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Anwohner wollen mehr Flüchtlinge

Infoabend zur Unterkunft an der Steigertahlstraße Anwohner wollen mehr Flüchtlinge

Wenn sich 150 Bürger versammeln, um über eine neue Flüchtlingsunterkunft zu sprechen, überwiegt meist Skepsis. Nicht so in Linden. Bei einer Bürgerinformation über die neue Einrichtung an der Steigertahlstraße gab es Applaus für die Forderung, doch mehr Flüchtlinge in der Nachbarschaft aufzunehmen.

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Im Freizeitheim Linden informieren sich etwa 150 Anwohner über die Flüchtlingsunterkunft an der Steigertahlstraße.

Quelle: Unterstützerkreis Steigertahlstraße

Linden-Nord. Seit Mitte Februar ist die Anlage in der Steigertahlstraße das neue, vorübergehende Zuhause für 97 Männer. Etwa 150 Ehrenamtliche aus der Nachbarschaft haben sich zu einem Unterstützerkreis zusammengetan, um den Flüchtlingen den Weg in den Alltag zu ebnen. Eine von ihnen ist Marion Frontzek, ehemalige Leiterin der Grundschule Salzmannstraße in Linden. Sie gehört zum sogenannten Arbeitskreis Ämter. „Wir wollen die Flüchtlinge beispielsweise bei Behördengängen und zu Ärzten begleiten“, sagte Frontzeck. Andere Unterstützer planen, den neuen Nachbarn den Stadtteil und seine kulturellen Angebote zu zeigen oder ihnen rudimentäre Deutschkenntnisse zu vermitteln. Bei einem Tandem-Projekt in der Bethlehemkirche soll je ein Unterstützer gemeinsam mit einem Flüchtling einen Aktenordner mit den wichtigsten Dokumenten erstellen.

Dass die meisten Helfer mit ihrer konkreten Arbeit mit den Menschen erst nach Ostern loslegen können, hat einen formalen Grund, erklärte Frontzek: „Wir müssen erst ein erweitertes Führungszeugnis beantragen und vorlegen.“ Solche Hürden für Helfer kritisierte Rainer-Jörg Grube, Bezirksbürgermeister von Linden-Limmer, bei der Versammlung. Das gelte auch für Verschwiegenheitsklauseln. Die Ehrenamtsvereinbarung der European Homecare GmbH (EH), dem Betreiber der Unterkunft an der Steigertahlstraße, verpflichte Unterzeichner etwa, über „betriebsinterne Vorgänge“ zu schweigen. „Es wäre sehr schade, wenn Menschen sich aufgrund solcher Bürokratie gegen ein ehrenamtliches Engagement entscheiden würden“, betonte Grube. Die Unternehmensvertreter auf dem Podium, darunter EH-Regionalleiter Alexander Wiens, beteuerten, der Passus jüngst sei überarbeitet und präzisiert worden. Es ginge darum, dass Namen und andere sensible Daten, etwa zu Arztbesuchen, nicht nach außen getragen werden.

Die Hilfsbereitschaft in Linden sei wohl so groß wie in kaum einem anderen Stadtteil in Hannover, sagte Bezirksbürgermeister Grube. Das zeigte auch die Frage einer Besucherin, warum nicht mehr Flüchtlinge in Linden untergebracht würden. Grundsätzlich sei das eine charmante Idee, so Grube – aber eines spricht dagegen: „Wir leben in einem der am dichtesten besiedelten Gegenden in Niedersachsen. Es ist schlicht kein Platz mehr.“ In Linden leben etwa 500 Flüchtlinge, die meisten davon im alten Siloah-Krankenhaus.

An der Steigertahlstraße, so berichtete Unterkunftsleiterin Olga Issak, seien derzeit Asylsuchende aus dem Iran, Irak, Syrien, Afghanistan, aber auch aus Marokko und der Elfenbeinküste untergebracht.

Der Unterstützerkreis Steigertahlstraße betonte, dass Ehrenamtliche weiterhin dringend gesucht werden. Wer Interesse hat, kann eine E-Mail an uksteigertahl@gmx.de schreiben. Hilfsangebote werden über die Seite www.linden-limmer-hilft.de koordiniert. Benötigt würden zurzeit konkret Fahrräder, Geschirr und Fernseher.

Von Gerko Naumann und Karsten Röhrbein

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