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Aus den Stadtteilen Grundschule muss Areal mit Kita teilen
Hannover Aus den Stadtteilen Grundschule muss Areal mit Kita teilen
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00:18 08.08.2015
Von Susanna Bauch
Bei der Eröffnung der Grundschule am Welfenplatz 2014 war die Freude groß – nun bekommt das Team um Schulleiterin Sabine Wendrich (2. v. r.) Platzprobleme. Quelle: Florian Petrow
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Die Schülerzahlen steigen, die bestehenden Gebäude werden zu klein und so wurden in den vergangenen Jahren im Stadtbezirk gleich zwei neue Grundschulen eröffnet: Vor zwei Jahren die Rosa-Parks-Schule in Vahrenwald, zum Schuljahr 2014/2015 die Grundschule Welfenplatz. Das Schulgebäude am Welfenplatz wurde zum Sommer 2014 frei, da die Albrecht-Dürer-Schule mit der Förderschule Erich-Kästner in der Ebelingstraße in Bothfeld zusammengelegt wurde. Das Gebäude am Welfenplatz verfügt über genügend Fachunterrichtsräume sowie 17 allgemeine Klassenzimmer.

Die neue Ganztagsgrundschule ist im vergangenen Sommer dreizügig angelaufen und sehr beliebt. Das Gebäude war während der vergangenen Sommerferien für 1,2 Millionen Euro eher provisorisch für die Grundschulkinder hergerichtet worden, denn Abriss und Neubau als Ersatz für die ehemalige Förderschule waren bereits geplant. Innerhalb der nächsten Jahre sollten zunächst die Nebengebäude abgerissen werden, auf denen dann die ersten Trakte der neuen Schule entstehen. Bis dahin würden die Kinder im Hauptgebäude unterrichtet werden, das erst zum Schluss verschwinden soll.

Dieses konkrete Vorhaben stand jetzt anlässlich einer Anhörung im Bezirksrat Vahrenwald-List auf der Tagesordnung. Allerdings geht es danach nicht mehr nur um den Bau einer neuen, dreizügigen Grundschule auf dem Gelände sondern zugleich soll auf dem Areal eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen errichtet werden. Von dieser Teilung des Geländes war bislang nicht die Rede - obwohl Grünen-Ratsherr Mark Bindert bereits bei den Neubauplänen vor zwei Jahren anmerkte, dass es sinnvoll sei, im neuen Schulgebäude auch gleich eine Kita unterzubringen. Schließlich steige auch der Bedarf an Kita-Plätzen in Hannover und besonders im Stadtbezirk Vahrenwald-List.

Für Lehrer und Eltern der Grundschule kommt die Version einer Grundstücksteilung mehr als überraschend. „Wir fühlen uns überfahren von dem neuen Konzept der Verwaltung“, beklagten Vertreter der Grundschule in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Vahrenwald-List. Die Ganztagsschule erfordere Platz, zumal sie erst im Aufbau sei. Eine Einschränkung der Freifläche sehen sie skeptisch. „Natürlich brauchen wir Kindergartenplätze, und es ist schön für die Jungen und Mädchen, die künftige Schule gleich nebenan zu wissen.“ Aber auch der Lärmpegel spielender Kita-Kinder müsse beachtet werden. „Da fällt den Schulkindern das Lernen schwer.“

Die Elternvertreterin der Schule bat Verwaltung und Bezirksrat, nach einem Alternativstandort für die Kita Ausschau zu halten. Doch Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann (SPD) machte den Betroffenen wenig Hoffnung. „Wir suchen seit Jahren händeringend nach Grundstücken für Kitas - wir können also keine freie Fläche ausschließen, wir brauchen einfach den Platz.“ Nach derzeitigem Planungsstand entfallen von dem 11 500 Quadratmeter großen Grundstück nur noch 6000 Quadratmeter auf die Schule, die Außenfläche soll rund 3000 Quadratmeter betragen. „Die Schule wird größer, die Räume werden kleiner“, betonten die Schul-Vertreterinnen. Das gelte auch für den Außenbereich, der für die Pausen und die Nachmittagsangebote genutzt werden soll. Derzeit werden am Welfenplatz 75 Kinder unterrichtet. In den nächsten Jahren wird die Zahl auf 200 steigen. Der Vorschlag von CDU-Fraktionschef Lars Pohl, die Pausenzeiten zu versetzen, empfand das Kollegium als wenig zielführend. „Die Rhythmisierung des Ganztagsbetriebs inklusive Essen in einer zu kleinen Mensa - das wird jetzt schon eng.“ Pausenzeiten zu staffeln sei mehr als praxisfern.

Die Verwaltung plant, am Welfenplatz neben der Schule drei Krippen- und zwei Kitagruppen unterzubringen. In der Kita Pusteblume sowie in der Kita Isernhagener Straße werden derzeit 51 Kinder in mobilen Anlagen betreut. Diese vier Gruppen sollen dann in den Neubau Welfenplatz ziehen. In einem ersten Bauabschnitt sollen nach Abbruch der Sporthalle und der eingeschossigen Pavillonreihe die Grundschule samt Sporthalle und Außenanlagen errichtet werden. Nach Umzug der Grundschüler Mitte 2018 in den Neubau, soll das Haupthaus abgerissen und eine neue Kita mit Freifläche gebaut werden, die dann Ende 2019 ihren Betrieb aufnehmen kann.

Den Protest von Schule und Elternschaft weist die Verwaltung zurück. Es sei nachgewiesen, dass das Grundstück eine für beide Nutzungen ausreichende Größe aufweise und der dargestellte Bauablauf realisierbar sei. Auch vom Bezirksrat Vahrenwald-List ist keine Unterstützung zu erwarten - er stimmte einmütig für den Antrag der Grundstücks-Doppelbelegung. „Wir möchten die Kopplung der Einrichtungen“, sagte Klaus Geschwinder (Grüne). „Kompromisse müssen sein.“

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