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Per Elektromotor über den Schulhof

Linden Per Elektromotor über den Schulhof

Die IGS Linden nimmt ein neues Solarmodul in Betrieb – und organisiert dafür einen Tag der Elektromobilität. Jetzt können Schüler selbst mit einem schuleigenen E-Bike über den Pausenhof am Lindener Berg kurven.

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Juri Dießl (l.) und Finn Rehfeldt mit Luxmeter und Energieampel. Klebt ein roter Sticker auf einem Schalter, sollte dieser nur bei schlechtem Licht betätigt werden.

Quelle: Moers

Linden. Elektrofahrräder kannten die Schüler der IGS Linden bislang überwiegend aus den Garagen ihrer Großeltern. Jetzt können sie selbst mit einem schuleigenen E-Bike über den Pausenhof am Lindener Berg kurven. Den Strom dazu liefert eine neue Solaranlage, die Dritte auf dem Schuldach. Zur Inbetriebnahme der Solar-Kombo organisierte die Gesamtschule einen „Tag der Elektromobilität“.

„Das Thema wird in dem Leben der Schüler eine zunehmend große Rolle spielen“, erklärt Schulleiter Peter Schütz den ungewöhnlichen Thementag. „Wenn eine Schule eine Solaranlage anschafft, reicht es nicht, eine Anzeigetafel an die Wand zu hängen, die Einsparungen anzeigt“, findet der Schulleiter. Mit dem Strom aus der zusätzlichen Anlage werden in Zukunft die Batterien eines E-Fahrrads aufgeladen. „Bisher kannte ich nur meine Oma, jetzt hat auch unsere Schule ein E-Bike“, erzählt Zehntklässlerin Jana Eßlinger. Die genaue Funktion und die Leistung der Apparatur wurde Bürgermeister Thomas Hermann bei einem Rundgang von Schülern und Schulleitung erklärt. Über eine 230-Volt-Steckdose kann die selbst produzierte Energie auch für andere Forschungsprojekte angezapft werden. Der Leiter des Wahlpflichtkurses Energie, Jörg Ilsemann, kann sich etwa vorstellen, eine Lichtkunstinstallation anzuschließen.

Seit 15 Jahren produziert die IGS Linden Strom. Ein Solarförderverein organisiert die Finanzierung und den Betrieb der Anlage. „Eltern und Lehrer haben damals Solar-Aktien gezeichnet, inzwischen erwirtschaftet die Anlage auch Gewinne“, berichtet Ilsemann etwas stolz. Die rund 5000 Euro Kosten für die Erweiterung und das Rad decken der Verein und ein Zuschuss des Enercity-Förderprogramms „proKlima“. Der Strom des neuen Moduls wird allerdings nicht in das allgemeine Netz eingespeist, er dient allein der Lehre.

„Das Thema erneuerbare Energien bildet sich zunehmend im Unterricht ab“, weiß Bürgermeister Thomas Hermann. In Hannover nehmen neunzig Schulen an dem städtischen Energiesparprogramm „Gruppe schulinternes Energiemanagement“ (GSE) teil. Die Kommune spart dadurch 700 000 Euro Energiekosten im Jahr. An der IGS Linden ermittelt etwa eine Schülerfirma die energieoptimierte Beleuchtung. Dazu wird die Helligkeit in verschiedenen Bereichen eines Klassenraums gemessen. Entsprechend der Ergebnisse werden dann grüne, gelbe und rote Sticker auf die Lichtschalter geklebt. Die Schalter mit den roten Punkten werden nur zugeschaltet, wenn es stockdunkel ist. Filter in den Wasserhähnen helfen ebenfalls Kosten zu sparen.

Schüler, die sich für Klimaschutz und erneuerbare Energien begeistern, können sich an der integrierten Gesamtschule zu Energiecoaches ausbilden lassen. Als solche sollen sie zukünftig andere Schüler und natürlich auch die Schule beim Einsparen beraten. Am leichtesten begeistern konnten die Schüler und Schülerinnen gleich mehrere lokale Anbieter von elektronischen Fahrzeugen, die auf dem Schulhof Probefahrten mit E-Bikes, E-Rollern und Elektro-Autos anboten. Schließlich hängt der Erfolg der Elektromobilität nicht nur von wissbegierigen Schülern, sondern auch von deren zukünftigem Kaufverhalten ab.

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