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Warten auf den Reformationstag

Kirchrode Warten auf den Reformationstag

Die 5100 Mitglieder zählende evangelische Jakobi-Gemeinde hat viel Geld und Engagement in ihren Neubau investiert - und nun schließt sich bald der Umbau der angrenzenden Straßen an.

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Noch befindet sich die Jakobi-Bücherei in der provisorischen Containerunterkunft.

Quelle: Marcel Schwarzenberger

Hannover. Das neue Zentrum der evangelischen Jakobi-Gemeinde ist nicht mehr zu übersehen. Das Haus mit seinen kantigen Formen und den Klinkerfassaden ist fast fertig. Derzeit läuft der Ausbau im Inneren. Einen Eröffnungstermin gibt es auch schon: Am 31. Oktober - dem Reformationstag - wird am Kleinen Hillen gefeiert. Für die 5100 Mitglieder zählende Gemeinde geht dann ein langer Kraftakt zu Ende. Es wird aber nicht der letzte bleiben: Die Stadt plant den Umbau der angrenzenden Straßen. An den Kosten muss sich auch Jakobi beteiligen.

Im Augenblick zählen für den Kirchenvorstandsvorsitzenden Klaus Hagelberg und Pastor Rolf Wohlfahrt vor allem die eigenen Baupläne. „Elektrik und Trockenbau sind fertig, jetzt sind die Maler dran“, sagt Hagelberg und führt durch die hellen Räume des Neubaus. Er ist ein paar hundert Quadratmeter kleiner als das 900 Quadratmeter große frühere Gemeindehaus. Angesichts sinkender Zuschüsse vom Stadtkirchenverband - was weniger Geld für die Bauunterhaltung bedeutete - entschied sich Jakobi für einen Neubau. Dieser kostet rund 2,3 Millionen Euro. Davon trägt die Gemeinde gut zwei Drittel selbst, das Geld stammt aus einem Grundstücksverkauf. Jakobi will zudem ein Haus an der Brabeckstraße vermieten, sobald ein dort provisorisch eingerichtetes Gemeindebüro und ein kleiner Jugendtreff zum Kleinen Hillen umgezogen sind. Das Pfarrhaus neben der Kirche bleibt der Gemeinde aber erhalten. Das restliche Geld kommt vom Stadtkirchenverband und der Landeskirche.

Mit dem Neubau wird es weniger Platz geben als zuvor. „Aber wir wollen alles so gut wie möglich weiterführen“, sagt Pastor Wohlfahrt. Der Saal ist teilbar und kann für Gruppenarbeit, aber auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden. Die Jugend bekommt einen eigenen Raum, es gibt einen Mehrzweckraum und ein großzügiges Foyer. „Auch dort können Aktivitäten stattfinden, etwa Basare“, sagt Hagelberg. Jakobi bietet für alle Altersgruppen etwas an, allein 200 Konfirmanden sind jährlich zu betreuen. Hinzu kommen 13 Chöre und Musikgruppen.

Seit mehr als einem Jahr finanziert die Gemeinde zwei Containeranlagen neben der Kirche. Eine kleine Anlage dient als Toilette, die andere beherbergt die Jakobi-Bücherei. Die Bücher sollten während der Bauphase ausleihbar bleiben, sagt Hagelberg. Auch Anwohner, die nicht Gemeindemitglieder sind, können sich dort Literatur holen; eine andere öffentliche Bibliothek gibt es in Kirchrode nicht. Dass das Verleihen und Betreuen der vielen Schüler- und Kita-Gruppen auch im Container funktioniert, liegt an Renate Nickel und den anderen 14 Ehrenamtlichen. „Wir teilen uns die Arbeit“, sagt sie. Im Container fühle sie sich ganz wohl; im Altbau war die Bücherei im Keller untergebracht. Auch das wird mit der Eröffnung des Neubaus vorbei sein. Dann bekommt die Bücherei einen Raum mit Fenstern, die auf Bäume an der Grundstücksgrenze ausgerichtet sind. Der Büchereicontainer, der rund 500 Euro Monatsmiete kostet, wird ab November Geschichte sein.

Auf der Rückseite des Gemeindehauses sind einige Parkplätze geplant. Daneben entsteht eine abgetrennte Erholungsfläche, die Kinder und Jugendliche nutzen können. Die Fläche vor dem Haupteingang wird zum Platz umgestaltet. Die Straße Kleiner Hillen will die Stadt später ebenfalls mit Pflastersteinen ausstaffieren. Gut 300 000 Euro soll die bereits beschlossene Modernisierung des Straßenzugs zwischen Brabeck- und Wasserkampstraße kosten. In einigen Jahren steht zudem eine Teilsanierung der Brabeckstraße an. Bei beiden Vorhaben, meint Hagelberg, muss sich die Kirchengemeinde über die Straßenausbaubeitragssatzung an der Finanzierung beteiligen. Knapp 100 000 Euro könne das Jakobi kosten, schätzt er. Wenn es soweit ist, hofft die Gemeinde unter anderem auf Hilfe vom Stadtkirchenverband.

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