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Aus den Stadtteilen Mühlenberger SV fusioniert mit dem Behinderten-Sportverein
Hannover Aus den Stadtteilen Mühlenberger SV fusioniert mit dem Behinderten-Sportverein
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00:18 08.08.2015
Das Gebäude des kommunalen Sozialdienstes (hinten) geht an den MSV über. Das freut die Vorsitzenden Harald Ehrlich (li.) und Peter Hurtzig. Quelle: Schwarzenberger
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Mühlenberg

Der Neubau der Integrierten Gesamtschule (IGS) Mühlenberg bringt dem größten Sportverein des Stadtteils manchen Kummer - wegen der eingeschränkten Nutzung von Sporthallen während der Bauphase. Zugleich kann sich der Mühlenberger Sportverein (MSV) aber auf eine neue Immobilie freuen. Das Gebäude wurde für den Kommunalen Seniorendienst, der in das neue Stadtteilzentrum neben der IGS einziehen soll, als Ausweichquartier errichtet und wird dem Sportverein Ende 2016 übergeben. Der Zuwachs kommt dann gerade recht: Die Mühlenberger planen die Fusion mit dem Behinderten-Sportverein Hannover.

Der Vorstand des Behinderten-Sportvereins (BSH) schlug dem MSV die Fusion selbst vor. „Das wird nicht ganz einfach, aber führen jetzt Gespräche, auch mit der Stadt“, sagte MSV-Vorsitzender Peter Hurtzig. Dem BSH fehle es an Ehrenamtlichen, um Vereinsarbeit und Kurse auf Dauer am Laufen zu halten, sagte er. Der Verein zählt nur 300 Mitglieder. Der MSV - mit seinen über 700 Mitgliedern - verfügt über mehr Möglichkeiten, um Stellen in Verwaltung und Sportbetrieb zu besetzen. Räumlich müsste sich der BSH nicht einmal verändern, hat er doch seit Jahren seine Geschäftsstelle im Klubhaus des MSV.

Dass der große Klub ein eigenes Gelände hat, während der kleinere BSH lediglich Schulsporthallen nutzt, hat Einfluss auf die Beiträge. „Beim BSH sind sie niedriger als bei uns“, sagte Hurtzig. Das müsse bei der Fusion berücksichtigt werden, denn vielen Behindertensportlern sei ein höherer Mitgliedsbeitrag kaum zuzumuten. Damit die BSH-Sportler den frisch fusionierten Verein nicht in Scharen verlassen, muss ein anderes Finanzierungsmodell her. Mit einer Sozialklausel zum Beispiel, die einen ermäßigten Beitrag für alle Altersgruppen ermöglicht. Damit der MSV finanziell nicht auf der Strecke bleibt, könnte die Stadt mit Zuschüssen einspringen. Das werde derzeit verhandelt, sagte der Vorsitzende.

Für den MSV wäre die Fusion ein großer Sprung in Richtung Inklusion. Menschen mit und ohne Handicap würden gemeinsam trainieren. „Wir wollen etwas für den Behindertensport in Hannover tun“, sagte Hurtzigs Stellvertreter Harald Ehrlich. Die Angebote des BSH, 1950 von Kriegsversehrten gegründet, würden unter dem Dach des MSV weitergeführt. Neben Rehasport bietet der Verein auch Sparten wie Sitzfußball, Tischtennis und Schwimmen an. Die meisten Angebote finden in Schulsporthallen statt. Und auf die ist auch der MSV angewiesen. Künftig würden nicht mehr zwei Vereine bei der Schulverwaltung um Hallenzeiten bitten, sondern nur noch einer. Auch das sei ein Vorteil der Fusion, sagte Hurtzig.

Überhaupt, die Hallenzeiten. Davon braucht der MSV reichlich: Dessen Judoka, Leichtathleten, Tischtennisspieler und Gymnastikgruppen trainieren in Grundschulen in Wettbergen und Mühlenberg. Die Basketballer zogen nach Oberricklingen um, als die Sporthallen der IGS Mühlenberg abgerissen wurden. Die Bogenschützen müssen im kommenden Winter ihr Training bei schlechtem Wetter aussetzen, weil ihnen ein Ausweichquartier fehlt. Der IGS-Neubau bekommt zwei Turnhallen. Der Altbau verfügte über drei Hallen. „Weniger Hallen - das bekommen viele Vereine zu spüren, sagte Hurtzig. Etwas leichter wird es für den Verein, wenn der Kommunale Sozialdienst in seine neuen Räume zieht und den Interimsbau verlässt. Den hatte die kommunale Baugesellschaft GBH auf MSV-Gelände errichtet. Ein Vertrag mit der Stadt sieht vor, dass der Mühlenberger Klub das Haus übernehmen kann. Umkleideräume, aber auch Sportangebote sind dort geplant. Für Gymnastik zum Beispiel. Zumindest für einige Gruppen muss der MSV dann keine Hallenzeiten mehr buchen.

von Marcel Schwarzenberger

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