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Aus den Stadtteilen Pavillons werden vorerst nicht abgerissen
Hannover Aus den Stadtteilen Pavillons werden vorerst nicht abgerissen
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21:07 15.09.2015
Von Susanna Bauch
Teilnehmer des Ortstermins nehmen die Pavillons in Augenschein.  Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Beim Ortstermin gingen die Meinungen erwartungsgemäß auseinander. Das Verwaltungsgericht unter Vorsitz von Richter Ingo Behrens tagte am Dienstag zunächst vor den Pavillons am Altenbekener Damm Nummer 11 und 13, um darüber zu entscheiden, ob diese vom Besitzer abgerissen und durch Einfamilienhäuser ersetzt werden dürfen. Sie dürfen vorerst nicht. Allerdings wurde die Klage nicht abgewiesen, sondern zurückgezogen. Denn bereits im Vorfeld wurde nicht klar, nach welchem Baurecht der Kläger die Grundstücke überhaupt bebauen möchte - mit genehmigungspflichtigem Bauantrag oder einfacher Bauanzeige.

Die Stadt hatte unlängst eine Erhaltungssatzung für die Fünfzigerjahre-Bauten beschlossen, das Landesamt für Denkmalpflege ließ beim Ortstermin zudem durchblicken, dass die Pavillons zeitnah unter Denkmalschutz gestellt werden könnten. Die städtebauliche Lage, der bauhistorische sowie der stadtgeschichtliche Aspekt würden dafür sprechen, erklärte Denkmalpfleger Rocco Curti. Der Eigentümer der beiden Bauten indes hat gegen das Abrissverbot geklagt. Er habe die Pavillons 2013 erworben, um diese durch Neubauten zu ersetzen, erklärt Pischtiwan Khanaqua-Blau. Seinerzeit habe die Stadt keine Einwände gehabt, da die Pavillons nicht unter Denkmalschutz stünden. Erst im Nachhinein sei dann die Erhaltungssatzung auf den Weg gebracht worden, kritisiert der Anwalt des Bauherrn, Erich Deter.

Mit Stadtplanern, Mitgliedern des Bezirksrats Südstadt-Bult und Vertretern der Denkmalpflege umrundeten die Beteiligten das Ensemble am Altenbekener Damm, in dem derzeit noch eine Tierarztpraxis sowie eine Eisdiele untergebracht sind. Letztere hat zum November den Mietvertrag gekündigt. „Wirtschaftlich ist das eine Katastrophe, wenn mein Mandant hier nicht in seinem Sinne bauen darf“, erklärte Deter.

Ursprünglich wollte Khanaqua-Blau die Pavillons durch zwei Einfamilienhäuser ersetzen, eines davon zweigeschossig, was eben auch baurechtlich noch zu klären wäre. In eines soll eine Osteopathie-Praxis ziehen, das andere soll Wohnhaus mit Architekturbüro werden. Nach der Einstellung des Verfahrens am Nachmittag im Verwaltungsgericht denkt der Bauherr nun an einen Plan B. „Wir prüfen die Möglichkeit, um die Pavillons herum anzubauen, sie auszubauen oder das Gebäude aufzustocken“, so der 43-jährige Architekt. Die Denkmal-Eigenschaft bezieht sich nicht auf die innere Ausgestaltung. „Es wird definitiv einen neuen Entwurf geben“, betonte Khanaqua-Blau. Die städtische Erhaltungssatzung aber sieht weiter vor, die „charakteristischen Beispiele der Fünfzigerjahre-Architektur“ zu erhalten. „Sie prägen das gesamte Straßenbild in diesem Abschnitt“, betonte Stadtplanerin Hanne Lahde-Fiedler.

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