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Aus den Stadtteilen Mit Bücherskorpionen gegen das Bienensterben
Hannover Aus den Stadtteilen Mit Bücherskorpionen gegen das Bienensterben
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02:15 25.04.2016
Schüler der IGS List wollen herausfinden, ob sie mit Bücherskorpionen die schädliche Varroamilbe in ihren Bienenstöcken bekämpfen können. Von links: Lehrer Hans-Jürgen Ratsch. Hanna Henze (13) aus der Forscherklasse 7f, Biene Emma Lauterbach (13) 7b und Leon Antonijevic (19) von der Schülerfirma "Imkerei der IGS List". Quelle: Tim Schaarschmidt
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Der Feind kommt aus Indien, nistet sich klammheimlich in den Bienenstöcken ein und befällt die fleißigen Insekten: Jährlich fallen Tausende von Bienenvölkern den Varroamilben zum Opfer. Als im Jahr 2012 das große Bienensterben auch in den Stöcken der Imkerei der IGS List einsetzte, machte sich Schüler Johannes Leng im Internet auf die Suche nach einer Lösung. Dabei stieß er auf den unscheinbaren, etwa drei Millimeter großen achtbeinigen Bücherskorpion.

Die Forscherklasse 7f und die Schülerfirma "Imkerei in der IGS List" wollen herausfinden, ob sich die Bücherskorpione als Gegenmittel gegen die Parsiten einsetzen lassen. Erste Experimente einer Hamburger Schule zeigen, dass sich das Insekt im Kampf gegen die Varroamilbe bewährt hat. An 13 verschiedenen Standorten in der Region wollen die hannoverschen Forscher je drei extra angefertigte Beuten - so nennen die Hobby-Imker die Wohnungskästen ihrer Bienen - aufstellen. In einer der Behausungen haben die Schüler auch Wohnraum für die Bücherskorpione geschaffen. "Die Tiere lieben es trocken, deshalb haben wir die Kästen mit Streu gedämmt", sagt Projektleiterin Petra Hoppe.

In alten Scheunen und unter Holzbalken haben die jungen Forscher bereits zahlreiche Bücherskorpione gesammelt und sie in die präparierten Bienenstöcke umgesiedelt. Gerade ist der letzte Kasten fertig geworden: Jetzt kann das Forschungsprojekt "Bücherskorpione als Varroabekämpfer" starten. In regelmäßigen Abständen werden die Schüler der Forscherklasse 7f die einzelnen Beuten öffnen, Proben entnehmen und zählen, wie viele tote Varroamilben sie finden können.

"Die Varroamilbe beschäftigt uns schon seit Jahren", sagt Martina Janke vom Bieneninstitut in Celle. Sie steht den neugierigen Hobby-Imker aus der List mit ihrem Fachwissen zur Seite. Unterstützung bekommt die IGS List auch von der Robert-Bosch-Stiftung. Mit dem Fördergeld von 40.000 Euro sollen in den kommenden zwei Jahren 40 Bienenvölker angeschafft und untersucht werden. Die gleiche Summe bringt auch die IGS für das Schülerprojekt auf. Bienen, Arbeitskleidung und Kästen werden von dem Geld angeschafft. Und ein kompetenter Unterstützer: Denn der 24-jährige Johannes Leng kehrt als technischer Mitarbeiter an seine alte Schule zurück und unterstützt die Schüler bei ihrer Forschungsarbeit. Derweil sammelt er eifrig Bücherskorpione.

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