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Aus den Stadtteilen Hundehalter kritisieren strenge Kontrollen
Hannover Aus den Stadtteilen Hundehalter kritisieren strenge Kontrollen
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00:20 04.07.2015
Hundeauslaufflächen am Kronsberg. Quelle: Sabine Gurol
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Hannover

Zudem kritisieren Anwohner die Kontrollen der Parkranger in dem Gebiet als zu streng. „In unserem Stadtbezirk soll keine Jagd auf Hundehalter gemacht werden“, fordert auch Bürgermeister Bernd Rödel. Im Bezirksrat sind sich alle Parteien einig, dass der Hundeauslauf am Kronsberg neu geregelt werden muss, und stellen entsprechende Forderungen an die Stadt.

Zweimal stand das Thema auf der Tagesordnung des Bezirksrats Kirchrode-Bemerode-Wülferode, bevor sich die Abgeordneten auf einen einstimmigen Beschluss einigen konnten. Dieser sieht auch einen Flächentausch vor. „Anstelle der bisherigen Hundeauslauffläche am nördlichen Kronsberg sollte der eingezäunte Bereich oberhalb des Paul-Theile-Wegs für den Hundeauslauf freigegeben werden“, fordern die Lokalpolitiker. Dort sollen die Hunde das ganze Jahr über ohne Leine herumlaufen dürfen. Die umzäunte Fläche wurde ursprünglich für Wanderschäfer eingerichtet, wird dafür aber laut Bezirksrat nicht mehr genutzt. Mittlerweile würden die Hirten für ihre Tiere mobile Elektrozäune aufstellen.

Die Lokalpolitiker finden es zudem unverständlich, dass am Kronsberg während der Brut- und Setzzeit zwar eine Anleinpflicht für Hunde gilt, aber einige geschützte Flächen in dieser Zeit trotzdem gemäht werden. Mit dem Schutz von Bodenbrütern wie Feldlerche oder Rotkehlchen sei das definitiv nicht vereinbar. „Diese Mäharbeiten muss uns die Verwaltung erklären“, forderte SPD-Bezirksratsherr Michael Quast.

Auf Anfrage des Stadt-Anzeigers wollte die Stadt zunächst keinen Erklärversuch vornehmen. Zuerst müsse der Politik auf ihre Anfrage geantwortet werden, hieß es aus dem Rathaus. Das kann allerdings dauern, denn laut Niedersächsischer Kommunalverfassung hat die Stadtverwaltung dafür vier Monate Zeit.

Der Bezirksrat fordert außerdem eine komplette Überarbeitung der Hundeauslaufflächenbeschilderung am Kronsberg. Dort stehen zwar zahlreiche Schilder, doch auf vielen fehlt der Hinweis auf die dort geltende Anleinpflicht während der Brut- und Setzzeit. Zudem sind einige bis zur Unkenntlichkeit beschmiert worden und andere total verwittert - etwa die große Übersichtskarte „Landschaftsraum Kronsberg“, die auch längst nicht mehr aktuell ist. Das Hundeauslaufgebiet Kronsberg-Süd ist dort gar nicht verzeichnet.

Problematisch sei auch, dass sich die Beschilderungen vor Ort nicht mit dem offiziellen Kartenmaterial decken. „Laut Internetseite der Stadt ist die Fläche am südlichen Kronsberg deutlich größer“, sagt Quast. Hier müsse die Verwaltung entweder die Karten oder die Beschilderung nachbessern. Der Hundeauslaufweg am nördlichen Kronsberg werde ebenfalls nicht richtig ausgewiesen, dort fehlen offenbar Schilder.

In der Einwohnerfragestunde kritisierten mehrere Hundehalter die bestehenden Regelungen am Kronsberg. Ein Bürger sprach von einem „undurchschaubaren Schilderwald“. „Am Kronsberg wird hart kontrolliert, aber auf anderen Flächen in der Stadt wird ein Auge zugedrückt“, ärgerte sich eine Hundebesitzerin.

Laut Bezirksbürgermeister Rödel haben sich mehrere Bürger über verschärfte Kontrollen der städtischen Ordnungshüter beschwert. Die Stadt wies diese Vorwürfe auf Anfrage des Stadt-Anzeigers zurück. „An der Kontrollintensität hat sich in diesem Jahr nichts geändert“, sagte Rathaussprecher Dennis Dix. Beschwerden seien der Verwaltung nicht bekannt, im Gegenteil: „Aus der Bevölkerung kommt häufiger der Wunsch nach stärkeren Kontrollen in der Brut- und Setzzeit, dies ist mit der vorhandenen Personalstärke jedoch nicht zu leisten.“

Nur zehn Parkranger kontrollieren das gesamte Stadtgebiet und ahnden Verstöße auf den öffentlichen Grünflächen - unter anderem auch die Nichteinhaltung der Anleinpflicht. Nach Angaben der Stadt bleibt es beim ersten Verstoß meist bei einer Verwarnung. Wiederholungstäter können mit Bußgeld von fünf bis 5000 Euro bestraft werden; die Höhe variiert nach Häufigkeit, Ort und Schwere der Verstöße. Im Regelfall werden laut Stadt 70 Euro fällig.

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