hat für die Gymnasiastin genau die richtige Mischung aus Altem und Neuem.

Katharina Kunert mag Geschichte, weil „man durch sie die Gegenwart und den Alltag viel besser versteht“. Seit der ersten Unterrichtsstunde in der 5. Klasse sei dies ihr Lieblingsfach, sagt sie. Beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten hat sie einen von zwei Landessiegen aus Hannover errungen. Die andere Preisträgerin ist Merle Niemeyer von der IGS Roderbruch, die sich mit der Hexenverfolgung in Hannover beschäftigt hat. Mit dem Spätmittelalter kann Katharina nicht so viel anfangen, sie interessiert neben der antiken Sagenwelt vor allem die neuere deutsche Geschichte, der Nationalsozialismus, aber auch die DDR-Geschichte. Sie hat Zeitzeugen, zwei Frauen und einen Mann, interviewt, die der Zweite Weltkrieg zu Halbwaisen gemacht hat. „Meine Mutter ist auch alleinerziehend“, sagt das Mädchen, „ich wollte wissen, wie es den Kindern damals gegangen ist.“ Sie findet es wichtig, die Zeitzeugen zu befragen, solange sie noch lebten, weil sie ein sehr viel anschaulicheres Bild von der Vergangenheit vermitteln könnten als Bücher. „Ich möchte wisen, wie die Menschen damals getickt haben.“

Monatelang hat sie in der Schulbibliothek gesessen und an ihrer Arbeit geschrieben. Das Fazit ihrer Forschungen: Wer nur ein Elternteil hat, wird früher selbstständig - und erwachsen. Und man mitunter mit ungerechtfertigten Voruteilen zu kämpfen. Halbwaisen sei damals vorgeworfen worden, dass sie gefährlich und psychisch nicht stabil seien. Katharina hat herausgefunden, dass an diesen Gerüchten nichts dran ist und viele durch ihre Zielstrebigkeit in Führungspositionen landen. Frauen, die ohne Vater aufwachsen, würden sich später oft ältere Partner suchen, meint Katharina. Und Männer suchten Frauen, die genauso stark seien wie ihre Mutter. Viele alleinerziehende Mütter hätten Geldsorgen gehabt, heute stünden sie finanziell besser da, sagt Katharina.

Auf den Wettbewerb ist sie durch einen Plakat aufmerksam geworden, das in der Schule hing. Ihr Lehrer Jan Schönfeld habe sie bei dem Projekt sehr unterstützt, berichtet die Schülerin, und wertvolle Tipps gegeben, etwa wie man einen wissenschaftlichen Text formuliert („nicht so emotional“). Obwohl sie jetzt Deutsch, Englisch und Französisch als Leistungskurse hat, möchte sie gern einmal Geschichte studieren und später Journalistin werden. Am 24. September werden im Landtag die Preisträger des Geschichtswettbewerbs ausgezeichnet. Und vielleicht ist ja auch noch ein Bundessieg drin für Katharina oder Merle?

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