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Lob und Kritik für neuen Wasserstadt-Plan

Limmer Lob und Kritik für neuen Wasserstadt-Plan

Die Wohndichte für das Neubaugebiet in Limmer bleibt der wichtigste Streitpunkt beim Runden Tisch. In der Frage zur Anzahl der Wohnungen im Neubaugebiet Wasserstadt Limmer gibt es zwischen Investoren und Bürgervertretern unüberbrückbar anmutende Differenzen.

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Um Ausgleich bemüht: Architektin Ingrid Spengler stellt den Planentwurf vor.

Quelle: Schwarzenberger

Limmer. Die Sache bleibt knifflig. In der Frage zur Anzahl der Wohnungen im Neubaugebiet Wasserstadt Limmer tauchen in vertraulichen Gesprächen zwischen Investoren und Bürgervertretern trotz neuer Pläne unüberbrückbar anmutende Differenzen auf.

500 Wohnungen soll es im ersten Bauabschnitt geben, für den Vertreter verschiedener Interessengruppen derzeit an einem Runden Tisch Kompromisse suchen. „Das ist immer noch relativ dicht“, kritisierte Thomas Berus von der Bürgerinitiative Wasserstadt. Bernd Hermann, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft für die einstige Conti-Brache, würde dagegen die Zahl aus wirtschaftlichen Gründen sogar noch höher ansetzen. Die Aussichten, dass bis zum Herbst ein Bebauungsplan steht, mit dem sich Anwohner, Politiker und Bauträger gleichermaßen anfreunden können, sind nicht gut.

Dabei bekam der vorige Woche im Freizeitheim Linden vorgestellte Planentwurf durchaus gute Kritiken. Das Büro Spengler Wiescholek hatte seinen ursprünglichen Plan aus dem Jahr 2014 - der noch 2000 Wohneinheiten, verteilt auf drei Bauabschnitte, vorsah - deutlich abgespeckt. Eine lichte Bebauung mit viel Freiraum zwischen asymmetrisch angeordneten Wohnblöcken soll den früheren Entwurf ersetzen. Die Gestaltung fand auch bei Anwaltsplaner Mark Hömke Beifall. „Es sind aber immer noch zu viele Wohneinheiten.“

Anwaltsplaner und Bürger rechnen vor: 400 Wohnungen im ersten Bauabschnitt würden bedeuten, dass mit den anderen Baufeldern zusammen nur bis zu 1200 Einheiten auf dem gesamten Areal entstünden. Damit wäre das Ziel aus dem jüngst abgeschlossenen Bürgerdialog erreicht. Die Stadt will die Wasserstadt aber mit bis zu 1800 Wohnungen bebauen lassen. Und selbst mit diesem Plan hat Investorenvertreter Hermann Probleme. Der jetzt vorgestellte Entwurf könnte zu Mehrkosten führen, warnte er. „Wir hätten zu wenig Bauland, das wird sich in den Grundstückspreisen niederschlagen.“ Mehr Wohnungen, so sein Argument, würden die Kosten für Häuser und Infrastruktur besser verteilen.

Architektin Ingrid Spengler versuchte mit ihrem neuen Entwurf den Ausgleich. Schon im ersten Bauabschnitt sollen verschiedene Wohnformen möglich sein. Der Plan sieht vor, dass innerhalb eines einzigen Blocks sowohl Eigentumswohnungen als auch Mietwohnungen gebaut werden. „Es wird auch Raum für Baugemeinschaften geben“, sagte sie. Auch Reihenhäuser sind vorgesehen. Drei bis vier Geschosse sollen die Häuser in die Höhe ragen - das war ein Wunsch der Bürgervertreter. Doch einzelne Gebäude, darunter die sieben fingerartig auf das Kanalufer weisenden Gebäuderiegel, könnten auch sechs bis acht Etagen aufweisen. Das wollen die Bürgervertreter allerdings vermeiden. Spengler sieht darin indes eine Möglichkeit, mehr Platz für Wohnraum zu schaffen.

Karsten Klaus, Geschäftsführer der kommunalen Baugesellschaft GBH, lobte den Entwurf. „Er hat den Charakter einer Gartenstadt mit viel Aufenthaltsqualität.“ Er befürchte, dass einige Investoren homogene Wohnblöcke - also nur Wohneigentum oder nur Mietwohnungen - bevorzugen könnten. Aber bei der GBH sehe man das gelassen. „Wir wollen dort bauen.“

Die meisten Parkplätze für die Anwohner sollen in Tiefgaragen eingerichtet werden. Die Planer rechnen damit, dass viele Bewohner ohne eigenes Auto auskommen. Für die 500 Wohnungen soll es nur 400 Stellplätze in den Tiefgaragen geben. Für Besucher oder Lieferverkehr soll es noch einmal 100 oberirdische Parkplätze geben. Immerhin sind im ersten Bauabschnitt auch ein Supermarkt und ein Kindergarten vorgesehen. „Über Standort und Größe der Kita wird noch diskutiert“, sagte Hannovers Baudezernent Uwe Bodemann. Auch die genaue Lage der Tiefgaragen werde noch überprüft. Eine jahrelange Bodensanierung war wegen der Beseitigung giftiger Altlasten aus der Reifenproduktion nötig geworden; fast überall wurde das Areal künstlich modelliert.

Den Sommer über wollen die Interessengruppen am Runden Tisch weiter nach einer Lösung für die noch offenen Streitpunkte suchen. Im Herbst sollen die Ergebnisse in einer weiteren Bürgerversammlung vorgestellt werden, danach eröffnet die Stadt das Planverfahren. Dann erst darf die Politik entscheiden. In gut einem Jahr könnte das Baurecht für den ersten Bauabschnitt stehen. Dann starten der Verkauf der Baugrundstücke und die Bebauung.

Der Bezirksrat Linden-Limmer hat sich am Mittwoch mit dem Bebauungsplan zur Wasserstadt befasst.

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