Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus den Stadtteilen Linden soll zum Weltkulturerbe werden
Hannover Aus den Stadtteilen Linden soll zum Weltkulturerbe werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 19.07.2015
Von Juliane Kaune
Heimliches Wahrzeichen von Linden: Das illuminierte Heizkraftwerk. Quelle: Ole Spata/dpa
Anzeige
Linden

Formal heißt es in dem Antrag, das Freizeitheim solle „im Ensemble mit dem Arbeitermilieu in Linden-Limmer“ zum Weltkulturerbe werden. Der sanierungsbedürftige Flachbau von 1961 soll in eine Reihe mit Welterbestätten wie den Kölner Dom, die Altstadt von Florenz oder das Schloss von Versailles gerückt werden. Die Linken wollen später eine „Kernzone“ und eine „Pufferzone“ definieren, die die Grenzen des Welterbes umreißen soll. Weil die anderen Fraktionen im Stadtteilgremium offenbar Humor haben, hoben sie mit großer Mehrheit die Hand für das Ansinnen. „Wir sind ja immer für Spaß zu haben“, kommentierte SPD-Fraktionschef Eike Geffers das Votum. „Ich besuche das Freizeitheim regelmäßig – bin ich dann auch geschützt?“, wollte Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube (Grüne) wissen.

Hier können Sie den Antrag im Wortlaut nachlesen.

Den Linken ist die Sache ernst. Auf zwei eng beschriebenen Seiten begründen sie, warum sie das Freizeitheim im Ensemble mit dem typisch Lindener Milieu als kulturelle Errungenschaft von Weltruf einstufen. Die Arbeiterbewegung habe in dem Stadtteiltreff ihre Wurzeln. Das Haus sei in den Achtzigerjahren sogar Ausgangspunkt für den Kampf der Gewerkschaften um die 35-Stunden-Woche gewesen. Nicht zu vergessen, dass sich 2011 Prominente wie Udo Lindenberg, Scorpions-Frontmann Klaus Meine, der damalige Bundespräsident Christian Wulff oder der einstige 96-Trainer Mirko Slomka für den Erhalt der Stadtteilbücherei im Freizeitheim stark gemacht haben. Das alles rechtfertige den Vorstoß in Richtung Weltkulturerbe.

Linden hat seinen 900. Geburtstag mit einem großen Fest gefeiert.

Nun soll die Stadt Anfang 2018 den Nominierungsantrag beim World Heritage Center in Paris stellen. Man darf vermuten, dass die Verwaltung dem Ansinnen in ordentlichem Behördendeutsch eine höfliche Absage erteilt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein italienisches Gastronomiekonzept aus Langenhagen will den Platz vor der Christuskirche aus dem Dornröschenschlaf wecken. Das Restaurant Vanino öffnet am 1. Dezember im markanten Backsteinneubau, dessen Richtfest am vergangenen Freitag gefeiert wurde.

19.07.2015

Der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide kritisiert das Radkonzept der Stadt: Ein Großteil der Probleme wird nicht angegangen, finden die Kommunalpolitiker. Es sei an vielen Stellen bisher nur geplant, die Situation zu überprüfen.

Bärbel Hilbig 19.07.2015

Die Janusz-Korczak-Allee ist für viele Autofahrer eine beliebte Abkürzung. Dem will der Bezirksrat Südstadt-Bult künftig einen Riegel vorschieben. Einen entsprechenden rot-grünen Antrag beschlossen die Lokalpolitiker in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig.

Margret Jans-Lottmann 19.07.2015
Anzeige