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Aus den Stadtteilen Luxuswohnen im grünen Linden
Hannover Aus den Stadtteilen Luxuswohnen im grünen Linden
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00:18 19.08.2015
Von Juliane Kaune
Betreuen das Luxuswohnprojekt in Linden-Mitte: Kristina Hripchenko und Thorsten Harms. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Es liegt in direkter Nachbarschaft zum Von-Alten-Garten. Dennoch dürfte das Grundstück an der Kirchstraße 17a den wenigsten Lindenern bekannt sein. Verborgen hinter einer hohen Mauer und verschlossen durch ein großes Metalltor ist das Areal von der Straße aus nicht einsehbar. Doch wer das Gelände betritt, kann Erstaunliches entdecken - ein villenartiges Wohnhaus im Stil der Sechzigerjahre und drumherum eine parkähnliche Anlage mit stattlichen Bäumen. Und diese versteckte Idylle in Linden-Mitte soll nun zur exklusiven Adresse werden: Ende des Jahres will die Lehrter Firma Helma das alte Gebäude abreißen, um einen Neubau mit acht luxuriösen Eigentumswohnungen errichten zu lassen.

Die Preise sind stattlich - sie liegen zwischen 310.500 Euro für eine Wohnung mit 72 Quadratmetern und 843.600 Euro für ein Penthouse mit 160 Quadratmetern. „Die Lage“, sagt Thorsten Harms, „rechtfertigt den Preis - wo gibt es so etwas hier sonst noch?“ Der Marketingleiter von Helma führt über das verlassene Gelände und durch den großzügigen Garten, um den sich seit Längerem niemand mehr gekümmert hat. Farne schießen in die Höhe, von den Bäumen sind einige Äste abgebrochen, überall liegt Laub - und die Hortensien blühen. Der letzte Besitzer, der auch in dem Haus lebte, war ein Angehöriger der Familie von Alten; nachdem er im vergangenen Jahr gestorben war, stand das Gebäude zum Verkauf.

Pläne für den Neubau sind fertig

Im Dezember vergangenen Jahres erwarb Helma das 2500 Quadratmeter große Grundstück samt Gebäude. Inzwischen sind die Pläne für den Neubau fertig, vor Kurzem sind die Wohnungen in die Vermarktung gegangen. „Erste Interessenten waren schon hier“, sagt Projektentwicklerin Kristina Hripchenko. Ihr Kollege umreißt die Zielgruppe, an die sich die hochpreisigen Wohnungen richten sollen. „Wir denken an gut verdienende Menschen, die Linden mögen und sich hier niederlassen wollen - oder die wieder zurückkommen“, sagt Harms, der früher selbst in Linden-Nord gewohnt hat.

Geplant ist, anstelle des bestehenden Gebäudes ein modernes geklinkertes Mehrfamilienhaus zu errichten. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sind jeweils zwei Wohneinheiten vorgesehen, dazu kommen zwei Maisonettewohnungen und zwei Penthouseapartments in einem Staffelgeschoss. Die Wohnungen haben zwischen zwei und fünf Zimmern, Terrasse oder Balkon; zur Ausstattung gehören unter anderem Parkettboden und Fußbodenheizung. Vorgesehen sind zudem Kellerräume und eine Tiefgarage, von der aus ein Aufzug zu den Wohnräumen führt.

Den Garten hinter dem Haus, dominiert von mächtigen Buchen und Eiben, sollen alle künftigen Bewohner nutzen können. „Einige der Bäume sind rund 100 Jahre alt“, sagt Marketingmann Harms während des Rundgangs. Sie dürfen nicht angetastet werden. Allerdings müssen für das Neubauprojekt auch Bäume gefällt werden. „Das geschieht in enger Abstimmung mit der Stadt Hannover“, sagt Kristina Hripchenko. Die Wohnungseigentümer werden trotz der Nähe zum Von-Alten-Garten unter sich bleiben: Die Mauer, die das Privatgelände als Sichtschutz von dem öffentlichen Park trennt, bleibt stehen. „Sie wird aber hübscher gestaltet“, erklärt die Projektentwicklerin. Mitte 2017 soll der Neubau fertiggestellt sein.

Die Preise sind beachtlich

Weitere Projekte: Das Haus in der Kirchstraße ist nicht das einzige Projekt, das derzeit in Linden-Mitte für finanziell gut ausgestattete Käufer entsteht. So lässt eine Bauherrengemeinschaft die frühere Villa Stephanus in der Garten- allee umbauen. Dort sind die Preise ebenfalls beachtlich: Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern Fläche kostet rund 400.000 Euro, ein 150 Quadratmeter großes Penthouse ist für 1,2 Millionen Euro zu haben. Auch auf dem nur 330 Quadratmeter großen Grundstück eines früheren Getränkemarkts an der Ecke von Wittekindstraße und Dieckbornstraße entstehen Wohnungen. Dort wird ein Neubau errichtet - im Mai 2014 waren die Wohnungen mit 3300 bis 3700 Euro pro Quadratmeter inseriert.

Dass die Preise für Wohneigentum gerade im begehrten Linden-Mitte derart anziehen, sieht Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube (Grüne) auch mit Sorge. Er wünscht sich, dass in Linden weiterhin auch Baugrundstücke für Menschen mit geringerem Einkommen freigehalten werden; dort könnten zum Beispiel Genossenschaften Mietwohnungen errichten. Grube regt an, im Stadtteil ein Netzwerk aus Politik, Wirtschaft, Bauunternehmen und anderen Beteiligten aufzubauen, um künftig entsprechenden Vorhaben bessere Chancen auf eine Realisierung zu ermöglichen.

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