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Aus den Stadtteilen Jugendliche werden vom Basketballfeld geworfen
Hannover Aus den Stadtteilen Jugendliche werden vom Basketballfeld geworfen
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02:15 25.09.2015
Robin (links) und Lennart wünschen sich mehr Basketballplätze in der Südstadt. Quelle: Christian Link
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Hannover

Weil sie in den Ferien eine Runde Basketball spielen wollten, haben zwei Jugendliche aus der Südstadt beinahe eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch kassiert. Die beiden 15-Jährigen wollten auf dem Basketballplatz der Bertha-von-Suttner-Schule zusammen mit Freunden ein paar Körbe werfen. Doch in der unterrichtsfreien Zeit sind die Schulhöfe in der Südstadt gesperrt. Also kletterten die Jugendlichen verbotenerweise über einen Zaun - und wurden prompt von einer Zivilstreife der Polizei erwischt. Nachdem sie sich persönlich beim Schulleiter entschuldigten, verzichtete dieser auf eine Anzeige.

„In der Südstadt fehlen Freizeitangebote für Jugendliche“

Hier könnte die Geschichte enden, wenn der Vorfall nicht symptomatisch für ein grundsätzliches Problem wäre: „In der Südstadt fehlen Freizeitangebote für Jugendliche“, sagt Dirk Deneke. Er gehört zu einer Gruppe von Eltern, die sich für mehr öffentliche Sportflächen und Jugendtreffs starkmachen. „Es ist einfach verschlafen worden, die Bevölkerungsentwicklung mit entsprechenden Angeboten zu begleiten“, sagt er. In der Südstadt würden nicht mehr nur ältere Menschen wohnen, der Stadtteil sei insbesondere bei Familien beliebt.

Die Lösung für das Problem ist scheinbar einfach. „Fast jede Schule hat Basketballkörbe, aber die Pausenhöfe sind abgeschlossen“, ärgert sich Ann-Katrin Zapke. Hier könne die Stadt mit wenig Aufwand neue Freizeitangebote schaffen. „Für kleinere Kinder haben wir wirklich genug“, sagt Zapke. Zudem gebe es mehrere Bolzplätze und eine Mountainbikestrecke. Danach gebe es aber wenig öffentliche Bewegungsmöglichkeiten für Jugendliche.

„Der öffentliche Basketballplatz ist Mist“

„Es gibt einen öffentlichen Basketballplatz in der Tiefenriede - aber der ist Mist“, sagt der 15-jährige Robin. „Dort ist alles voller Sand, man rutscht die ganze Zeit aus“, bestätigt Lennart. Die beiden wünschen sich wenigstens einen ordentlichen Platz im Stadtteil. „Er muss nur einigermaßen gute Körbe haben und zumindest bis 20 Uhr geöffnet sein“, sagt Robin.

„Das Problem gibt es schon lange, die Jugendliche haben einfach keine Lobby“, beklagt Meike Greiner-Schönberg. Beim Bezirksrat Südstadt-Bult sind die Eltern mit ihrem Anliegen dann aber doch offene Türen eingerannt.

„Wir haben Ihr Anliegen auf dem Schirm“, sagte Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne (SPD). Der Bezirksrat und die Verwaltungen würden sich Gedanken darüber machen müssen, wo die Jugendlichen hin könnten, betonte er in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Für die CDU sagte Dieter Küßner, er bewundere die Geduld der Jugendlichen. Er sei irritiert, dass gerade die Bertha-von-Suttner-Schule, die sich sonst immer weltoffen präsentiere, etwas gegen spielende Jugendliche habe, meinte Küßner. Bedauerlich sei allerdings, dass sich die Jugendlichen erst jetzt kurz vor dem Herbst gemeldet hätten. Hätten sie sich bereits früher zu Wort gemeldet, hätte der Bezirksrat möglicherweise noch für dieses Jahr etwas erreichen können.

von Christian Link und Mathias Klein

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