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Aus den Stadtteilen Schüler verabschieden ihren Schulleiter
Hannover Aus den Stadtteilen Schüler verabschieden ihren Schulleiter
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02:15 25.07.2015
Von Bärbel Hilbig
"Danke" für 26 Jahre: Die Grundschüler wünschen Städtler alles Gute für die Zukunft. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Ganz außerhalb des Protokolls, aber doch wie jedes Jahr am letzten Schultag vor den großen Ferien, kamen am Mittwoch noch Trupps von älteren Schülern zurück in ihre alte Grundschule. Die Sechstklässler gehen längst auf Gymnasium und Gesamtschule. Doch als sie in den Gängen der Fridjof-Nansen-Schule Schulleiter Hermann Städtler erspähen, halten sie ihm stolz ihre Zeugnisse unter die Nase. Sein Lob haben sie wohl zum letzten Mal gehört.

Denn der 65-Jährige gibt die Leitung der Grundschule nach 26 Jahren ab. Als Ruhestand lässt sich dennoch nicht bezeichnen, was Städtler sich vorgenommen hat. Der Sportpädagoge will weiter im Auftrag des Kultusministeriums für die „Bewegte Schule“ werben.

Seine eigene Grundschule in Vahrenheide hat er gemeinsam mit den Lehrern zu einem Paradebeispiel für das Konzept gemacht. Im Flur und auf dem Hof, überall treffen die Kinder auf Dinge wie ein „Stangengestrüpp“, Gerüste und Rutsche, die zum Klettern und Hangeln animieren. „Wir versuchen, Bewegung zu provozieren“, sagt bereits Junglehrer Chris Schulz. Und mit dieser Idee bleiben die Lehrer nicht an der Klassentür stehen. Im Unterricht dürfen die Kinder auch mal mitten in der Mathestunde tanzen. Auf beweglichen Stühlen wippen, sich zum Lernen ans Stehpult stellen oder auf eine Matratze lümmeln. Die Bewegungsübungen gehören zum Konzept: Die Schüler können sich nach der Unterbrechung meist wieder deutlich besser konzentrieren. An der Fridjof-Nansen-Schule haben sie vieles ausprobiert, damit die Schüler, die aus vielen unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, gut lernen und gesund leben.  „Ich kenne das aus keiner anderen Schule so“, betont Junglehrer Schulz und lobt das experimentierfreudige und offene Kollegium. Und das habe viel mit dem Führungsstil des Schulleiters zu tun.

Städtler leitet bereits seit einigen Jahren mit halber Stelle das Projekt „Bewegte Schule“, das Kollegien kostenlos als Fortbildung buchen können. „Wir kümmern uns dabei zuerst um die Gesundheit der Lehrer und ihre Arbeitsbedingungen. Denn sie entscheiden, was die Kinder lernen.“ Lange Pausen, in denen Lehrer Zeit zum Essen finden, sind so eine Idee.

Am Mittwoch gab es ein großes Abschiednehmen – für die Viertklässler, die die Grundschule verlassen, für einige Lehrer und den Schulleiter. Der sei immer nett gewesen und habe ihm ab und zu geholfen, sagt der neunjährige Jonas: „Ich bin ein bisschen traurig, aber ich freue mich, weil er bestimmt eine schöne Zeit haben wird.“

Hermann Städtler selbst freut sich, die Verwaltungsarbeit hinter sich zu lassen. „Das hat in den vergangenen Jahren sehr zugenommen. Da muss sich etwas ändern, sonst werden viele Menschen diesen Beruf nicht mehr ergreifen.“ Als Honorarkraft will der Pensionär die Einführung der „Bewegten Schule“ in Österreich und der Schweiz begleiten. „Ich mache nur noch das, was mir Freude macht und mit Leichtigkeit gelingt“ Dazu gehört ein Lehrauftrag an der Uni in Bozen zu seinem Lieblingsthema Bewegung und Entwicklung. Mehr Zeit mit Familie und Freunden will er verbringen – und Sport treiben. „Ich fange wieder an zu surfen.“

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