Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Kein Heimvorteil im Roderbruch

Groß-Buchholz Kein Heimvorteil im Roderbruch

Sportvereine kritisieren den Zustand der Bezirkssportanlage Roderbruch: Fußballplätze, Aschenbahn und Hallenboden sind mangelhaft. Die Mängelliste von MTV Groß-Buchholz und SV Inter 90 Hannover im Überblick.

Voriger Artikel
„Die Stadt kriegt das Waldschlösschen nicht“
Nächster Artikel
IGS Vahrenheide/Sahlkamp wird 20

Zahlreiche Unebenheiten erschweren das Fußballspielen auf dem sogenannten A-Platz. Immerhin ist er das einzige Spielfeld, das überhaupt wettbewerbstauglich ist.  

Quelle: Link

Groß-Buchholz. Amateurfußballer wissen sehr genau, dass es sich bei der Bezeichnung A-Platz eher um ein relatives Güte-Urteil handelt. Das gilt insbesondere für die Bezirkssportanlage Roderbruch, wo der SV Inter 90 Hannover seine Heimspiele austrägt. „Wir haben inzwischen Pilze auf dem Platz, die Stadt hält sich nicht an die eigenen Pflegehinweise“, kritisiert der Vereinsvorsitzende Andreas Sausner. „Da hinten sieht es grün aus, aber das ist alles Unkraut“, sagt er und zeigt auf einen großen Bereich in dem Kleeblätter, Löwenzahn und Pilze wachsen. Auch Horst Merkel, Sportwart des MTV Groß-Buchholz, ist mit dem Gesamtzustand unzufrieden. „Die Stadt muss endlich sagen, was sie mit der Bezirkssportanlage eigentlich machen will“, fordert er. Die Mängelliste der beiden Vereine ist lang:

Fehlende Bewässerung: „Für den A-Platz gibt es keine hinreichende Bewässerung, für die Trainingsplätze gar keine“, sagt Merkel. Trotzdem ließ die Stadt im Sommer im Fünf-Meter-Raum des A-Platzes neuen Rollrasen verlegen. Damit das neue Grün nicht sofort wieder vertrocknet, richtete der SV Inter eine provisorische Bewässerungsanlage ein. „Der Spaß hat uns um die 1000 Euro gekostet“, sagt Sausner, der gelernter Wasserbauingenieur ist. Das Geld habe sein Verein zwar gerne investiert, aber er kann sich eine bessere Lösung vorstellen, als eine Bewässerung mit Gartenschläuchen über die Trinkwasserleitung. Das Grundwasser müsste es hergeben, dass man hier einen Brunnen einrichtet“, sagt Sausner.

Schlechte Platzpflege: Die beiden Vereinsfunktionäre sind sich einig: „Die Fremdfirmen werden von der Stadtverwaltung zu wenig kontrolliert.“ Die Mäharbeiten würden in der Regel nur schlampig durchgeführt, und zudem gebe es unnötige Schäden durch schwere Pflegegeräte. Der Aschenplatz sei so sehr aufgeraut worden, dass viele größere Steine nach oben befördert wurden. Dadurch steige das Verletzungsrisiko, bemängelt Merkel. Außerdem würden wichtige Pflegeschritte für die Rasenplätze nicht mit den Vereinen abgestimmt werden.

Veraltete Leichtathletikanlagen: „Wir haben keinen Leichtathletiktrainer mehr, weil der sagt: Warum soll ich hier trainieren, da gibt es woanders viel bessere Bahnen“, berichtet der MTV-Sportwart. Die Aschenbahn um den A-Platz sei in einem erbärmlichen Zustand, Sprung- und Wurfanlagen total veraltet.

Ungenügende Trainingsplätze: Vor einem Tor auf dem B-Platz ist eine tiefe Kuhle, der Boden ist überall uneben, und wenn ein Ball über den Zaun fliegt, steht für den Schützen erst mal eine längere Trainingspause an - denn es gibt keinen Schlüssel für die Zauntore. Der Weg nach draußen ist also mehrere Hundert Meter weit. Der schlechte Zustand liegt laut Merkel am fehlenden Untergrund. „Das ist eine einfache Rasenfläche, daher kommt es immer wieder zu Absenkungen.“

Abgenutzter Hallenboden: Grundsätzlich sind die Sporthallen der IGS Roderbruch nicht schlecht. Allerdings mussten die Fußböden im Laufe der Zeit mehrfach ausgebessert werden und sind mittlerweile sehr uneben. „Die Tribüne ist sei etlichen Jahren nicht mehr nutzbar, sie kann nicht ausgefahren werden“, sagt Merkel. Bei der Stadt sind die Mängel bekannt. „Für die Sporthallen wurde eine entsprechende Planung zur Beseitigung der Mängel in 2013 erstellt“, schreibt Baudirektor Jörg Gronemann vom Fachbereich Gebäudemanagement in einem Brief an den MTV. Allerdings seien die Kosten auf 1,8 Millionen Euro veranschlagt worden - zu viel für den städtischen Haushalt.

Trotz aller Kritik nimmt Merkel die Verwaltung aber auch in Schutz. Auf der Sportanlage sei auch viel voran gebracht worden - etwa der Bau eines neuen Tartanplatzes, die Renovierung der Duschen oder die Reparatur der Flutlichter. „Die Mitarbeiter der Stadt kümmern sich im Rahmen ihrer Haushaltsmittel“, sagt er. Leider sei die Bezirkssportanlage offiziell als Schulgelände und nicht als Sportanlage eingestuft. „Dadurch stehen weniger Mittel zur Unterhaltung im Haushalt zur Verfügung.“ In den nächsten Jahren fordert der 1300 Mitglieder starke MTV Groß-Buchholz zumindest eine Anpassung der Haushaltsmittel an vergleichbare Bezirkssportanlagen, wie beispielsweise in Misburg.

Von Christian Link

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus den Stadtteilen

Sie wollen auch einen kleinen Beitrag leisten, um Flüchtlingen in der Region zu helfen? Dann sind Sie hier genau richtig. Das HAZ-Portal "Hannover hilft" bringt freiwillige Helfer aus der Bevölkerung und die professionellen Hilfsorganisationen zusammen – damit die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird. mehr

Wann finden in Hannover die Wochenmärkte statt? Eine Übersicht mit allen Märkten in den Stadtteilen.

Hier finden Sie die Telefonnummern der Ärztlichen- und Technischen Notdienste der Stadt Hannover sowie aller Lebenshilfeeinrichtungen.

An welchen Tagen kann in Hannover und der Region 2016 sonntags eingekauft werden? Eine Übersicht der Verkaufsoffenen Sonntage haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wann und wo gibt es Floh- und Trödelmärkte sowie Basare in Hannover und der Region? Wir haben eine Übersicht zusammengestellt.