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Linden soll zum Weltkulturerbe werden

Bezirksrat beschließt Linden soll zum Weltkulturerbe werden

Was Herrenhausen noch nicht geschafft hat, soll jetzt Linden gelingen. Der Bezirksrat hat beschlossen, den Stadtteil für eine Eintragung als Unesco-Weltkulturerbe anzumelden. Der Vorstoß kommt aus den Reihen der Linken, der Rest des Stadtteilgremiums hat zugestimmt – augenzwinkernd eher. Denn die Chancen sind doch ziemlich klein.

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Heimliches Wahrzeichen von Linden: Das illuminierte Heizkraftwerk.

Quelle: Ole Spata/dpa

Linden. Formal heißt es in dem Antrag, das Freizeitheim solle „im Ensemble mit dem Arbeitermilieu in Linden-Limmer“ zum Weltkulturerbe werden. Der sanierungsbedürftige Flachbau von 1961 soll in eine Reihe mit Welterbestätten wie den Kölner Dom, die Altstadt von Florenz oder das Schloss von Versailles gerückt werden. Die Linken wollen später eine „Kernzone“ und eine „Pufferzone“ definieren, die die Grenzen des Welterbes umreißen soll. Weil die anderen Fraktionen im Stadtteilgremium offenbar Humor haben, hoben sie mit großer Mehrheit die Hand für das Ansinnen. „Wir sind ja immer für Spaß zu haben“, kommentierte SPD-Fraktionschef Eike Geffers das Votum. „Ich besuche das Freizeitheim regelmäßig – bin ich dann auch geschützt?“, wollte Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube (Grüne) wissen.

Hier können Sie den Antrag im Wortlaut nachlesen.

Den Linken ist die Sache ernst. Auf zwei eng beschriebenen Seiten begründen sie, warum sie das Freizeitheim im Ensemble mit dem typisch Lindener Milieu als kulturelle Errungenschaft von Weltruf einstufen. Die Arbeiterbewegung habe in dem Stadtteiltreff ihre Wurzeln. Das Haus sei in den Achtzigerjahren sogar Ausgangspunkt für den Kampf der Gewerkschaften um die 35-Stunden-Woche gewesen. Nicht zu vergessen, dass sich 2011 Prominente wie Udo Lindenberg, Scorpions-Frontmann Klaus Meine, der damalige Bundespräsident Christian Wulff oder der einstige 96-Trainer Mirko Slomka für den Erhalt der Stadtteilbücherei im Freizeitheim stark gemacht haben. Das alles rechtfertige den Vorstoß in Richtung Weltkulturerbe.

Linden hat seinen 900. Geburtstag mit einem großen Fest gefeiert.

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Nun soll die Stadt Anfang 2018 den Nominierungsantrag beim World Heritage Center in Paris stellen. Man darf vermuten, dass die Verwaltung dem Ansinnen in ordentlichem Behördendeutsch eine höfliche Absage erteilt.

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