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Kleefelder Schüler fahren auf Hockenheimring mit

"Gasoline Racing Team" Kleefelder Schüler fahren auf Hockenheimring mit

Beim Technologiewettbewerb "Formel 1 in der Schule" fahren die Neulinge vom Gasoline Racing Team der Schillerschule in Kleefeld vorn mit. Die Schüler haben für den Wettbewerb Modellautos gebaut, die mit Kohlenstoffdioxid-Kapseln betrieben werden.

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Dorothea Guthmann (von links), Max Tobschall, Lilly Jung, Hendrik Ehrich, Finn Wilczek und Johannes Dehl sind das Gasoline Racing Team. Mittels digitalem Windkanal wird der Luftwiderstand gemessen.

Quelle: Benjamin Behrens

Kleefeld. Niki Lauda und Michael Schumacher haben auf ihm schon Reifengummi gelassen und Bestzeiten eingefahren - der Hockenheimring. Jetzt durfte der Nachwuchs ran, denn die Rennstrecke war Austragungsort der neunten deutschen Meisterschaft des Modellautorennens „Formel 1 in der Schule“. Das Gasoline Racing Team der Schillerschule in Kleefeld war mit ihrem mit Kohlenstoffdioxid-Kapseln betriebenen Flitzer das erste Mal mit dabei. In dem Technologiewettbewerb konstruieren Schüler zwischen elf und neunzehn Jahren ein Modellauto, das die auf einer kleinen Rennbahn von zwanzig Metern möglichst schnell ist.

Jährlich findet die deutsche Meisterschaft statt, die Teams qualifizieren sich in Regionalwettkämpfen für die Endausscheidung. „Bei der Regionalmeisterschaft Mitte haben wir den zweiten Platz belegt und waren für die Meisterschaft zugelassen“, freut sich Max Tobschall. Mit ihrem aus Balsaholz und Kunststoff gefertigten, liebevoll auf den Namen „Fire- storm“ getauften Rennwagen, waren sie nicht nur die schnellsten, sondern konnten die Junioren im März bei dem in der Autostadt in Wolfsburg ausgetragenen Rennen auch sonst überzeugen. „Das Auto selbst ist nur ein Teil der Bewertung, ebenso wichtig sind ein gutes Portfolio, die mündliche Präsentation und der Messestand“, sagt Max Tobschall. Für Portfolio und Präsentation gab es sogar Sonderpreise.

„Das war auch unser Anstoß mitzumachen, weil jeder für einen Bereich seine Stärken gesehen hat“, sagt Dorothea Guthmann. So hat sich das sechsköpfige Team gut ergänzt, seit November letzten Jahres arbeiten sie zusammen. Der 16-Jährigen liegt die Konstruktion nicht so sehr, dafür hat sie sich gern um das Management des Teams gekümmert und zusammen mit Johannes Dehl das Portfolio erstellt. Johannes Dehl hat außerdem Flyer, Plakate und die Präsentation entworfen. Lilly Jung ist ebenfalls einer der Kreativköpfe des Teams, sie hat den Messestand geplant, außerdem kümmert sie sich um alles was mit Design zu tun hat, von der Teamkleidung, über die Website bis hin zur Optik des Autos.

Das Fahrzeug-Design selbst ist ein Gemeinschaftsprojekt von Max Tobschall, Hendrik Ehrich und Finn Wilczek. Echtes Hightech kam zum Einsatz, mittels der Software Autodesk entwarfen die drei am Computer das Chassis und Spoiler des Rennwagens. Die Software, stammt aus den USA und wird auch in der Autoindustrie zum Entwerfen eingesetzt. Sie erlaubt sogar die Simulation eines Windkanals um so die Fahreigenschaften auszuprobieren und Fehler auszubessern. Tatkräftige Unterstützung im Umgang mit der Software gab es von der Uni Hannover, auch die Kunststoffteile des „Firelance“ getauften Nachfolger des Vorgängerfahrzeugs stammen aus dem 3-D-Drucker der Uni. Das Chassis wurde mittels computergesteuerter Fräse bei der Fachhochschule Hannover aus besonders leichtem Balsaholz geschnitzt. Die vielen Unterstützer verdanken die sechs ihrer intensiven Sponsorensuche. Auch das gehört dazu. „Es geht nicht ohne Geld, wir haben einen aktuellen Finanzplan erstellt und sind auf 1600 Euro gekommen, die wir bisher ausgegeben haben“, sagt Dorothea Guthmann. 2600 Euro waren ursprünglich veranschlagt, sicherheitshalber. 1000 Euro haben die Modellbauer durch Sachspenden und Hilfe einsparen können. So zum Beispiel auch durch ihre Teststrecke, die in einem langen, schmalen Lagerraum unter dem Dach der Schule steht. Die Leihgabe aus der Autostadt ermöglicht es, das fertige Fahrzeug in der Praxis zu testen. Eine Anzeigentafel zählt wie bei der großen Rennbahn den Start runter, dann sticht ein Dorn die CO2-Kapsel im Fahrzeugheck an, das Gas tritt aus. Mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde saust der Firelance die 20 Meter Bahn entlang. Zwar sind die Bedingungen nicht ideal, die Bahn ist nicht perfekt ausgerichtet, aber hier gefahrene Zeiten können nur besser werden. 1,4 Sekunden schaffte das Modellauto, Lichtschranken an Bahnanfang und -ende stoppen die Zeit. Auch die Reaktionszeit auf das Startsignal zählt hinzu. Dorothea hat hier die Nase vorn, mit Spitzenwerten von 0,3 Sekunden hat sie sich den Platz am Startknopf gesichert. Sollten Teile des Fahrzeugs abbrechen oder sonst etwas schief gehen, gibt es Strafzeiten.

Lehrerin Birgit Ziegenmeyer ist begeistert von dem, was das Team alles geschafft hat. „Großartig - was mich beeindruckt hat, das sie sich als Neulinge in so viele Bereiche eingearbeitet haben“, sagt die Informatik-, Englisch- und Mathelehrerin. Und nach all der Zeit seien alle immer noch mit viel Freude dabei. Am Ende wird sich zeigen, dass die rund 100 Stunden, die allein in die Konstruktion des Autos geflossen sind, neben der Schule, sich gelohnt haben. Das Gasoline Racing Team freut sich über den 11. Platz unter den angetretenen 200 Teams der WM.

Von Benjamin Behrens

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