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Hobby-Strategen treffen sich zum Kräftemessen

Nordstadt Hobby-Strategen treffen sich zum Kräftemessen

Bei der Tabletop-Messe „Spielzug“ in der Nordstadt dreht sich alles um kriegerische Miniaturwelten und Gefechte nach dem Schachprinzip.

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Verdienter Sieger des Spielzug-Awards: „Lost Worlds“ von der Gruppe „Mehr als Spielen“ versetzte Besucher und Veranstalter gleichermaßen ins Staunen.Fotos: Link (2)

Quelle: Christian Link

Nordstadt. Christian Mender hat drei Wochen seines Urlaubs geopfert, um sein persönliches Waterloo zu erleben - und zu besitzen. Mit 1200 Figuren hat er das historische Gefecht im Miniaturformat gekauft und bemalt. „Ich habe die Highlights der Schlacht zusammengefasst“, sagt er. Entsprechend dicht ist das Gedränge auf dem Spieltisch rund um das Gehöft Hougoumont, das dank dem geschickten Einsatz von farbiger Watte und roten Lichtern so aussieht, als würde es in Flammen stehen. 700 Franzosen stehen hier 500 Briten und Preußen gegenüber. Alle sind liebevoll bemalt und möglichst historisch korrekt aufgestellt worden. Und das Beste: Spielen kann man damit auch noch.

Das 1,80 mal 3,60 Meter große Miniatur-Waterloo war am vergangenen Sonnabend bei der „Spielzug 2015“ zu sehen. Die alljährliche Messe im Stadtteilzentrum Nordstadt ist quasi das Mekka der Tabletop-Spieler aus der Region Hannover. Dort tauschen sich die Hobbyisten untereinander aus, decken sich mit neuen Miniaturen ein und lernen vor allem neue Spielsysteme kennen. Insgesamt 25 verschiedene Tabletop-System wurden diesmal vorgestellt. Das Spektrum reichte von historischen Schlachtfeldern über fantastische Fantasy-Scharmützel bis hin zu Raumschiffgefechten.

„Wir vergleichen Tabletop gerne mit Schach“, erklärt Veranstalterin Steffi Sprenz das Spielprinzip. „Zwei oder mehr Spieler treten Zug um Zug auf einer Spielfläche gegeneinander an und es ist immer Strategie dabei.“ Je nach Spielsystem werden auch noch Würfel, Ereigniskarten, Maßbänder oder anderes Zubehör benutzt. Außerdem sind die Bäume, Flüsse oder Häuser auf dem Spielfeld nicht nur Verzierung, sondern wirken sich irgendwie auf das Spiel aus.

„Das angesagteste Tabletop ist Warhammer 40000“, sagt Sprenz. Der Marktführer ist auf der „Spielzug“ allerdings nicht zu finden. Dafür werden dort viele andere klangvolle Namen präsentiert: „Firestorm Armada“, „Steinhagel“ oder „Freebooter’s Fate“ etwa. „Wir konzentrieren uns auf Systeme, die nicht so populär sind“, erklärt die Veranstalterin.

Die jährliche Spielemesse in der Nordstadt soll vor allem neue Anregungen geben und nicht das zeigen, was schon alle aus der Szene kennen. „Der gemeine Tabletopper spielt nicht nur ein Spiel“, weiß Sprenz. Natürlich können die Besucher auch an jedem Spieltisch selbst das Kommando übernehmen und sich fürs Probespielen die mehr oder weniger komplexen Regeln erklären lassen. „Die Spielrunden sind so ausgelegt, dass man kurz reinschnuppern und ein Gefühl für das Spiel bekommen kann“, sagt Sprenz.

Der Tabletopclub Erfurt stellt im Erdgeschoss das Spiel „Saga“ vor, das sich um plündernde Wikinger dreht. Zwischen Wäldern und strohbedachten Langhäusern stellen sich mittelalterliche Ritter den Miniatur-Beserkern entgegen. Im Obergeschoss präsentiert Lucien das Spiel „Dropzone Commander“ bei dem Raumschiffe durch dreidimensionale Häuserschluchten fliegen und Teil eines wilden Straßenkampfes werden.

Ein ganz besonderer Hingucker ist „Lost Worlds“ von der Tabletop-Gruppe „Mehr als Spielen“. Die vier Hannoveraner zeigen eine 1,80 mal 3 Meter große Urwaldlandschaft mit mehr als 1000 verschiedenen Miniaturen. „Vor zehn Jahren haben wir angefangen zu sammeln“, sagt Martin Heintze alias Gameboy. Seitdem wurden der selbst erfundenen Spielwelt alle möglichen Figuren hinzugefügt - von Dinosauriern über Riesenameisen, Schlangen bis zu King Kong. Während der Aufbau von „Lost World“ extrem aufwendig ist, sind die Regeln ganz einfach. Die Spieler rollen einen zehnseitigen Würfel, der vorgibt, in welche Richtung und wie weit sich ihre Figuren bewegen. Erreichen sie bestimmte Orte, werden dort Ereigniskarten aufgedeckt, die Begegnungen oder Kämpfe auslösen. „Für jede der 350 Figuren, die wir haben, gibt es ein Ereignis“, sagt Heintze.

Weitere Informationen zur Spielemesse und zum Thema Tabletop gibt es auf www.spielzug-hannover.de.

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