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„Kaufen und Mieten bleibt bezahlbar“

Linden „Kaufen und Mieten bleibt bezahlbar“

Luxuswohnen am Von-Alten-Garten oder am Ihmeufer: Leben in Linden wird immer teurer, aber: Die drei Stadtteile hätten zwar beim Preisniveau kräftig aufgeholt, seien aber noch immer viel günstiger als etwa die Wohnviertel an der Eilenriede, sagt Immobilienmarkler Peter Läufer.

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Im Klinikaltbau an der Ricklinger Straße entstehen 50 Mietwohnungen – mehr als 200 Interessenten haben sich schon lange vor Fertigstellung dafür beworben.

Quelle: Christian Link

Linden. Ein Penthouse für eine Million Euro, eine 157-Quadratmeter-Wohnung für 515000 Euro - diese Immobilien stammen nicht aus dem Zooviertel, Kirchrode oder Waldhausen, sondern aus Linden. Mit diesen beiden Beispielen für neues Luxuswohnen konfrontierte Peter Hoffmann-Schoenborn eine Expertenrunde beim jüngsten Wirtschaftsforum des Vereins Lebendiges Linden und stellte die Frage: „Bleibt das Wohnen in den Linden bezahlbar?“ - Die Antwort lautet: „Ja, aber ...“.

„Es gibt in Linden nach wie vor bezahlbare Wohnungen zu kaufen und zu mieten“, sagt Peter Läufer, Immobilienmakler bei der Hannoverschen Volksbank. Die drei Stadtteile hätten zwar beim Preisniveau kräftig aufgeholt, seien aber noch immer viel günstiger als etwa die Wohnviertel an der Eilenriede. Läufer hat zudem einen weiteren großen Unterschied festgestellt: „In Linden kaufen überwiegend Privatkunden, die aus Linden kommen.“

Das bestätigt auch sein Kollege Marko Knust von der Sparkasse Hannover, die unter anderem zwei Wohngebäude auf dem Gelände der ehemaligen Hautklinik vermarktet. „Die Kunden, die dort gekauft haben, sind in der Regel ehemalige Lindener, die wieder zurückkommen“, sagt Knust. Allerdings ist das Wohnquartier „Ihmeauen“ zwischen Ricklinger Straße und Ihme kein Beispiel für günstigen Wohnraum. Für die Eigentumswohnungen müssen die zukünftigen Bewohner dort sogar Preise bis zu 4000 Euro pro Quadratmeter zahlen, die Mietwohnungen direkt am Wasser werden von einer Privatfirma ab 11,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angeboten. „Das ist ambitioniert, aber diese Mieten werden gezahlt“, sagt Knust.

Ein neues Phänomen

Luxuswohnungen sind in Linden ein eher neues Phänomen, der überwiegende Teil des Wohnungsbestands ist preiswert zu haben - aber dafür schwer zu bekommen. „Diese Wohnungen tauchen nicht unbedingt in den Immobilienanzeigen auf“, weiß Knust. Gibt es mal einen Besichtigungstermin, lockt der gelegentlich bis zu 40 Besucher an. Davon sei erfahrungsgemäß aber nur ein Teil tatsächlich auf Wohnungssuche. „Viele interessieren sich einfach dafür, wie die Wohnung aussieht“, sagt Läufer.

Noch schwieriger ist es, ein Grundstück in Linden zu kaufen. „Wir sind schon seit Längerem auf der Suche, aber es gibt wenige Objekte auf dem Markt“, sagt Gerd Nord von der Wohnungsgenossenschaft Selbsthilfe Linden. Die seltenen Angebote seien zudem sehr teuer. Der Kaufpreis dürfe die 15-fache Jahresmiete des Objekts nicht übersteigen, damit es für die Genossenschaft wirtschaftlich interessant bleibt. „Unsere Durchschnittsmiete liegt bei 4,80 Euro“, erklärt Nord, „um groß zu investieren, müssten wir die Mieten auf ein ganz anderes Niveau anheben.“ Das sei aber weder möglich noch gewünscht.

Warten auf die Wasserstadt

Die Wohnungsgenossenschaft ist daher auf einen Glücksfall oder die Mithilfe der Stadt angewiesen, beides hat es aber schon länger nicht mehr gegeben. Zuletzt hatte die Verwaltung anderen Projektträgern den Vorzug gegeben - nicht immer ganz nachvollziehbar, kritisiert Nord. „Die Vergabe der Hautklinik ist eigentlich auch am Markt vorbeigelaufen“, sagt er. Er hofft, dass seine Genossenschaft bei zwei zukünftigen Bauprojekten zum Zug kommt: „Wir schauen jetzt auf die Wasserstadt und das Wohnquartier Ohestraße.“

Die städtische Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH) sucht ebenfalls händeringend nach Neubauflächen. „Wenn Sie ein Grundstück in Linden haben - rufen Sie mich an“, wendet sich GBH-Bestandsentwicklungsleiter Robert Kulle an das Wirtschaftsforum. Die GBH hat in Linden rund 1700 Wohnungen, die Durchschnittskaltmiete liegt dort bei 5,26 Euro. Weitere 150 Wohnungen will das Unternehmen in den drei Stadtteilen demnächst noch bauen, darunter auch Senioren- und Starterwohnungen für junge Leute, die nach Linden ziehen wollen. Für weitere Bauprojekte fehlen die Flächen.

Zusätzlich investiert das kommunale Unternehmen derzeit mehrere Millionen in die Sanierung seiner Wohnhäuser in Linden-Nord. „Wir werden häufig angegangen, weil wir aktiv gentrifizieren“, sagt Kulle. Diese Vorwürfe seien aber ungerechtfertigt, wie das Beispiel Kötnerholzweg 20 zeigt. Dieses Mehrfamilienhaus hatte die GBH für 1,1 Millionen Euro renoviert. „Von den fünf Mietern ist nur einer nicht wieder eingezogen, der hat sich eine Eigentumswohnung gekauft“, berichtet der GBH-Mitarbeiter. Der Mietpreis für die renovierten Wohnungen liegt dort bei 5,40 Euro. „Das funktioniert aber nur mit öffentlichen Förderungen“, sagt Kulle. Nicht geförderter Wohnraum im Neubau sei deutlich teurer. Am Klagesmarkt etwa beträgt der Mietpreis für die neuen GBH-Wohnungen laut Kulle 9,50 Euro.

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