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„Unvollständig und mangelhaft“

Misburg-Anderten „Unvollständig und mangelhaft“

Die Planungen zum Bau einer gemeinsamen Mensa für die vier Schulen im Misburger Schulzentrum haben im Bezirksrat Misburg-Anderten heftige Kritik hervorgerufen. Die Politiker bemängeln, dass auf den vorgelegten Plänen genaue Maße fehlten. Außerdem ziehen sie die Funktionalität in Zweifel.

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Die Mensa soll an das Kurt-Schwitters-Gymnasium angedockt werden.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Zu Beginn der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrats Misburg-Anderten im Misburger Rathaus bittet Bezirksbürgermeister Klaus Dickneite (SPD) „gnädigst darum, angesichts der Hitze Wortbeiträge auf das Nötigste zu beschränken“. Nötig ist offensichtlich vieles: Selten ist eine Vorlage der Verwaltung in dem Gremium derart kritisiert worden wie die zum Bau einer gemeinsamen Mensa für die vier Schulen im Misburger Schulzentrum. Die Politiker sind sowohl mit der Planung an sich als auch mit der Präsentation nicht einverstanden. „Das ist unvollständig und mangelhaft“, sagt der SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Gesk.

Die gemeinsame Mensa für Gymnasium, Real- und zwei Grundschulen soll als eine der größten ihrer Art in Hannover 5,7 Millionen Euro kosten und täglich 900 Essen in drei Schichten ausgeben. Diese können die Schüler online bestellen. Gewählt worden ist das sogenannte „Cook-and-Chill“-System, für das per Ausschreibung ein Cateringdienst gesucht werden soll. Dabei wird Essen extern gekocht, dann gekühlt, zweimal in der Woche angeliefert und in der Mensaküche erhitzt. Außerdem ist das Gebäude mit Foyer und Bühne bestückt und kann so als Veranstaltungsort etwa für Schulfeiern, Lesungen, Theateraufführungen und Versammlungen im Stadtteil genutzt werden. Damit soll es den großen Saal des Bürgerhauses ersetzen. Der Baubeginn ist für den März kommenden Jahres angestrebt, die Fertigstellung zu Beginn des Schuljahres 2017/2018. Insgesamt ist das Gebäude laut Planung 42 Meter lang, 31 Meter tief und sechs Meter hoch.

Als Standort hat die Verwaltung nach Angaben von Andreas Klinke vom Gebäudemanagement fünf Plätze in die Auswahl genommen und sich schließlich für eine Lage an der Straße Hinter der Alten Burg am Kurt-Schwitters-Gymnasium entschieden. „Dort müssen wir keine bestehenden Gebäude abbrechen“, erläutert Klinke. Allerdings habe man auf bestehende Bebauungspläne Rücksicht nehmen und diese voll ausreizen müssen.

Die Politiker bemängeln, dass auf den vorgelegten Plänen genaue Maße fehlten. Außerdem ziehen sie die Funktionalität in Zweifel. „Ich glaube nicht, dass die Kapazität der Essensausgabe ausreicht“, sagt etwa André Becker (CDU). Rita Scholvin (SPD) befürchtet Belästigungen für Schulbetrieb und Anwohner durch den Anlieferverkehr. Gleich mehrere Politiker bekritteln die Planung für Bühne und Backstagebereich - „zu klein, zu niedrig“, lautet der Tenor. Klinke erklärt, man habe einen machbaren Kompromiss wählen müssen: „Hätten wir Bebauungspläne ändern wollen, würde dies das Projekt um zwei Jahre verzögern.“

Zeitnot besteht auch so. Statt abzustimmen, ziehen die Politiker die Beschlussdrucksache zu weiteren Beratungen in die Fraktionen. Unter anderem wünschen sie Aufklärung über das Essenskonzept, das aber nicht Sache der Bau-, sondern der Schulverwaltung ist.

Bei einer Sondersitzung will sich der Bezirksrat erneut mit dem Mensabau befassen. Dadurch kommen aber die turnusmäßigen Beratungsabläufe durcheinander, denn bereits für den heutigen Donnerstag ist eine Sitzung des Schulausschusses in Sachen Mensabau anberaumt. „Diese enge Terminfestsetzung ist eine Missachtung des Bezirksrates“, ärgert sich Bezirksbürgermeister Dickneite. Nach Angaben der Verwaltung gerät der geplante Baubeginn in Gefahr, wenn sich die Beratungen noch länger hinziehen. Dann ließe sich auch der angestrebte Eröffnungstermin nicht mehr halten.

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