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Aus den Stadtteilen Lindener trauern um die Fösse-Apotheke
Hannover Aus den Stadtteilen Lindener trauern um die Fösse-Apotheke
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02:15 10.10.2015
Das war’s: Dietmar Thane und seine beiden langjährigen Mitarbeiterinnen verabschieden sich. Quelle: Mario Moers
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Wer so rührend von der Nachbarschaft verabschiedet wird, hat wohl alles richtig gemacht. Als Apotheker Dietmar Thane vergangene Woche nach 30 Geschäftsjahren seine Fösse-Apotheke endgültig schließen wollte, musste er am letzten Arbeitstag einige Überstunden anhängen: Die vielen Kunden und Nachbarn, die sich verabschieden wollten, zwangen ihn dazu. Nach insgesamt 60 Jahren am Kötnerholzweg geht mit Thane nun auch die Fösse-Apotheke selbst in den Ruhestand - für viele Lindener ein Grund zu trauern.

„Herr Thane hat sich immer Zeit genommen. Und wenn er etwas nicht wusste, hat er sich erkundigt“, erzählt Stammkundin Sylvia Schuhmacher. Es sind rührende Szenen, die sich am letzten Tag in der Fösse-Apotheke abspielen. Besonders für die Nachbarschaft in Linden-Nord war das 1955 von einem Apotheker Müller (später Grimm) gegründete Traditionsgeschäft eine feste Anlaufstelle. 1986 übernahm dann Thane die Apotheke. Seine beruhigend-besonnene Art schätzten viele Kunden an dem gebürtig aus Rahden in Westfalen stammenden Pharmazeuten.

Mit 63 freut sich Thane jetzt auf den Ruhestand. Er verschweigt nicht, dass auch wirtschaftliche Erwägungen für das endgültige Aus verantwortlich sind. Der Kötnerholzweg ist für die meisten Geschäfte eine schwierige Ecke. „Wir haben hier kaum Laufkundschaft. Ohne die Treue der Stammkunden wäre es nicht gegangen“, sagt er. Einige Versuche, einen Nachfolger zu finden, blieben daher erfolglos. „In der Umsatzklasse war das nicht zu vermitteln“, drückt es Thane aus. Die Ladenfläche ist inzwischen bereits anderweitig vermietet. Wer dort künftig einzieht, will die Hausverwaltung allerdings noch nicht verraten.

Von Mario Moers

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