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Aus den Stadtteilen Kunst zum Anfassen
Hannover Aus den Stadtteilen Kunst zum Anfassen
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00:18 19.09.2015
Bunte Wolken: Maler Wolfgang-Börries Roggemann stellt seine abstrakten Landschaften im Klaus-Bahlsen-Haus aus.  Quelle: Melanie Huber
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Bothfeld

„Riechen Sie mal.“ Wolfgang-Börries Roggemann beugt sich über eine seiner Arbeiten. Das Bild trägt den Titel „Wolken“ und der gebürtige Bremer hat es mit Eitempera gemalt, einer Mischung aus Ei, Leinöl, Wasser und Farbpigmenten. „Riechen Sie das Ei?“ Nein, eher nicht. Roggemann lacht. „Aber es ist anders als Acryl. Fühlen Sie mal.“

Durch die örtliche Nähe der verschiedenen Kunstwerke beim fünften Bothfelder Kunstspaziergang, organisiert vom Kulturtreff Bothfeld, gab es die unterschiedlichsten Maltechniken zu sehen: Während Roggemann seine Landschaften auf farbliche Eindrücke reduziert und dadurch abstrahiert, baut Sabine Köhler Holzelemente in ihre Acryl-Bilder mit ein. Auch Katharina Lob, die hauptberuflich von ihrer künstlerischen Arbeit lebt, sammelt getrocknete Pflanzen, Orchideen und Gräser und presst diese zwischen Plexiglasplatten. Unter den traditionellen Malern tummelte sich der Fotograf Jürgen Eidt, der mit seinen Nahaufnahmen von Schiffsrümpfen, Holzbalken und Wänden zeigt, wie farbenfroh Verfall sein kann.

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Der Architekt Harald Schulz-Helbach neben drei seiner Skulpturen.

In der Grasdachsiedlung gab es fantasiereiche Radierungen von Ingelin Pietsch und Acryl-Malereien von Gundula Meiritz und Jutta Bredy-Ruiz Diaz. Der Architekt Harald Schulz-Helbach präsentierte in seinem Haus Skulpturen aus Stein, die durch ihre Formen ein Gefühl von Leichtigkeit vermitteln. Der beim Verein Begegnung der Künste engagierte Bildhauer Henning Haeger zeigte den Besuchern in seinem Garten, wie Bronzeskulpturen entstehen. Familiär ging es bei den Koecherts zu: Während Christoph Koechert seit 2008 als studierter Schmuckdesigner mit Toeffeldesign Schmuck aus Silber und Gold herstellt, übt sich seine Mutter Johanna Koechert seit drei Jahren in Holzdrechselarbeiten. Durch einen gefällten Baum in ihrem Garten kam sie zu dem ungewöhnlichen Hobby, das sie nutzt, um vor allem Gebrauchsgegenstände wie Flaschenöffner und Karaffenkugeln herzustellen.

Der Austausch mit den Künstlern war herzlich - und Kaffee und Kuchen eine willkommene Stärkung: Wer alle Stationen besuchen wollte, darunter Nathanaelkirche, Kulturtreff und Isernhagen-Süd, musste gut zu Fuß sein: Manche Ausstellungsorte lagen weit auseinander. Doch der Weg lohnte sich: Heidemarie Gropengießer und Jutta Neumann etwa empfingen Besucher in der Garage ihres Wohnhauses mit Patchwork-Stücken und den warmen Worten: „Sie dürfen die Decke auch gerne anfassen!“ So unmittelbar kann der Austausch mit Kunstschaffenden sein.

Von Melanie Huber

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