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Aus den Stadtteilen Pillen mit Geschichte
Hannover Aus den Stadtteilen Pillen mit Geschichte
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00:19 01.08.2015
Von Susanna Bauch
Im Verkaufsbereich der Sonnen-Apotheke setzt Silke Walter auf eine einladende Atmosphäre. Quelle: Katrin Kutter
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Oststadt

Dieses Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, 1954 übernahm dann Kurt Walter den Verkauf und die Herstellung von Arzneien in einem Behelfsbau. Seitdem ist die Sonnen-Apotheke ein Familienbetrieb, den Silke Walter nun seit zehn Jahren in dritter Generation führt.

Erst 1965 konnte das Geschäft den provisorischen Bau verlassen und zog an die Lister Meile 7, knappe zehn Jahre später übernahm hier Rudolf Walter die Apotheke von seinem Vater. Der Junior hatte neue Pläne und ließ im Jahr 1984 am jetzigen Standort zur Ecke Friesenstraße ein Ärztehaus errichten, ins Erdgeschoss zog die Apotheke. „Der Standort ist natürlich ideal - oben die Praxen und unten wir“, sagt Silke Walter. Wie Vater und Großvater hat sie in Marburg Pharmazie studiert. Die 44-Jährige hat zudem noch in Berlin promoviert und einige neue Saiten an der Lister Meile aufgezogen. So gibt es etwa eine Art Schauküche, wo Kunden dem Personal durch ein Fenster dabei zuschauen können, wie ihre Salben angerührt werden. Die größte Errungenschaft aber ist das automatische Warenlager, das Silke Walter im Zuge eines umfangreichen Umbaus vor fünf Jahren hat einrichten lassen. „Es gibt nur noch zwei Medikamentenschränke, den Rest macht unser Roboter“, sagt die Apothekerin.

Gewünschte Medikamente werden per Greifsystem herausgesucht. Rund 14.000 Packungen hält das elektronische Warenlager vor. „Wenn hier der Strom ausfällt, sind wir erledigt“, sagt Walter. Das moderne Gerät ist platzsparend und schnell - binnen acht Sekunden hält der Mitarbeiter das gewünschte Präparat für den Kunden in der Hand. „Auch Inventur macht unser Roboter auf Knopfdruck“, schwärmt die Chefin, die zugleich einräumt, dass es sich auch um den „teuersten der 13 Mitarbeiter“ handelt.

In ihrem kleinen Büro erzählen die pharmazeutischen Requisiten des Großvaters von alten Zeiten, genauso wie die verblichenen Fotografien „mit Registrierkasse und Kondomen nur unterm Tresen“, wie Silke Walter erzählt. Eine Nische haben sie und ihr Team auch gefunden in Zeiten großer Konkurrenz von Internetapotheken. „Wir widmen uns ganz besonders der Homöopathie, betont die Apothekerin. An der sogenannten Phytothek werden Kunden zu pflanzlichen Alternativen zur klassischen Medikation beraten, auch der Hautpflege widmet sich das Apothekenteam. Hochwertige Produkte und gute Beratung gehören zur Geschäftsphilosophie. „Und natürlich drehen wir auch noch Pillen und gießen Zäpfchen“, erklärt die Chefin.

Zu ihrem persönlichen zehnjährigen Jubiläum hat Silke Walter einiges an Aktionen für die Kunden auf die Beine gestellt - von Hautanalyse über Aromaexpertisen bis zum Herstellen der eigenen Handcreme. Die Kundschaft will verwöhnt werden, deshalb gibt es in der Sonnen-Apotheke auch eine gemütliche Sitzbank mit Buchauswahl und Spielcomputer. „2014 konnten wir erstmals seit Langem einen Kundenzuwachs verzeichnen - immerhin“, sagt die Inhaberin. Obwohl Generation vier am Weißekreuzplatz noch lange nicht ansteht, könnte etwas daraus werden. „Ich selbst habe zwar keine Kinder, dafür hat mein Bruder zwei. Aber die sind noch sehr klein - da ist alles offen“, meint Silke Walter vielsagend.

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