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Aus den Stadtteilen Hochtief verzichtet auf 160 Wohnungen
Hannover Aus den Stadtteilen Hochtief verzichtet auf 160 Wohnungen
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00:16 05.10.2015
Im Schneverdinger Weg soll ein großer Neubau entstehen, die Nachbarn fürchten Verschattung. Die besonders betroffenen Doppelhäuser liegen am Westrand des kleinen Wegs. Quelle: Michael Wallmueller
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Zudem sind 14 Doppelhaushälften als Übergang zur Nachbarschaft geplant. Damit geht Hochtief einen großen Schritt auf die Anwohner zu, die das Projekt wegen seiner Dimensionen erheblich kritisiert hatten.

Vier Hochhäuser mit bis zu sieben Stockwerken und einer Höhe von bis zu 21 Metern - das wollte Hochtief noch bis Anfang des Jahres nördlich der S-Bahn-Station Karl-Wiechert-Allee bauen. Das Vorhaben scheiterte aber am massiven Protest der Nachbarn, die sich bei Stadtverwaltung und Bezirksrat gegen das Großprojekt starkmachten. Daraufhin warf Hochtief seine Planungen über den Haufen und besserte nach. Das Ergebnis liegt nun in Form eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans vor, der am vergangenen Donnerstag im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld mit nur einer Gegenstimme beschlossen wurde.

Demnach sollen nur noch zwei Mietshäuser mit höchstens vier Geschossen gebaut werden, an der höchsten Stelle sind sie 13,40 Meter groß. In den beiden Gebäuden sind insgesamt 105 bis 125 Wohnungen geplant. „Die Ein- bis Zweizimmerappartments sollen vorrangig dem temporären Wohnen dienen - zum Beispiel für flexible Arbeitskräfte oder Studenten“, schreibt das Unternehmen in seiner Projektvorstellung. Allerdings sind auch 17 größere Maisonettewohnungen für dauerhaftes Wohnen vorgesehen.

Mehrfamilienhäuser als "Lärmpuffer"

Hinter den beiden Mehrfamilienhäusern, die laut Hochtief einen "Lärmpuffer" zur Karl-Wiechert-Allee bilden, sollen sieben Doppelhäuser mit 14 Wohneinheiten entstehen. Die zweigeschossigen Gebäude sollen mit Flachdach sowie Carport ausgestattet werden und einen Übergang zur bestehenden Wohnbebauung bilden - 2013 hatte die Firma Gundlach am Schneverdinger Weg insgesamt 14 ganz ähnliche Doppelhaushälften fertiggestellt.

Die Zufahrt zu den Reihenhäusern und den Maisonettewohnungen soll über den Wolfsburger Damm und einen Privatweg erfolgen. Insgesamt 31 Stellplätze sind dort geplant. Die beiden Parkplätze für die Mehrfamilienhäuser werden über die Karl-Wiechert-Allee erreichbar sein. Für die Appartments soll es eine Tiefgarage für 75 Autos sowie 16 oberirdische Besucherparkplätze geben.

Trotz der vielen Zugeständnisse von Hochtief sind die Anwohner noch nicht wunschlos glücklich. „Die Planung ist sehr gut ausgereift und bietet viele positive Aspekte - aber auch einige, die nicht so begeistern“, sagte ein Nachbar aus dem Schneverdinger Damm im Bezirksrat. Er wünschte sich einen besseren Lärmschutz zur Bahnstrecke, kritisierte einen aus seiner Sicht unsinnigen Gehweg zwischen den Doppelhäusern und möchte weniger Flächenversiegelung. „Ich würde vorschlagen, dass man nur sechs Doppelhäuser baut und mehr Grün erhält“, sagte er.

In die gleiche Kerbe schlug auch Bezirksratsherr Karsten Plotzki (parteilos), der als einziger Abgeordneter gegen das Projekt stimmte. „Ich halte den Standort für ungeeignet. Es gibt Brachflächen, die ökologisch nicht so wertvoll sind“, sagte er. Zwar ist die Fläche schon seit 1986 als Baugrundstück ausgewiesen, durch die jahrelange Verwilderung ist dort aber ein kleiner Wald entstanden. „Das ist ein Projekt der Innenentwicklung - indem man hier etwas baut, erspart man die Zersiedlung des Umlands mitsamt Straßenbau“, erwiderte Stadtplanerin Constance Baron. Der Wald an der Karl-Wiechert-Allee sei ökologisch nicht so bedeutsam, dass er nicht entfernt und an anderer Stelle ersetzt werden dürfe.

Die übrigen Bezirksratsmitglieder liesen Plotzkis Einwände ebenfalls nicht gelten. „Wir haben einen Konsens mit den Bürgern gefunden, und das sollten wir jetzt auch nutzen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Eike Borstelmann. Auch die Rats- und Bezirksratsfrau Belgin Zaman (SPD) lobte den Dialog, der zum neuen Bebauungsplan geführt hat. „Wenn man Transparenz und Bürgerbeteiligung ernst nimmt, dann ist das beispielhaft für andere Projekte in der Stadt“, sagte sie.

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