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Mehr Licht für die Basilika

Clemenskirche bekommt neues Gesicht Mehr Licht für die Basilika

Die Clemenskirche bekommt bis zur 300-Jahr-Feier 2018 ein ganz neues Gesicht. Das Gebäude soll durch die Renovierung etwas von seiner barocken Lebendigkeit zurück erhalten.

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„Ein großer Wurf“: Propst Tenge will die Fenster im Altarraum wieder öffnen lassen.

Quelle: Moritz Küstner

Calenberger Neustadt. Man bemerkt sie kaum, so unscheinbar stehen sie in ihren Nischen da. Weiße Apostel vor weißem Grund. Grau geworden sind die Heiligen aus Alabasterstuck über die Jahrzehnte. Um sie herum sind die Wände von der Clemenskirche in einem Rosa gestrichen, das von fern an Bonbonpapier erinnert. Einige der Fensterscheiben von 1956 sind geborsten und aus den rostenden Einfassungen gefallen. Und im Altarraum bilden Leuchter, Tabernakel und Heiligenfiguren ein abenteuerliches stilistisches Sammelsurium.

Das alles soll sich jetzt ändern: Bis zum Jubiläum des 300-jährigen Bestehens der Basilika – sie wurde am 4. November 1718 geweiht – soll Hannovers katholische Hauptkirche ein von Grund auf neues Gesicht bekommen. „Wir wollen ihr Inneres ästhetisch so umgestalten, dass man sich dort auch in 50 Jahren noch wohlfühlen kann“, sagt Propst Martin Tenge.

Tatsächlich ist die Clemenskirche mit ihren gewaltigen Bögen und ihrer mächtigen Kuppel eine architektonische Perle. Der Bau im venezianischen Barockstil wurde einst von Tommaso Giusti errichtet, der auch das Galeriegebäude in Herrenhausen schuf. Doch beim Wiederaufbau nach dem Krieg hielt man sein Inneres betont schlicht. Später, nach den Reformen des Konzils, wurde der Hauptaltar durch die wuchtige Orgel ersetzt, deren Spieltisch man noch dazu mit einer Art Raumteiler notdürftig kaschierte. Und auch die Farbgebung nahm dem Raum viel von seiner Atmosphäre.

Jetzt ist geplant, die rosafarbenen Wände in einem warmen Weißton zu streichen, die Apostelstatuen zu säubern und deren Nischen farblich so zu fassen, dass die Figuren sich deutlicher abheben. Vor allem aber sollen neue Fenster mit großen, blauen Glasflächen und einigen rötlichen Streifen ein buntes Farbenspiel auf die weißen Wände zaubern. So soll der Bau etwas von seiner barocken Lebendigkeit zurück bekommen.

„Der Kirchraum ist großzügig und elegant – das Blau soll ihm einen meditativen Charakter geben“, sagt der Künstler Tobias Kammerer aus Rottweil, der die Pläne für die Neugestaltung von St. Clemens entworfen hat. Die klare, blaue Farbe stehe für Ferne und Tiefe – und sie erinnere an die Sehnsucht nach dem Wunderbaren, sagt er. Außerdem will Kammerer eine große Kopie der Sixtinischen Madonna in die Kirche holen. Bislang ist das große Gemälde aus dem 19. Jahrhundert in der Sakristei versteckt. Und zur berühmten Kuppel hin soll die Decke in blauen und orangefarbenen Tönen erstrahlen: „Sie öffnet sich gewissermaßen zum Himmel“, sagt er. „Ein barockes Motiv, zeitgenössisch interpretiert.“

Seit Jahrzehnten sind die großen Fenster im Altarraum mit weißen Holzplatten verschlossen. Jetzt sollen diese geöffnet werden. „Ausgerechnet der Altarraum ist bislang der dunkelste Teil der Kirche“, sagt Propst Tenge. „Bei der Umgestaltung haben wir uns für den großen Wurf entschieden. Orgel, Krypta, Beleuchtung, Altarraum – wir nehmen alles in den Blick.“

Das Bistum Hildesheim hat signalisiert, sich an jenen Kosten zu beteiligen, die für den Erhalt der Bausubstanz anfallen. Um zusätzlich Spenden einzuwerben, wollen engagierte Laien jetzt einen Kirchbau- und Förderverein aus der Taufe heben. Wie hoch die Kosten für die Neugestaltung ausfallen, steht noch nicht fest. „Nach ersten Schätzungen gehen wir von einer siebenstelligen Gesamtsumme aus“, sagt Tenge vorsichtig. Seit dem Skandal von Limburg gehen Kirchenführer bei der Baufinanzierung lieber auf Nummer sicher. Die Architektengemeinschaft Hübotter, Stürken und Busch solle nun einen Kostenplan erstellen, und dann werde entschieden, was realisierbar sei, sagt Tenge: „An Ideen mangelt es nicht. Es fragt sich nur, wie viel davon sich auch umsetzen lässt.“

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